Neckar-Cup: Profis zum Anfassen, Fans mit Gefühl

Tennis  Zwischenbilanz beim Neckar-Cup: Drei deutsche Asse spielen an diesem Donnerstag im Achtelfinale.

Von Lars Müller-Appenzeller

Neckar-Cup: Profis zum Anfassen, Fans mit Gefühl

Er weiß, wie man den Neckar-Cup gewinnt: der Serbe Filip Krajinovic.

An diesem Donnerstag ist Halbzeit beim 6. Heilbronner Neckar-Cup, an diesem Donnerstag wird die dritte der sechs Runden im Einzel gespielt, ab 11.30 Uhr schlagen die besten 16 Profis im Achtelfinale auf. Mit Titelverteidiger Rudi Molleker, Routinier Matthias Bachinger und Kurzarbeiter Oscar Otte sind noch drei deutsche Asse dabei. Zeit für eine Zwischenbilanz.

Die Zuschauer: Roland Mair machte am Nerven aufreibenden dritten Turnier-Tag Groundhopping, pendelte zwischen Center Court und Court 1. Was den Pensionär, der bei den Herren 55 des TC Schwaigern in der Bezirksoberliga aufschlägt, am meisten beeindruckte: "Die Rückhand von Alexey Vatutin. Wenn der die optimal trifft - unglaublich." Zwei Meter neben Roland Mair stand Titelverteidiger Rudi Molleker, kraulte ab und an einen Hund und machte sich ebenfalls ein Bild von der Partie des Russen Vatutin auf dem Einser gegen den später siegreichen Altmeister Viktor Troicki.

Es war richtig was los auf und an allen drei Plätzen. "So viele Zuschauer hatten wir an einem Mittwoch noch nie", sagte Neckar-Cup-Organisator Tom Bucher, der aber noch keine genauen Zahlen nennen könne. "Am Montag und Dienstag waren mehr Zuschauer da als im Vorjahr. Ich bin guter Dinge, dass wir mit dem besseren Wetter am Wochenende richtig volle Hütte haben."

Ja, das Wetter: Kurz und gut, es hätte wärmer sein dürfen. Die Zuschauer gingen schon jetzt richtig auf Tuchfühlung, Molleker und Co. stellten sich strahlend für Selfies zur Verfügung. Daniel Masur, der gegen Jiri Vesely verlor, bekam von einem Zuschauer zu hören: "Tut mir leid für Sie. Ich hätte es Ihnen gegönnt, wenn Sie gewonnen hätten." Schöne Mischung: Profis zum Anfassen, Fans mit Gefühl.

Die Deutschen: 14 deutsche Asse waren es in der ersten Runde (im 48er-Feld), in Runde zwei noch neun, am Achtelfinal-Donnerstag sind drei dabei - vier von hier blieben gestern in der zweiten Runde hängen: Dustin Brown (1:6, 4:6 gegen den Italiener Stefano Travaglia); Daniel Altmaier (3:6, 3:6 gegen den Spanier Guillermo Garcia-Lopez); Daniel Masur (5:7, 4:6 gegen den Tschechen Jiri Vesely); Dominik Köpfer (4:6, 6:4, 5:7 gegen den Serben Filip Krajinovic); und Peter Heller (3:6, 3:6 gegen Matthias Bachinger). Kleiner Trost für die Verlierer sind 885 Euro Preisgeld und fünf Weltranglistenpunkte. Matthias Bachinger, Oscar Otte und Rudi Molleker haben weitere 575 Euro beziehungsweise drei Punkte sicher.

Der Ausblick: "Ich wusste nicht, was mich erwartet, habe noch nie gegen ihn gespielt", sagte der 32 Jahre alte Routinier Bachinger nach dem Match gegen Peter Heller. "Nichts gegen Peter, aber Jiri Vesely im Achtelfinale ist ein ganz anderes Kaliber, er ist ein Weltklassespieler." Gegen den Bachinger vor Jahren zwei Mal gewonnen habe. Und der am Mittwoch ziemlich nervös gewesen sei. "Mir fehlt das Selbstvertrauen", sagte Vesely, der 25 Jahre alte Vorjahresfinalist. Oscar Otte bekommt es am Donnerstagnachmittag mit dem Österreicher Dennis Novak zu tun. "Er ist gut in Form, es wird eine offene Partie. Ich konnte Kräfte sparen", sagte der 25-jährige Kölner nach dem 57-minütigen 6:2, 6:2 gegen den Usbeken Denis Istomin. Rudi Molleker, der am Abend mit Daniel Altmaier im Doppel ins Viertelfinale einzog, bekommt es mit dem Russen Aslan Karatsev zu tun.

Match des Turniers: War aus deutscher Sicht bisher die Partie Köpfer gegen Krajinovic. 136 Minuten gehaltvolle Spannung, in denen der Schwarzwälder eine 4:2-Führung in Durchgang drei nicht ins Ziel brachte. "Dominik war in dieser Phase sehr stark", sagte Krajinovic über den 25-jährigen aus Furtwangen. "Ich bin ruhig geblieben, habe auf meine Chance gewartet." So wie vor zwei Jahren, als der sympathische Serbe als Qualifikant den Neckar-Cup gewonnen hatte. Noch ist das Finale der Sieger zwischen Krajinovic und Molleker möglich. Sicher ist nur: Die zweite Hälfte wird noch spannender.

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Kraftvolles Stirnrunzeln: Der Tscheche Jiri Vesely freut sich, wenn er in Deutschland spielt, weil er hier aufgewachsen ist. Ihm fehle derzeit etwas das Selbstbewusstsein.

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