Eisbären sollen im Heilbronner EC aufgehen

Eishockey  Aus zwei mach' eins: Die Hochzeit zwischen den Eisbären Heilbronn und dem HEC steht bevor. Ziel ist die Stärkung des Heilbronner Eishockeys, eine Notlage der Eisbären macht einen Zusammenschluss nötig.

Von Stephan Sonntag und Martin Peter

Eisbären sollen im Heilbronner EC aufgehen

Künftig miteinander statt gegeneinander: Im Stadtduell 2014 lieferten sich Alexander Karachun und Eisbär Igor Filobok (re.) einen Schlagabtausch.

Foto: Archiv/Veigel

 

Wächst jetzt wieder zusammen, was ursprünglich mal zusammengehörte? Bei zwei parallelen Informationsveranstaltungen in der Kolbenschmidt-Arena informierten am Mittwochabend die Vorstände der Eisbären Heilbronn und des Heilbronner EC über ihre Zukunftsplanungen für das Heilbronner Eishockey.

Zentraler Punkt war dabei, dass sich die im Jahr 2005 gegründeten Eisbären auflösen und als eigene Abteilung im HEC aufgehen sollen.

Eisbären-Probleme: Keine Jugendmannschaft

Eine reine Liebesheirat ist der Zusammenschluss nicht. Den Eisbären droht ab der kommenden Saison der Verlust der Spiellizenz für die Regionalliga, weil sie keine Jugendmannschaft besitzen. In den vergangenen Jahren hatten die Eisbären immer eine Sondergenehmigung erhalten. "Damit ist jetzt Schluss", sagte Eisbären-Vorsitzender Sven Breiter.

Doch aufgrund der fehlenden Eiszeiten sei es nicht möglich, eine eigene Nachwuchsabteilung zu gründen. Der Zusammenschluss sei daher alternativlos. "Wenn wir das nicht machen, dann wird es Eishockey in Heilbronn in seiner bisherigen Form nicht mehr geben."

"Heirat mit getrennten Konten"

Am Überleben der Eisbären hat auch der HEC großes Interesse. Schließlich ist der Regionalligist ein wichtiger Ankermieter der Eisfläche und damit eine wichtige Einnahmequelle für den HEC. Da die Eisbären als Abteilung mit selbstverwaltetem Budget integriert werden sollen, blieben diese Einnahmen erhalten. "Das ist wie eine Heirat mit getrennten Konten", erklärte der HEC-Vorsitzende Timo Dietz.

Die Eisbären würden ihren Spielbetrieb weiterhin stemmen, aber sich finanziell in die Nachwuchsarbeit einbringen. Nach außen würde sich nur das Logo des EHC ein wenig verändern. Zum Eisbären gesellt sich der HEC-Schlittschuh ins Bild.

Das Regionalligateam soll unter dem Namen HEC Eisbären Heilbronn firmieren. "Die Eisbären sind eine Marke, stehen für soziale Kompetenz und dürfen nicht einfach verschwinden", warb Breiter für die gemeinsamen Pläne. Diese Identifikation solle auch in der neuen Struktur gewahrt bleiben. Auf kritische Anmerkungen einiger EHC-Mitglieder sagte Beisitzer Hagen Merz: "Nur so können wir weiterspielen, ansonsten werden wir eingestampft."

Entwicklungslücke wird geschlossen

Beim HEC gab es keine Kritik an den Plänen. "Das Heilbronner Eishockey tritt künftig einheitlich auf. Das stärkt unsere Position", sagte Dietz. Ein weiterer Vorteil für den HEC: Die bisherige Entwicklungslücke vom Jugendbereich zu den Aktiven wird geschlossen. "Das gibt uns hoffentlich die Möglichkeit, verstärkt ehemalige Spieler wieder in den Verein zu integrieren", erklärte Dietz. Die Gründung einer Alt-Herren-Mannschaft oder zusätzlicher Hobbyteams sei denkbar.

Eine außerordentliche Mitgliederversammlung am 17. März muss die Auflösung der Eisbären zum 30. Juni 2018 und die Integration in den HEC zum 1. Juli 2018 beschließen.