Erster Heimsieg der NSU-Rugger dank Südamerika-Power

Rugby  Die Neuzugänge aus Argentinien und Uruguay drücken dem Neckarsulmer Spiel beim 20:18 gegen den Heidelberger TV den Stempel auf.

Erster Heimsieg der NSU-Rugger dank Südamerika-Power

Bälle lassen sich auch mit geschlossenen Augen fangen: Torben Böhme (links) von der Neckarsulmer Sport-Union tritt den Beweis an.

Dem Trainer war die Erleichterung am deutlichsten anzumerken. "Das war fast zu viel für mein Herz. Am Ende hatte ich ein bisschen Angst, aber wir haben uns in der Verteidigung durchgebissen", sagte Daniel Ludik. Äußert knapp mit 20:18 (7:13) haben seine Neckarsulmer am Samstag den ersten Heimsieg in der 2. Bundesliga Süd gegen den Heidelberger TV eingefahren. Mit zwei Siegen aus drei Partien steht die Sport-Union wie anvisiert im oberen Tabellendrittel.

"Wir haben uns in der Pause gesagt, dass wir besser sind, und dann haben wir gezeigt, dass wir besser sind", sagte Santiago Schiavini. Der argentinische Neuzugang hatte mit zwei verwandelten Straftritten und zwei erfolgreichen Erhöhungen maßgeblichen Anteil am knappen Erfolg.

Mateo Garcia überzeugt als Innendreiviertel

Der letztlich entscheidende Versuch kurz nach dem Seitenwechsel gelang ebenfalls einem Neuen im Neckarsulmer Trikot: Mateo Garcia. Der Uruguayer überzeugte als Innendreiviertel mit seinen starken Läufen. Bei seinem besten brach er durch die massive Verteidigungslinie der Heidelberger, und im Vollsprint war er dann nicht mehr zu halten. "Ich renne immer, um zu punkten", gab er hinterher zu Protokoll.

Der Start war noch wenig verheißungsvoll. Zwar hatten die Neckarsulmer fast ständig den Ball, fanden aber überhaupt keine Lücken in der starken HTV-Defensive. Ein Umstand, den sich der Trainer selbst ankreidete: "Mein Spielplan über die Außen durchzukommen, war nicht der beste", verriet Ludik. "In der Halbzeit haben wird dann die Taktik gewechselt." Prompt mit Erfolg: Garcia stieß in der Mitte durch und sorgte für die erste Führung.

0:10-Rückstand - das sah nicht gut aus

Erster Heimsieg der NSU-Rugger dank Südamerika-Power

Neuzugang Santiago Schiavini (links) war im Neckarsulmer Spiel auf der Zehnerposition der Dreh- und Angelpunkt.

Fotos: Andreas Veigel

Mit 0:10 hatten die Gastgeber nach einer Viertelstunde zurückgelegen. Die Heidelberger waren zwei Mal in die gegnerische Hälfte gekommen und hatten jeweils gepunktet. Die Neckarsulmer spielten sich dagegen einen Wolf, ohne Zählbares auf die Anzeigetafel zu bringen. In der 21. Minute verpasste Schiavini seinen ersten Straftrittversuch. Es sah nicht gut aus.

Doch in einer anschließenden Drangphase schaffte es Daniel Zamfir, das Ei in der gegnerischen Endzone abzulegen. Schiavini traf die Erhöhung zum 7:10. Doch fast mit dem Pausenpfiff legte der treffsichere Marco Dörzbacher noch einen Straftritt zum 13:7-Halbzeitstand für die Gäste nach.

Santiago Schiavini verwandelt zwei Straftritte zum 20:13

Der Versuch von Garcia markierte dann die Wende in dem gutklassigen Duell auf Augenhöhe. Schiavini ließ zwei Straftritte (46./65.) zum 20:13 folgen. "Leider haben wir in der Folge noch nicht 100 Prozent auf den Punkt gespielt", sagte Garcia. So verkürzte der HTV zehn Minuten vor Schluss auf 17:20, konnte aber selbst in Überzahl nach einer Gelben Karte gegen Slawa Vozyk nicht mehr nachlegen. "Wir wollen den Sieg mehr", war sich Garcia sicher. Der Schlusspfiff war schließlich eine Erlösung. "Mit unsrer Verteidigungsleistung bin ich heute sehr zufrieden. Da haben sich die Fortschritte aus dem Training gezeigt", sagte Ludik.

 

 

Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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