Hängepartie für Waldenburger Volleyballer

Volleyball  Die SG Sportschule hofft auch nach dem Saisonabbruch weiter auf die Aufstiegsmöglichkeit. Von der Bezirksliga in die Landesliga?

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Sebastian Schwiertz bangt noch und hofft auf den Aufstieg.

Foto: Marc Schmerbeck

Am Samstag wäre der letzte Spieltag für den Landesligisten SG Untersteinbach/Öhringen und den Bezirksligisten SG Sportschule Waldenburg auf dem Programm gestanden. Doch der Verband hat den Spielbetrieb schon längst eingestellt und die Saison abgebrochen. Für Untersteinbach/Öhringen bleibt dies ohne größere Konsequenzen. Der Aufsteiger hat eine sehr souveräne Runde gespielt, steht im gesicherten Mittelfeld auf Platz fünf und spielt auch nächste Saison in der Landesliga.

Komplizierte Situation für Waldenburg

Bei den Waldenburgern ist die Situation als Tabellenzweiter etwas komplizierter. Dem Bezirksligisten wurde die Chance genommen, am letzten Spieltag noch den ersten Rang zu erobern, als Zweiter dürften sie normalerweise die Aufstiegsrelegation spielen. Für das Team um Spielertrainer Sebastian Schwiertz heißt es nun abzuwarten, welche Entscheidung der Württembergische Volleyballverband (WLV) treffen wird.

Am 25. März beratschlagen die Verantwortlichen der Landesverbände, bis spätestens 31. März soll dann Klarheit herrschen. In einer Mitteilung heißt es, dass "möglichst einheitliche Regelungen", angestrebt werden, aber die "spezifischen regionalen Rahmenbedingungen berücksichtigt" werden sollen.

Schwiertz hofft nun, dass sich der WLV an den Regularien des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) orientiert. "Es ist ja oft so, dass es übernommen wird", sagt Schwiertz, "Dann könnte es sein, dass wir direkt aufsteigen. Und es wird keinen Meister geben. Es wird interessant, auch wie mit dem Bezirkspokal weiter verfahren wird."

Liga drei und Regionalliga ohne Meister

Denn für die 3. Ligen und die Regionalligen hatte der DVV beschlossen, dass es keinen Meister gibt. Und: Für diejenigen Mannschaften, die zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs als Aufsteiger beziehungsweise Absteiger eindeutig und sportlich nicht mehr änderbar feststehen, gelten die bestehenden Regelungen, das heißt, die steigen auf, beziehungsweise ab. Außerdem gilt der Beschluss, dass Aufstiegsspiele nicht stattfinden. Alle Teams, die auf einem Abstiegsplatz stehen, aber rechnerisch noch den Klassenerhalt hätten schaffen können, dürfen in der Liga bleiben.

Der für die Waldenburger wichtigste Teil, sollte der WLV die Regelungen übernehmen, lautet aber: Mannschaften, die zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs nicht auf einem Aufstiegsplatz sind und rechnerisch eine Platzierung erreichen könnten, die gemäß den festgelegten Regularien zum Aufstieg berechtigen, erhalten das Angebot, zusätzlich in die höhere Spielklasse aufzusteigen. Die SG Sportschule steht einen Punkt hinter Spitzenreiter Ludwigsburg III, hätte damit noch die rechnerische Chance auf Rang eins. Allerdings gibt es eine Einschränkung: Die Staffelgröße von 14 Mannschaften darf nicht überschritten werden. Dies sollte auch kein Problem sein. In der Landesliga spielten diese Saison neun Mannschaften.

Saisonabbruch war die richtige Entscheidung

Am Samstag habe Schwiertz der eine oder andere Spieler geschrieben, wann Treffpunkt zum Spiel sei. "Eine sportliche Entscheidung wäre natürlich besser, aber mit der Regelung könnten wir leben. Bitter wäre es, wenn wir auch nächste Saison in der Bezirksliga spielen müssten. Wir hätten ja noch die Chance gehabt", sagt Schwiertz. Den Saisonabbruch hielt er für richtig, auch wenn er etwas plötzlich kam. "Sicherheit geht vor. Deshalb ist es absolut in Ordnung. Sportlich schade, aber richtig. Schließlich haben wir ja auch direkten Kontakt zum Gegner."

Stand jetzt wird es bei den Waldenburgern wenige Veränderungen in der nächsten Saison geben. Wenn sich kein externer Trainer findet, wird Schwiertz weiterhin als Spielertrainer agieren. "Wenn jemand kommt, würde ich gerne auch noch ein Jahr nur als Spieler spielen", sagt er. "Aber ich denke, das ist sehr unwahrscheinlich."

Die Bezirksliga wurde total unterschätzt

Mit der Saison zeigt sich Schwiertz soweit zufrieden: "Wir hatten Höhen und Tiefen." Etwas ärgern ihn die unnötigen Niederlagen und er gibt zu: "Ich habe die Bezirksliga total unterschätzt. Ich dachte, das wird ein leichter Wiederaufstieg. Aber das Niveau war schon hoch." Dafür sei seine Mannschaft weiter zusammengewachsen. "Das ist eine gute Truppe, es macht Spaß." Für nächste Saison hätte er - unabhängig von der Ligenzugehörigkeit - gerne noch zwei Spieler, um in der Breite besser aufgestellt zu sein. "Ich freue mich jedenfalls schon auf die neue Saison. Wann immer sie auch anfangen wird. Probleme könnte es mit dem Trainingsbetrieb im Sommer geben", sagt Schwiertz. Aber damit haben dann wohl viele zu kämpfen.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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