Kurzarbeiter Spomer: Technischer K.o. in Runde vier

Boxen  Profiboxer Slawa Spomer spielt in der Nacht zum Sonntag bei „Kultur im Ring“ in der Römerhalle mit dem technisch unterlegenen Ungarn Gergo Vari Katz und Maus. Er jagt den 35-jährigen Gegner von einer Ecke in die andere.

Von Stefanie Wahl
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Urteilsverkündung mit dem Sieger Slawa Spomer (links) und Gergo Vari aus Ungarn. Foto: Stefanie Wahl

Slawa Spomer ist eine ehrliche Haut. Also sagt der Profiboxer vom SV Heilbronn am Leinbach nach seinem mitternächtlichen Duell gegen den in allen Belangen chancenlosen Gergo Vari: „Ich habe versucht, es ein bisschen in die Länge zu ziehen.“ Dennoch ist bereits in der vierten Runde Schluss. Technischer K.o. für den 27-jährigen Mittelgewichtler. Spomer, der Kurzarbeiter im Ring. Dabei ist sein achter Kampf als Profi erstmals über zehn Runden angesetzt gewesen. Die offiziell angegebenen 650 Zuschauer in der Römerhalle bei „Kultur im Ring“ sehen jedoch seinen Kontrahenten im permanenten Rückwärtsgang, der obendrein nach wenigen Schlägen schon das erste Mal auf dem (Hosen-) Boden hockt. Er folgen noch weitere Sitzproben.

Präsenz und harte Schlagkombinationen

Angefeuert von seinen Anhängern und Manager Thomas Holefeld, spielt Slawa Spomer vor den Augen seiner Lebensgefährtin Ilona, die er am 12. Oktober standesamtlich in Heidelberg heiraten wird, mit dem Ungarn Vari Katz und Maus. Zu dominant ist seine Präsenz im Ring, zu hart sind seine Schlagkombinationen, zu effizient sein technisches Vermögen. „Er hat viel mit den Ringseilen gekuschelt“, sagt Slawa Spomer über den Mann, der zu keiner Sekunde eine Herausforderung für ihn bedeutet – ihn aber auch nicht ernsthaft auf den 2. November vorbereitet hat. Dann nämlich soll in Koblenz der erste Titelkampf für die Nummer 147 der Weltrangliste anstehen, der nun in Künzelsau lebt und im März zum zweiten Mal Papa wird.

Trotz seiner Überlegenheit kommt Spomer ins Schwitzen, jagt er den 35-Jährigen doch von einer Ecke in die andere, läuft ihm pausenlos hinterher. „Das ist mir klar gewesen, dass ich das tun muss“, sagt der Heilbronner, der sein Selbstbewusstsein weiter gestärkt sieht, obwohl sein Gegenüber technisch klar unterlegen war. „Ich habe ihn ein bisschen überleben lassen“, meint Slawa Spomer. Schließlich hat er das „phänomenale Gefühl, zu Hause zu boxen“ auf diese Weise noch ein bisschen länger ausgekostet.

 


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