Ellingers Höhenflug

Leichtathletik  Hochspringerin Jara Ellinger von der TSG Heilbronn holt bei der deutschen Meisterschaft in Ulm mit Bestleistung Bronze. Auch sonst können die Athleten aus der Region durchaus zufrieden sein.

Von Peter Schramm
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Ellingers Höhenflug

Dass die Trauben bei den Deutschen Leichtathletik-Jugendmeisterschaften der U 20 und U 18 im Ulmer Donaustadion hoch hängen würden, wussten die regionalen Nachwuchs-Asse schon vorher. Mit einmal Bronze, zwei fünften Rängen und einigen bemerkenswerten Leistungen in den Vorläufen und den Halbfinalläufen konnte man aber durchaus zufrieden sein.

Dass man oft einen langen Atem braucht, um am Ende das einzulösen, was man in sehr jungen Jahren versprochen hat, zeigte die erfolgreichste regionale Athletin Jara Ellinger (TSG 1845 Heilbronn) in den Tagen von Ulm mit dem Gewinn der Bronzemedaille im Hochsprung sehr eindrucksvoll. Vor vier Jahren sprang sie als 14-Jährige 1,73 Meter, leicht, locker und unbekümmert. Sie gewann stets - von der Unterländer Sporthilfe gefördert - viele Titel und Medaillen, auch im Dreisprung. Doch in ihrer Lieblingsdisziplin im Hochsprung wollten neue Bestleistungen einfach nicht kommen.

Das Training brachte nicht den erhofften Erfolg

Im vergangenen Jahr musste sie aus Verletzungsgründen die gesamte Sommersaison passen. Ihre Mutter und Heimtrainerin Claudia Ellinger, früher als Hochspringerin für die Schweiz international im Einsatz, gab sich große Mühe, viel Training am Olympiastützpunkt Stuttgart brachte nicht den erhofften Erfolg.

Ab Oktober 2018 kam der frühere Junioren-EM-Dritte im Hochsprung, Harald Ehlke, ein 2,21-Meter-Springer, als Techniktrainer hinzu. Langsam ging es Schritt für Schritt nach vorne, Jara Ellinger hatte wieder mehr Spaß am Springen, die Ba-Wü-Vizemeisterschaft zwei Wochen vor Ulm und nun Bronze bei den "Deutschen".

Die neue Bestmarke in Ulm von 1,74 Meter übersprang sie auf Anhieb haushoch und scheiterte nur hauchdünn an 1,77 Meter. Bei gleicher Höhe wie die Zweite, ein toller Erfolg für Ellinger, die auch 2020 noch der U 20-Jugendklasse angehört. "Ich habe nicht an eine Medaille geglaubt, aber ich wusste nach knapp gerissenen 1,75 Meter eine Woche zuvor in Bühl, dass ich sehr gut in Form bin", sagte eine glückstrahlende Jara Ellinger.

Schiele und Heinzmann landen auf Rang fünf

Techniktrainer Harald Ehlke hatte schon am Vortag in Ulm angekündigt: "Wenn sie 1,74 Meter im ersten Versuch springt, gewinnt Jara eine Medaille, aber im Hinblick auf 2020 geht die Arbeit jetzt erst richtig los".

Im Kugelstoßen der U20-Jugend bestätigte Katharina Schiele (Unterländer LG/TSV Biberach) ihre konstanten Leistungen der letzten Wochen und sicherte sich mit 14,02 Metern einen beachtlichen fünften Rang. Sie hat sicherlich die Fähigkeiten im Jahr 2020, wenn sie in die U 23-Junioren Klasse aufrückt, die 15 Meter anzugreifen.

Bei Aliena Juliette Heinzmann (TV Eppingen) trat im Dreisprung der U 18-Klasse das ein, was Trainer Peter Bergdolt schon befürchtet hatte. Sie hat zwar ein hohes Niveau, was sie auch im Ulm mit 12,00 Metern bestätigte, aber das durch die Verletzung fehlende Techniktraining spielte beim Kampf um eine Medaille eine entscheidende Rolle. In einem starken Wettkampf wurde die Südmeisterin am Ende sehr gute Fünfte.

Wieland steigert seine Bestleitung

Eine starke Vorstellung zeigte Marian Wieland (Neckarsulmer Sport-Union). Unter 52 Teilnehmern über 200 Meter der U18-Klasse steigerte er als Vierzehnter seine bisherige Bestleistung von 22,62 Sekunden auf 22,40 Sekunden und war damit Dritter seines Jahrgangs 2003 und kann auch 2020 in der U 18-Klasse starten.

Nur um einen Platz verpasste die 4x100-Meter-Staffel des TV Eppingen mit Aliena Juilette Heinzmann, Emma Dörr, Eva Sperling und Clara Antritter mit 48,94 Sekunden das B-Finale der U18-Jugendklasse. Am Tag zuvor hatte Emma Dörr nach 12,39 Sekunden das 100-Meter-Halbfinale erreicht. Paul Stumpf (TV Eppingen) erzielte im Dreisprung der U 18 als Dreizehnter 13,17 Meter.

Ein Virus zur Unzeit

Mit großen Hoffnungen war 100-Meter-Landesmeisterin Sarah Kreiser (TSG Heilbronn) nach Ulm gereist. Nach den Vorleistungen waren für das Sprinttalent die Finalläufe über 100 und 200 Meter möglich. Doch schon am Freitag konnte Trainerin Martina Ehlke nicht fassen, was sie sah. Kreiser zeigte mit 12,38 Sekunden ihre schlechteste 100-Meter-Leistung der Saison. Was war los? Sarah musste sich mehrfach übergeben. Ein Magen-Darm-Infekt hatte sie zum falschen Zeitpunkt erwischt. Die Auflösung am nächsten Tag verhinderte am Nachmittag einen 200-Meter-Start. Athletin und Trainerin waren fassungslos. Aus der Traum vom Heimspiel in Ulm. 

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