KTV Hohenlohe will sich nach oben schrauben

Turnen  Mit einem neuen Gastturner und drei Youngstern beginnt am Samstag in Öhringen die Drittliga-Saison der Turner.

KTV Hohenlohe will sich nach oben schrauben

Mike Hindermann macht für die KTV Hohenlohe besonders am Reck den Unterschied. Durch die Doppelschraube zählt er aber auch im Sprung zu den Starken im Klassement.

Foto: Schmerbeck

Langsam kribbelt es. "Ich bin schon heiß", sagt Philipp Schmidt, Kapitän der Dritt-Liga-Mannschaft der KTV Hohenlohe. Am Samstag um 17 Uhr startet das Team - wie in den vergangenen Jahren in der Nordstaffel - mit einem Heimwettkampf in Öhringen in die Saison.

Am ersten Wettkampftag mussten die Hohenloher noch zusehen, da der Kampf gegen TZ Bochum-Witten verlegt wurde. Dieser findet nun im Anschluss an die offizielle Saison am 23. November statt. "Das ging nicht anders, da es eine Absprache gibt, dass keine Termine der DTL und des DTB gleichzeitig stattfinden sollen", sagt Schmidt. Also muss während der Weltmeisterschaft eben pausiert werden.

Apropos Weltmeisterschaft: Da sich Marton Földes, der Gastturner der vergangenen Jahre, verletzte, verpflichtete die KTV als Ersatz den Ungarn Soma Csorvasi. Dieser qualifizierte sich nun als Ersatzmann für die WM und bekommt keine Freigabe. "Ich bin dann mal alle Turner durchgegangen, die wir uns in den vergangenen Jahren überlegt haben", sagte Schmidt. Über Umwege kam der Name Yureck van Eeltveld ins Spiel. Über das Internet kam Schmidt an den Kontakt. Jetzt turnt eben ein Belgier, der ähnlich stark wie Csorvasi sein dürfte, für die KTV Hohenlohe.

Philipp Schmidt: Platz drei und besser wäre schon gut

Dazu kommen wie vergangene Saison Mike Hindermann, Jan-Moritz und Silas Bortt, Philipp Schmidt, Julian Eder, Joachim Glock, Michael Hemming, Johannes Gerlach, Mario Müller und Ruben Krause. Neu im Team sind Bastian und Benjamin Hofmann sowie Michael Schmidt, die aus der zweiten Mannschaft hochgezogen wurden. "Wir wollen sie mal Drittligaluft schnuppern lassen", sagt Schmidt. "Wenn es der Wettkampf zulässt." Denn eines ist auch klar, die Hohenloher wollen in dieser Saison keine Punkte verschenken. Nach dem Verletzungspech im vergangenen Jahr wollen sie oben angreifen. "Platz drei und besser wäre schon gut", sagt Schmidt. Ohne Ausfälle sollte dies auch realistisch sein.

Zum Auftakt geht es nun gegen den TSV Grötzingen/Karlsruhe. Deren Ausländer Adam Steele ist ebenfalls im erweiterten WM-Kader - allerdings für Irland. Aber auch die Gäste haben nachverpflichtet. Schmidt kann den Gegner noch schwer einschätzen. "Das ist eine Mannschaft, gegen die wir gewinnen können. Aber nur wenn es gut läuft." Ähnlich sieht er die Prognose für Wettkampf zwei eine Woche später in Hösbach. Zum Saisonauftakt standen sich diese beiden Teams gegenüber. Das Duell entschied Grötzingen/Karlsruhe gegen Hösbach/Großostheim mit 46:36 für sich. Der höchste Sieg am ersten Wettkampftag gelang dem KTT Oberhausen mit 51:27 gegen den TV Isselhorst.

Schwerer Vorab-Vergleich mit Auftaktgegner Grötzingen

"Grötzingen hat zum Auftakt 264 Punkte geturnt, wir in einem Testwettkampf gegen Backnang ohne Gastturner und ohne Mike Hindermann 255. Aber es ist schwer zu vergleichen, weil es nicht das gleiche Kampfgericht war", sagt Schmidt. Zuversicht gibt die Punktzahl trotzdem. Zum zweiten Gegner Hösbach sagt er: "Die haben einen Ausländer, der hat für Russland in der WM-Quali 80 Punkte geturnt und wurde Elfter, das haben in Deutschland nur drei Turner geschafft. Yureck turnt 75, 76 Punkte." Sergey Krivunets war dann am ersten Wettkampftag mit 23 Scorepunkten auch der beste Punktesammler der Liga. Es folgte dahinter die beiden Grötzinger Lazar Bratan (20) und Ricardo Rudy (17).

Das Hohenloher Paradegerät dürfte auch diese Saison der Sprung sein. "Mike und Yureck turnen mit Doppelschraube, da dürfte es wenige anderen Mannschaften geben, die das mit zwei Turnern machen. Wenn ich noch etwas trainiere, bekomme ich die Schraube hin", sagt Schmidt. Die KTV könnte sich also in den vorderen Bereich der 2. Liga schrauben. Ebenfalls durch die beiden Spitzenturner dürfte auch das Pferd ein Punktelieferant sein, am Reck macht Hindermann den Unterschied aus. Ob es wirklich so kommt, zeigt sich am Samstag.

 


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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