Hochsprung-Meeting in Heilbronn verschoben

Leichtathletik  Die Premiere des Hochsprung-Meetings auf dem Heilbronner Marktplatz findet wegen Problemen bei der Terminfindung erst 2021 statt.

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Die Hochsprung-Elite soll sich künftig im Herzen der Innenstadt treffen: Die roten Flächen zeigen die Tribünen, die grüne Fläche die Sprunganlage. Fotomontage: HSt

 

Der Satz kommt gerade heraus: „Wir haben keinen einzigen Termin gefunden, an dem es geht.“ Oliver Blumenstock bringt die Problematik auf den Punkt. Der 50-Jährige ist einer jener sieben Köpfe aus der Leichtathletik-Abteilung der TSG Heilbronn, die sich nach dem 40. und letzten Hochsprung-Meeting in Eberstadt 2018 der Aufgabe verschrieben haben, auf dem Heilbronner Marktplatz einen Hochsprung-Event zu starten. Ende Juli stellen sie ihre Pläne im Rathaus vor – und Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel sichert städtische Unterstützung zu.

OB Mergel steht weiter zu dem Projekt

Fünf Monate später nun haben die Verantwortlichen dem OB und Karin Schüttler, Leiterin des Schul-, Kultur- und Sportamtes mitgeteilt, dass die Premiere auf 2021 verschoben wird. Harry Mergel steht weiter hinter dem Projekt: „Wir freuen uns, dass die Vorbereitungen schon intensiv laufen. Dass sich die Premiere des Meetings nun auf das Jahr 2021 verschieben wird, ist zwar bedauerlich. Die Gründe kann ich aber grundsätzlich nachvollziehen.“ Mehr noch: Mergel hofft nun auf einen guten Termin mit einem überzeugenden Teilnehmerfeld in zwei Jahren, in den Veranstaltungskalender sei es „fest eingeplant“.

Intensiv hat das Septett mit dem erfahrenen Athletenbetreuer Günter Eisinger nach einem geeigneten Wochenende für das Frauen- und Männerspringen auf Weltklasse-Niveau gesucht. Der Wunschtermin am 22./23. August 2020 macht schnell keinen Sinn mehr, da bereits zwei Tage später die Europameisterschaften in Paris beginnen. Dort werden die Besten versuchen, nur zwei Wochen nach dem Saisonhöhepunkt, den Olympischen Spielen in Tokio (24. Juli bis 9. August) ihr Jahr zu krönen.

Große Konkurrenz mit Europameisterschaft

Hochsprung-Meeting in Heilbronn verschoben

O. Blumenstock

Foto: Stefanie Wahl

„Es wäre unmöglich gewesen, ein Weltklassefeld bei den Frauen zu bekommen“, sagt Oliver Blumenstock. Denn von den derzeit elf besten Springerinnen stammen neun aus Europa – eine maximal unglückliche Situation für die Heilbronner.

Hinzu kommt, dass sich selbst der Weltverband IAAF auf seinem Kalenderkongress in Katar schwer getan hat, Termine für die Meetings der finanziell lukrativen Diamond-League-Serie zu finden. Zu eng ist das Zeitfenster zwischen den nationalen Meisterschaften im Juni und Trainingslagern vor den Sommerspielen im Juli. So kommt es, dass selbst das traditionsreiche Meeting im Züricher Letzigrund erst am 11. September stattfindet. „Das zeigt, dass nicht nur wir Terminschwierigkeiten haben“, sagt Oliver Blumenstock. Anders ausgedrückt: Eintages-Veranstaltungen haben es ob der Dichte extrem schwer. Diese Erfahrung hat auch schon das Eberstädter Team um Peter Schramm und Harry Brunnet immer wieder gemacht.

Förderverein gegründet

Die Entscheidung, aus diesem Grunde lieber noch ein Jahr zu warten, treffen die Heilbronner Organisatoren gemeinschaftlich. Sie sind nicht bereit, zu viele Kompromisse einzugehen. Wissend, dass die Veranstaltung kein Abklatsch der qualitativ hochwertigen Springen in Eberstadt sein soll oder gar nur mit einem durchschnittlichen Ergebnis zur einmaligen Angelegenheit mutieren.

TSG-Leichtathleten

Hinter dem siebenköpfigen Meeting-Team der TSG-Leichtathleten stehen Oliver Blumenstock, Rosemarie Just-Espert, Thomas Mohn, Nicole Seethaler-Dent, Andreas Werner, Thomas Ziegler und Jacob Denzel. Sie alle waren zuvor lange in Eberstadt federführend dabei. 

Es ist kein Widerspruch, wenn Oliver Blumenstock sagt: „Eigentlich läuft es gut.“ Der Förderverein mit ihm als Ersten Vorsitzenden steht, derzeit liegen die nötigen Dokumente beim Notar. Ist alles offiziell, heißt das nächste Ziel, die vielen positiven Gespräche mit potenziellen Geldgebern in Sponsorenverträgen zu fixieren. 

„Wir machen im Zeitplan mit Vollgas weiter“, sagt Oliver Blumenstock, um 2021 vorzubereiten. Da steht als Saisonhöhepunkt für die Hochsprung-Elite um Goldgewinner Mutaz Essa Barshim die Weltmeisterschaft vom 6. bis 15. August in Eugene im US-Bundesstaat Oregon an. „Auf ihn setzen wir“, sagt Oliver Blumenstock über den Volkshelden aus Katar. Die Kontakte aus Eberstädter Zeiten, wo einige aus der Crew von Beginn an dabei gewesen sind, sind geblieben. Nicht zuletzt dank der sozialen Medien.


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Stefanie Wahl

Stefanie Wahl

Leiterin der Sportredaktion

Sport bedeutet mehr als Sieg und Niederlage: Seit 2005 leitet Stefanie Wahl das Ressort bei der Stimme. Die ehemalige Leichtathletin beschäftigt sich mit Wintersport und fungiert seit 2007 als Geschäftsführerin der Sporthilfe Unterland e.V.

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