Noller fährt hart am Limit

Motorsport  Rainer Noller gewinnt zum fünften Mal in Folge die Unterland-Hohenlohe Wertungsfahrt. Dabei musste er aber volles Risiko gehen.

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Rainer Noller und Tanja Schlicht holten sich im Mitsubishi Evo mit vollem Risiko bei der Hohenlohe-Unterland Wertungsfahrt den fünften Sieg in Folge.

Foto: Schmerbeck

Der Seriensieger der vergangenen Jahre wurde gefordert wie selten. Für den fünften Sieg in Folge, den neunten insgesamt bei der 31. Auflage der Unterland-Hohenlohe Wertungsfahrt musste das Unterländer-Hohenloher Duo hart am Limit fahren. An der Seite von Noller saß mit Tanja Schlicht eine Öhringerin.

"Mit maximalem Risiko haben wir das noch gedreht", sagt Noller. Kai Otterbach erwies sich am Samstag als starker Gegner. "Es war ein harter Kampf. Er hat uns ganz schön unter Druck gesetzt", sagt Noller. "Aber auch insgesamt war das Teilnehmerfeld in diesem Jahr sehr stark."

Drei neue Strecken wurden rund um Öhringen gefahren

Gefahren wurden bei der Rallye rund um Öhringen drei neue Strecken. "Die waren sehr gut, mit einigen Schotterpassagen, was uns mit unserem Allrad entgegen kommt", sagte Noller. Er ist gerade beim Rausbeschleunigen auf nicht so griffigem Untergrund besser. Rund 300 PS habe sein Mitsubishi Evo. Im Gegensatz dazu hat der BMW M3 von Otterbach rund 100 PS mehr Leistung und ist dadurch auf der Geraden im Vorteil. Auf Schotterpassagen fehlt dem Heckantrieb dann aber auch die Griffigkeit.

Nach der ersten Wertungsprüfung bei Kesselfeld lagen aber erstmal Jörg Dörre/Hans-Jürgen Herzog (BMW M3) aus Untersteinbach in Führung (3:07,02 Minuten). Eine Sekunde dahinter folgten Noller/Schlich und fast drei Sekunden langsamer waren Kai und Tim Otterbach (MSC Untergröningen).

Auf der zweiten Etappe kehrten Noller/Schlicht (die Kräfteverhältnisse um und legten die schnellste Zeit vor - wenige Hundertstel Sekunden vor Otterbach/Otterbach. Dörre fiel weit zurück und stieg dann auch vor der dritten Wertungsprüfung aus. Vor der Pause fuhr dann Otterbach die schnellste Zeit (3:23,66 Minuten). Noller (3:24,07) war nur wenig langsamer.

So deutete sich für die zweite Hälfte, in der jede Prüfung ein zweites Mal gefahren wurde ein spannender Zweikampf an. Der Rückstand des Öhringer Ulrich Kübler mit Co-Pilot Armin Seeger war schon zu groß, um noch realistische Siegchancen zu haben - sollten die ersten beiden nicht wege eines Defekts ausfallen. Kübler, ebenfalls mit einem Mitsubishi Evo unterwegs, hatte die Rallye zu Beginn des Jahrtausends übrigens dominiert und von 2002 bis 2007 gewonnen. 2008 holte Noller seinen ersten Sieg.

"Bis dahin bin ich ganz normal gefahren", sagt Noller über den ersten Durchgang. "Ich habe aber gemerkt, dass es so nicht reicht. Ich wusste, wenn ich gewinnen will, muss ich ans Limit gehen, über 100 Prozent." Und gewinnen wollte er. "Es ist immer das selbe Spiel. Das Lokalderby ist wichtig. Vor der eigenen Haustüre will man immer gewinnen. Zumal es auch um Punkte für die Württembergische Rallye-Meisterschaft geht, diese fahre ich nach einigen Jahren Pause wieder."

Also gab er nach der Mittagspause richtig Gas, fuhr volles Risiko. Fast zu viel. "In der Wertungsprüfung vier war ich mit einem Reifen schon im Graben", sagt Noller. "Aber das passiert eben, wenn man über das Limit hinaus geht."

Am Ende reichte es zum Sieg. Auch wenn Otterbach noch mal die schnellste Zeit in der WP vier fuhr und die Führung übernahm. In Wertungsprüfung fünf war Noller mehr als vier Sekunden schneller, in der letzten Wertungsprüfung gar sechs. Da benötigte er acht Sekunden weniger als er im ersten Durchgang unterwegs war. Das Risiko hatte sich unter dem Strich gelohnt bei einer Gesamtzeit von 22:10,69 Minuten war er etwas mehr als zehn Sekunden schneller als Otterbach.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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