Mit Rope Skipping auf dem Sprung nach oben

Rope Skipping  Die Bad Friedrichshallerin Sarah Höfers tritt im Juli bei der Europameisterschaft in Graz an. Ihre Karriere begann vor elf Jahren in der Einfahrt vor ihrem Elternhaus.

Von Anna-Lena Sieber

Auf dem Sprung nach oben

Seit elf Jahren ist Sarah Höfers begeisterte Seilspringerin. Begonnen hat ihre Karriere in Bad Friedrichshall. Foto: Anna-Lena Sieber

Auf den Schulhöfen der 90er Jahre waren sie omnipräsent und in allen Farben vorhanden: Springseile. Dass die Karriere dieses Seils zwar dort begonnen, aber lange nicht geendet hat, weiß Sarah Höfers am Besten.

Die Trainerin konnte ihr bald nichts mehr beibringen

Die Karriere der 21-Jährigen hat vor elf Jahren in der Einfahrt vor ihrem Elternhaus begonnen. Damals hat es ihr noch ihre Schwester gezeigt. Die hat sie inzwischen in Sachen Rope Skipping überholt. Noch davor überholten die beiden die eigene Trainerin in Bad Friedrichshall. "Die konnte mir irgendwann nichts mehr beibringen. Meine Schwester und ich haben dann das Training übernommen", erinnert sich Höfers.

Aus You Tube Videos abgeschaut

Sechs Jahre im schwäbischen Landeskader folgten. "Ohne den wäre ich niemals so weit gekommen", ist die begeisterte Seilspringerin überzeugt. Immer wieder hat sie sich You Tube Videos und Livestreams von Welt- und Europameisterschaften im Seilspringen angeschaut. "Da kann man sich immer was abgucken", sagt sie.

Seit 2011 sechs mal bei deutschen Meisterschaften teilgenommen

Der Erfolg gibt ihr in jedem Fall Recht. Bei den deutschen Teammeisterschaften erzielte sie mit ihrem Team in der Gesamtwertung den fünften Platz. 2012 war Höfers württembergische Meisterin und gemeinsam holten sich die Sparkling Skippers den ersten Platz in der Pfalzmeisterschaft. Seit 2011 hat sie sechs mal bei deutschen Meisterschaften teilgenommen.

Nun folgt bald der ganz große Sprung: Im Juli tritt Hoefers mit ihrem Team, den Sparkling Skippers, bei den Europameisterschaften in Graz an. Auch für die World Jump Rope Championships in Oslofjord hat sich das Team qualifiziert.

 

Dieses Video zeigt die deutschen Teammeisterschaften im Rope Skipping 2019. Daran haben auch Sarah Höfers und ihr Team, die Sparkling Skippers, teilgenommen.

 

Durchschläge mit akrobatischen und turnerischen Elementen gemixt

Wenn man sie fragt, was man fürs Rope Skipping alles so mitbringen muss, ist die Liste lang: "Koordination, Kraft, Ausdauer Schnelligkeit, Beweglichkeit, Spaß, Motivation und Kreativität", zählt Höfers stolz auf. Vor allem Letzteres ist es, das sie am Rope Skipping so begeistert. "Es ist einfach sehr vielseitig und man kann seiner Kreativität dabei freien Lauf lassen." Vor allem in der Freestyle-Disziplin. Dabei werden Kreuz- und Mehrfachdurchschläge gemixt mit akrobatischen und turnerischen Elementen.

Handstände, Liegestützen und Spagate zu Musik

Höfers baut dann auch mal einen Handstand, ein Rad, oder einen Spagat mit in ihre Performance ein. Das alles passiert in der Einzeldisziplin. "Im Team gibt es noch das Double Dutch, das sind zwei lange Seile, die gegengleich geschlagen werden", erklärt Höfers. Dabei schwingen immer zwei aus dem vierköpfigen Rope Skipping-Team die beiden Seile. Die anderen beiden springen und turnen sich durch die Lücken. Im besten Fall ohne daran hängen zu bleiben. Auch die Musik zu ihrem sportlichen Tanz um die Seile herum, sucht das Team selbst aus. "Bei der Musik ist es wichtig, dass der Takt passt. Außerdem sollte das Lied Akzente haben", sagt Höfers. Auf diese Akzente macht das Team dann Handstände, Liegestützen und Spagate.

Mit viel Spaß und Engagement bei der Sache

Doch in den Schoß fällt der 21-Jährigen der Erfolg nicht. Da sie an der Universität Karlsruhe Sportwissenschaften studiert, bleibt neben dem Training nicht viel Freizeit. Vier- bis fünfmal die Woche fährt Sarah Höfers in das von Karlsruhe 35 Kilometer entfernte Germersheim um dort mit ihrem Team zu trainieren. Wettbewerbe und Teamabende kommen dazu. "Mir macht das einfach so viel Spaß, dass ich das alles gerne in Kauf nehme", sagt Höfers und strahlt dabei so, dass man ihr nur glauben kann.

Crowdfunding

Da Rope Skipping nicht gefördert wird müssen Höfers und ihr Team alle Kosten selbst tragen. Unter www.fairplaid.org/sparklingskippers2019 sammeln sie Spenden.

 

 


Kommentar hinzufügen