Haller Unicorns holen sich erneut den Südtitel

American Football  Die Footballer aus Schwäbisch Hall sind erneut süddeutscher Meister. An der Spitze zu stehen, ist für die Unicorns nichts Neues. Dennoch sind in dieser Saison manche Dinge anders - manchmal kommt sogar Spannung auf.

Nathaniel Robitaille (mit Ball) ist fleißiger Punktesammler für die Unicorns. Gegen Frankfurt gelangen dem Passempfänger drei Touchdowns. Foto: Manfred Löffler

Dass die American-Football-Szene mal einen anderen süddeutschen Meister erlebt hat, das liegt fast ein Jahrzehnt zurück. 2010 holten sich die Marburg Mercenaries den Titel, seitdem hieß der süddeutsche Champion stets: Schwäbisch Hall Unicorns - so auch in dieser Saison. "Zur Routine wird das aber nie", sagt Unicorns-Pressesprecher Axel Streich lachend. "Jedes Jahr verläuft ein bisschen anders und die Konkurrenz schläft ja auch nicht."

Das bezieht sich heuer vor allem auf den Kontrahenten aus Frankfurt. Gegen die Universe setzten sich die Haller am vergangenen Sonntag mit 42:34 durch. Noch zwei Spiele stehen in der Vorrunde an, vom Spitzenplatz in der Süd-Tabelle (die GFL ist in der Vorrunde in eine Nord- und eine Südhälfte unterteilt) sind die Hohenloher trotzdem nicht mehr zu verdrängen. Dass eine Partie wie die gegen Frankfurt bis zum Schluss spannend verläuft, das ist aufgrund der Haller Dominanz - zumindest in den Vorrundenbegegnungen - selten geworden. 46 Spiele haben die Unicorns nun mehrere Saisons übergreifend in Serie gewonnen: Rekord im deutschen Mannschaftssport. 

Pech bei den Zuschauerzahlen

Die Dominanz, die viel mit der jahrelangen Kontinuität auf Schlüsselpositionen zu tun hat, bringt aber einen negativen Aspekt mit sich. Axel Streich: "Man hört hin und wieder Zuschauerstimmen, die sagen: 'Wir kommen erst wieder zu den Playoffs.'" Da erwartet die Fans mehr Spannung. Dass der diesjährige Zuschauerschnitt im Optima Sportpark unter dem der vorherigen Saison liegt, hängt mit einem weiteren Grund zusammen. Mit einem, für den die Footballer nichts können. "Dieses Jahr hatten wir wetterbedingt viel Pech", sagt Streich. "Unsere ersten vier Heimspiele waren sehr verregnet." 

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Die Football-Enthusiasten müssen sich bis zum Playoff-Start noch gedulden. Am 21. September steht das Viertelfinale an, dann kommt es zu einem Duell mit einem Verein aus dem Norden. Die Teams aus der Nordhälfte sieht Streich im Gesamten als verbessert an. Ab Ende September gilt es also so richtig für die Unicorns, der Süd-Titel stellt nur eine Zwischenstation dar. "Wir hoffen wieder im German Bowl zu stehen", sagt Streich. Das Endspiel um die deutsche Meisterschaft hatten die Hohenloher in den beiden vergangenen Jahren gewonnen. 

 


Tobias Wieland

Onlineredakteur

Tobias Wieland kümmert sich um die onlinespezifische Aufbereitung eigener und fremder Artikel auf Stimme.de. Er erstellt Zeitleisten, Listicles, Grafiken und mehr. 

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