Neckarsulmer Tischtennisspieler holt Medaille bei Universiade

Tischtennis  Hinter Florian Bluhm liegen erfolgreiche Wochen: In Neapel holte der Abwehrspezialist Bronze mit der deutschen Studierenden-Nationalmannschaft. Beim Pokalturnier am Wochenende in Neckarsulm soll dieser Erfolg auch der Sport-Union helfen.

Von Florian Huber
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Italienischer Schwung für den Start in die Tischtennis-Saison

Zwei Dinge hat Florian Bluhm im Juli von der Universiade in Neapel mitgenommen: Eine Bronzemedaille mit der deutschen Tischtennis-Mannschaft und ein kaputtes Handy. "Das Ding hat einfach seinen Geist aufgegeben und ich habe mich nicht sofort um ein neues gekümmert." Danach war er wochenlang - zumindest telefonisch - nicht erreichbar. "Für die anderen war das nerviger als für mich", sagt Bluhm und lacht: "Ich konnte mir immer ein Handy leihen, wenn ich eins brauchte." Der ein oder andere Glückwunschanruf dürfte allerdings ausgeblieben sein.

Die Weltsportspiele der Studierenden in Süd-Italien waren ein voller Erfolg für Neckarsulms Nummer eins. Im Einzel war für Florian Bluhm erst im Viertelfinale Endstation. Als Team reichte es für Rang drei. "Damit hätte ich nie gerechnet. Im Einzel hatte ich auch den Vorteil einer gutes Auslosung", sagt der 22-Jährige, der erst am Chinesen Zhu Linfeng scheiterte.

In Neckarsulm sind mehr Zuschauer in der Ballei-Sporthalle

Mehr erhofft hatte sich der gebürtige Karlsruher in Neckarsulmer Diensten allerdings von der Stimmung: "In Neckarsulm sind bei einem Punktspiel mehr Zuschauer in der Halle als bei der Universiade." Ein Grund mehr für Bluhm, auch in zwei Jahren bei der nächsten Auflage der Universiade dabei sein zu wollen. 2021 geht es nach Chengdu in China. Ein Land mit Tischtennis-Tradition, ganz im Gegensatz zu Italien.

"Das will ich noch einmal erleben", sagt der Student der Wirtschaftspädagogik an der Universität Hohenheim über die Universiade. Das Studium unnötig in die Länge ziehen, das muss er deshalb nicht: "Ich bin ja erst im fünften Semester."

Florian Bluhm, der Gewinner der zurückliegenden Saison

In den Semesterferien trainiert der Badener derzeit zwei Mal täglich mit einer Gruppe bei seinem alten Club Grünwettersbach. Meist in Einheiten am Tisch. Als Abwehrspieler lässt sich auch so die konditionelle Grundlage holen.

Bluhm war der Gewinner der vergangenen Tischtennis-Saison bei der Neckarsulmer Sport-Union. Als Nummer vier begann der Neuzugang die Saison, als Nummer eins und Leistungsträger beendete er sie. Aktuell steht der Abwehrspieler auf Rang 17 in der deutschen Rangliste. "Mein Ziel ist es, unter den Top 20 zu bleiben", sagt der Mann, der weit hinterm Tisch agiert. Abwehrspieler sind eine Rarität geworden. Unbequem zu bespielen. "Das ist schon ein Vorteil", hat sein Trainer Alexander Mohr während der Saison gesagt.

Je weniger Defensivkünstler es gibt, desto schwieriger wird es für den Gegenüber, sich darauf einzustellen. "In Neckarsulm hat man ja ein Herz für Abwehrspieler", sagt Florian Bluhm und denkt dabei an Roland Krmaschek, der jahrelang als Abwehrspieler Publikumsliebling war. Nun spielt er bei Hohenstein-Ernstthal - und könnte theoretisch am Sonntag nach Neckarsulm zurückkehren. Allerdings ist noch unklar, ob die Sachsen in kompletter Besetzung anreisen, schließlich spielen im DTTB-Pokal Dreier-Teams.

Vorrundenturnier in Neckarsulm im DTTB-Pokal

Die neue Saison startet an diesem Sonntag für die Neckarsulmer Sport-Union mit einem Heimspiel in der Neckarsulmer Ballei. Im DTTB-Pokal richten die Unterländer eins der vier Vorrundenturniere aus. Am Sonntag trifft Neckarsulm dabei ab 10 Uhr auf Zweitligist Saarbrücken, ab 13 Uhr auf Drittligist Hohenstein-Ernstthal und ab 16 Uhr auf Zweitligist Leiselheim. Dem Sieger der insgesamt sechs Duelle winkt ein Achtelfinal-Duell mit dem Erstligisten SV Post Mühlhausen. "Für uns geht es um Spielpraxis, wir stehen da nicht unter Erfolgsdruck", sagt Bluhm über die NSU-Mannschaft. Anders sieht es allerdings dann eine Woche später aus.

Am 1. September (15 Uhr), also bereits am übernächsten Wochenende, startet die Drittligasaison der NSU mit einem Auswärtsspiel bei der TSG Kaiserslautern. "Es muss schon unser Anspruch sein, dass wir wieder aufsteigen", sagt Florian Bluhm über die Zielsetzung des unveränderten Neckarsulmer Quatetts mit Florian Bluhm, Julian Mohr, Josef Braun und Jens Schabacker.

 

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