Medaillen im Akkord für die Neckarsulmer Schwimmer

Schwimmen  Das Neckarsulmer Team ist bei den deutschen Meisterschaften auf den Punkt topfit und schafft 22 Podestplätze.

Von Stefanie Wahl
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Im Auto kommt der Körper langsam zur Ruhe. „Ich bin ein bisschen erschlagen“, sagt Christian Hirschmann nach all den Adrenalinkicks und einem intensiven Tag. Allen voran aber von den acht Medaillen, die die Schwimmer der Neckarsulmer Sport-Union am Sonntag noch einmal bei den deutschen Meisterschaften im Rahmen der Finals in Berlin bejubelt haben. „Die Mannschaft hat das Medaillenziel mehr als erfüllt“, sagt der Trainer. Sind es vor einem Jahr 18 Podestplätze gewesen, hat Hirschmann diesmal 22 notiert. Was für eine Ausbeute der NSU.

Weil die DM der letzte Wettkampf einer zehrenden Saison ist, springen die Neckarsulmer heute ausnahmsweise mal nicht ins Wasser des Aquatoll Sportbades. Sie haben frei. Wenigstens zwei Tage, maximal zwei Wochen – ehe die Athleten mit einer Fitnesswoche wieder einstiegen, die Muskulatur an große Umfänge gewöhnen. Einzig Christian Hirschmann hat heute Morgen einen Geschäftstermin. Er geht ihn bestens gelaunt an, „weil das Team geschlossen bewiesen hat, dass es auf den Punkt fit ist. Wir hatten keine Ausfälle“, sagt der Macher.

Deutscher Rekord

Mit Stolz erfüllt ihn der deutsche Rekord, den die Mixed-Staffel über 4x100 Meter Lagen verbessert hat. Wohlgemerkt den eigenen. Nochmal etwa vier Sekunden sind Nadine Laemmler, Fabian Schwingenschlögl, Daniel Pinneker und Annika Bruhn schneller als vor einem Jahr geschwommen, um nach 3:49,95 Minuten anzuschlagen. „Die haben ordentlich Gas gegeben“, sagt Christian Hirschmann. Möglich gemacht hat es die Rückkehr von Rücken-Ass Nadine Laemmler.

Doch die NSU hat am Wochenende Titelträger im Akkord gekürt. Annika Bruhn ist über 100 Meter (55,11 Sekunden) und 200 Meter Freistil (1:58,07 Minuten) die Schnellste der Republik. Persönliche Bestzeit eine Woche nach der WM-Rückkehr, das spricht für sich. „Es ist schwierig, nach einem internationalen Event ein kleineres zu haben“, sagt Christian Hirschmann, „aber alle wollen Gutes abliefern.“

Auf hohem Niveau

Das gilt auch für die Meisterin über 200 Meter Rücken, Nadine Laemmler (2:10,97), die über 50 Meter Rücken gleich noch Bronze (28,83) folgen lässt. „Das zeigt, dass wir die Athleten auf hohem Niveau weiterentwickeln“, meint Hirschmann.

So viel Erfolgserlebnis steckt an. Auch Laemmlers Freund Fabian Schwingenschlögl, der sich am Schlusstag über 50 Meter Brust (27,87) noch Silber sichert – eine Hundertstel vor Vereinskollege Max Ziemann. Der hat bisher wie Bente Fischer eher in Reihe zwei gestanden, doch über die 200 Meter Brust kommt auch der große Moment der 21-jährigen Studentin mit Silber in 2:28,64 Minuten. Bestzeit. „Es ist schon genial, dass die Zwei ihre ersten Einzel-Medaillen auf der Langbahn geholt haben“, sagt Christian Hirschmann.

Silberne Stunden erlebt auch Celine Rieder, die über 800 Meter (8:40,47), wie über 1500 Meter, erneut nur Vizeweltmeisterin Sarah Köhler vorbeiziehen lässt. Bronze geht über die 200 Meter Schmetterling (1:58,01) an Fynn Minuth und Henning Mühlleitner über 800 Meter Freistil (3:52,42).

Weitere Ergebnisse der NSU-Schwimmer, Frauen, 200 m Brust: 8. Marlene Hüther 2:35,10; 100 m Freistil: 8. Franziska Weidner 56,84; 200 m Lagen: 5. Franziska Weidner 2:17,23. Männer, 200 m Schmetterling: 4. Daniel Pinneker 1:58,70; 400 m Freistil: 8. Fynn Minuth (3:58,21), 200 m Freistil: 8. Aleksi Schmid 1:49,90.

 


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