Merlins und Riesen hoffen im Derby auf ein glückliches Händchen

Basketball  Am Samstag treffen die Basketball-Bundesligisten Merlins Crailsheim und die Riesen Ludwigsburg im Derby aufeinander. Das Nachbarschaftsduell ist gleichzeitig ein Spitzenspiel.

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Nur 69 Kilometer Luftlinie trennen Ludwigsburg und Crailsheim. Über die Autobahnen A81 und A6 ist es zwar zur Arena Hohenlohe in Ilshofen ein Stückchen weiter, doch das ändert nichts daran, dass die Riesen Ludwigsburg am Samstag ihre kürzeste Auswärtsfahrt der Saison hinter sich bringen.

Dabei ist das Baden-Württemberg-Derby überraschenderweise ein Verfolgerduell in der 1. Basketball-Bundesliga. "Das wird eine enge Kiste. Ich hoffe, dass es ein schönes Event für die Zuschauer gibt", sagt Crailsheims Geschäftsführer Martin Romig. "Um es martialisch auszudrücken: Es ist auch ein echter Fight um die Krone, um die Vorherrschaft in der Region." Denn die beiden Teams sind auch tabellarisch Nachbarn. Sowohl die Riesen (5.) als auch die Merlins (3.) gewannen fünf von sechs Spielen. Und noch etwas eint die Kontrahenten: Die Niederlage kassierten sie gegen Oldenburg (7.).

Glückliche Händchen
Nach dem personellen Umbruch war der Start für John Patrick und seine Riesen Ludwigsburg etwas holprig. Zuletzt gewann das Team aber drei Mal in Folge. Foto: Marc Schmerbeck

Beide Vereine hatten glückliche Händchen bei der Spielerverpflichtung

"Wir sind auf einem guten Weg", sagt Ludwigsburgs Trainer John Patrick. Ähnliches ist auch von seinem Crailsheimer Kollegen Tuomas Iisalo zu hören. Im vergangenen Jahr schafften die Merlins in letzter Sekunde den Klassenerhalt. Wie in Ludwigsburg gab es einen großen Umbruch in der Mannschaft. Bei beiden Teams blieben nur zwei Spieler übrig. Doch bei den Verpflichtungen waren glückliche Händchen am Werk. Die neuen Teams harmonierten von Anfang an, hatten kaum Startschwierigkeiten.

"Es hat gleich Klick gemacht", sagte Crailsheims Kapitän Sebastian Herrera. Der Teamgeist ist vorhanden und auch auf dem Feld zu spüren. Für sein Team gilt es nun nach der ersten Saison-Niederlage am vergangenen Wochenende wieder zu punkten und nicht in einen Negativlauf zu geraten. Eine positive Erkenntnis aus der Partie gegen Oldenburg war aber, dass die Merlins gesehen haben, dass sie auch gegen Spitzenmannschaften wie den Zweiten der vergangenen Saison mithalten können. Die Partie wurde erst nach Verlängerung entschieden.

Glückliche Händchen
Trainer Tuomas Iisalo und seine Merlins Crailsheim verzauberten zuletzt ihre Zuschauer mit fünf Siegen aus sechs Spielen. Foto: Marc Schmerbeck

Crailsheims Trainer Iisalo sieht die Partie als echte Herausforderung

Nach den ersten fünf Partien und fünf Siegen gegen Gießen, Bayreuth, Bonn, Göttingen und Weißenfels sprachen viele Kritiker noch von "leichten" Gegnern und dämpften die Euphorie des Merlins-Blitzstartes. Nun konnte man auch gegen ein Team dagegenhalten, dass Ambitionen auf die ersten drei Ränge hat. Doch leichter wird die Aufgabe am Samstagabend nicht. "Ludwigsburg spielt mit hoher Intensität. Das Spiel gegen sie wird eine echte Herausforderung für uns", sagt Merlins-Coach Tuomas Iisalo.

Zuletzt feierten die Ludwigsburger Erfolge gegen Ulm (106:75), Göttingen (83:77) und Hamburg (94:83). Keinen kleinen Anteil an dem Aufschwung hat das Comeback von Marcos Knight. Der 30-jährige Spielmacher ist seit drei Wochen wieder zurück in Ludwigsburg und legte in den drei Spielen durchschnittlich 21,7 Punkte auf und ist damit Topscorer der Liga. Auch der zweite Platz in dem Ranking geht an einen Guard der Riesen. Der athletische 1,93 Meter große Khadeen Carrington kommt auf 20,2 Punkte im Schnitt. Ihnen gegenüber stehen auf Crailsheimer Seite Dewayne Russel und Jan Span, die sich in der Spielmacherrolle hervorragend ergänzen.

In Crailsheim wurde vor dieser Saison vieles richtig gemacht. Bisher stellen die Merlins mit 96 Punkten im Durchschnitt die zweitbeste Offensive hinter Alba Berlin und glänzen mit schnellem Teambasketball.

Ludwigsburg hat Respekt vor dem Gegner

So reisen auch die Ludwigsburger mit großem Respekt an. "Das ist ein Gradmesser", sagt Präsident Alexander Reil. Worte, die man in Crailsheim gerne hört. Die graue Maus hat sich in dieser Saison zum Sympathieträger entwickelt, zum Überraschungsteam.

Und so ist das Derby auch das Topspiel des Wochenendes. Und nach drei Siegen in Serie haben auch die Ludwigsburger großes Selbstvertrauen. Die Playoffs sind das erklärte Ziel, so weit geht es in Crailsheim noch nicht. Der Klassenerhalt steht an erster Stelle. Noch sieht Romig auch keinen Grund, die Zielsetzung zu korrigieren.

 

Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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