Lindner-Reiterfest in Öhringen

Reitsport  Die Reit-Geschwister aus Weinsberg holen sich den Sieg in der S*-Dressur und dem S*-Springen von Cappel.

Von Marc Schmerbeck
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Lindner-Reiterfest in Öhringen

Am wenigsten Probleme bereiteten die Hindernisse in Öhringen-Cappel Pascal Lindner auf Estojo. Der Reiter des TSV Weinsberg holte sich den Sieg im S*-Springen mit Siegerrunde.

Fotos: Marc Schmerbeck

Pascal Lindner machte eine gute Figur. Auch auf zwei Rädern. Denn seit Jahren ist der Ehrenpreis des Großen Preises beim Reit- und Springturnier in Öhringen-Cappel ein Fahrrad. Die Ehrenrunde auf dem neuen Gefährt ist obligatorisch und auf dem holprigen Rasenplatz nicht ganz ohne Tücken.

Aber kein Problem für den Reiter des TSV Weinsberg. Er ließ sich auch von einer abgesprungenen Kette nicht beirren. Zwei, drei Griffe und schon saß sie wieder auf dem Ritzel. Und Lindner bewältigte den Ritt auf dem Fahrrad ebenso gut wie zuvor den Hindernisparcours auf Estojo. Der Weinsberger triumphierte beim S*-Springen.

Fahrrad als Preis

Mit seinem neuen Fahrrad machte er sich dann auch auf zur Siegerehrung der S*-Dressur. Denn dort hatte seine Schwester Ann-Kathrin die 56. Auflage des Turniers zum Lindnerschen Familienfest gemacht und den Wettbewerb mit der Endnote von 8,2 vor Björn Steigauf (Wiesbadener RFC) gewonnen. Damit durfte auch sie auf einem Fahrrad eine Ehrenrunde drehen. Einem Damenrad. Auch sie gab eine gute Figur dabei auf dem neuen Platz ab.

"Die Dressur wurde super angenommen", sagte der Vorsitzende Steffen Weippert. "Wir haben auch viel Lob für unseren neuen Dressurplatz bekommen. Da werden wir nächstes Jahr sicher noch mehr Nennungen haben." Pascal Lindner erreichte mit dem Sieg sein nächstes Ziel für diese Saison: Den Sieg bei einem S-Springen. Es war der erste in diesem Jahr, der Fünfte insgesamt. "Natürlich wünscht man sich immer einen Sieg. Aber es muss schon alles stimmen, damit es dann auch klappt", sagte Pascal Lindner. "In Öhringen kennen mich viele, deshalb ist es noch schöner, hier zu gewinnen. Zwei Pferde, die ich reite, kommen aus Öhringen. Deshalb bin ich immer wieder gerne hier."

Ziel ist das Finale beim Bundeschampionat

Lindner-Reiterfest in Öhringen

Ann-Kathrin Lindner dreht eine Ehrenrunde auf ihrem Ehrenpreis.

Bisher ist er mit der langsam ausklingenden Freiluftsaison zufrieden. Im September steht für Lindner nun das Bundeschampionat für junge Pferde in Warendorf an. Auf dem sechsjährigen FBW Carontino AS würde er dort gerne das Finale der besten 40 erreichen. "Das ist ein realistisches Ziel", sagt Lindner. "Das Pferd ist gut drauf. Er hat vorher auch das M-Springen hier gewonnen."

15 Starts hatte es in Öhringen beim Großen Preis gegeben. "Es hätten gerne zehn mehr sein können", sagte der Vorsitzende Steffen Weippert. Aber Terminüberschneidungen hielten den einen oder anderen Reiter wohl davon ab. "Dafür war die Qualität gut", sagte Weippert.

Lindner-Reiterfest in Öhringen

Nach seinem Erfolg machte Lindner auch auf dem Rad eine gute Figur.

Und auch die Parcoursbauer machten einen guten Job. Schon im ersten Durchgang war es ein selektiver Kurs. Als Bester qualifizierte sich Bernd Knorr auf Little Luis. Lindner zog als Zweiter auf Estojo in die Siegerrunde ein. Gefolgt von Haysome, ebenfalls von Knorr geritten und Joachim Durst auf Con-Tico, der die Siegerrunde eröffnete. Er leistete sich aber einen Abwurf in der Zeit von 33,85 Sekunden. Knorr auf Haysome bewältigte den Parcours fehlerfrei in 36,24 Sekunden. Die Führung hielt aber nicht lange. Denn Lindner ging volles Risiko. "Ich dachte, es sind ja nur vier, da kann ich es probieren. Schlechter als Vierter werde ich ja nicht."

Einen Abwurf geleistet

Die Risikofreude ging auf. 32,13 Sekunden benötigte Lindner lediglich, verbesserte die Bestzeit um vier Sekunden und setzte den Routinier unter Druck. Knorr war auf Little Luis dann schnell unterwegs. Schneller als Pascal Lindner mit 31,11 Sekunden. Doch er leistete sich einen Abwurf und wurde so Zweiter und Dritter.

 
 

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