EM als Motivation für das Olympia-Jahr

Schwimmen  Ein siebenköpfiges Team der Neckarsulmer Sport-Union ist bei der Europameisterschaft in Glasgow am Start. Sechs starten für Deutschland, Stevens für Slowenien.

Email
EM als Motivation für das Olympia-Jahr

Für Deutschland am Start (von links): Fynn Minuth, Daniel Pinneker, Henning Mühlleitner, Celine Rieder und Annika Bruhn mit Trainer Hannes Vitense. Foto: Alexander Bertok

Es ist der Lohn für harte Arbeit und macht deutlich, was im Aquatoll-Sportbad geleistet wird. Gleich sieben Vereinsmitglieder der Neckarsulmer Sport-Union starten bei den Kurzbahn-Europameisterschaften, die von Dienstag bis Sonntag im schottischen Glasgow ausgetragen werden.

Annika Bruhn, Franziska Weidner, Celine Rieder, Henning Mühlleitner, Daniel Pinneker und Fynn Minuth schwimmen für das deutsche Nationalteam, Peter Stevens für Slowenien.

Insgesamt haben zehn Asse der NSU-Leistungsgruppe die EM-Norm geknackt, doch Nadine Laemmler und Fabian Schwingenschlögl verzichten krankheitsbedingt, auch der Schweizer Aleksi Schmid hat abgesagt.

Fokus ist voll auf Japan ausgerichtet 

Es soll kein Risiko eingegangen werden, denn "ab Januar beginnt die Qualifikationsphase für Olympia 2020 in Tokio", macht NSU-Trainer Christian Hirschmann deutlich, dass der Fokus voll auf Japan ausgerichtet ist. "Dass sich zehn Mitglieder eines Vereins für eine internationale Meisterschaft qualifiziert haben, ist absolut außergewöhnlich", hebt Hirschmanns Trainer-Kollege Hannes Vitense, der auch dem Stab der Bundestrainer angehört, hervor. "Ich kann mich nicht erinnern, dass es das schon einmal gegeben hat."

Mit Medaillen behangen wie bei der Kurzbahn-DM wird die NSU-Reisegruppe von der EM nicht zurückkehren. "Die EM-Teilnahme soll Motivation für das anstehende Olympia-Jahr sein", sagt Vitense. "Aktuell herrscht im Team eine tolle Stimmung, und es macht Spaß." Für Weidner, Pinneker und Minuth ist es der erste große Wettkampf in der offenen Klasse. Für das Trio gilt laut Vitense primär "maximal motiviert in die Wettkämpfe reinzugehen und Spaß an der Leistung zu haben".

Und für alle Neckarsulmer ist es "eine wichtige Zwischenstation, um zu zeigen, wo man steht". Als sehr aufregend bezeichnet Weidner ihre EM-Premiere. "Ich bin froh, dass ich es geschafft habe und mitschwimmen darf", sagt die 23-Jährige, die über 100 und 200 Meter Lagen sowie 100 Brust startet. Ihr Ziel ist, "schneller zu schwimmen, als bei der Kurzbahn-DM. Ein Halbfinale zu erreichen wäre schön."

Staffeleinsätze sind für die Neckarsulmer nicht geplant

Auch Daniel Pinnker will sich gegenüber der deutschen Meisterschaften nochmals steigern, obwohl er schon da persönliche Bestzeit geschwommen war. "Ich habe mich um acht Zehntelsekunden verbessert", erzählt der 20-Jährige, dessen Hauptaugenmerk auf der 200-Meter-Schmetterling-Distanz am Sonntag liegt. "Eine noch schnellere Zeit wäre cool und sollte dann auch für das Finale reichen."

Staffeleinsätze bei der EM sind für die Neckarsulmer nicht geplant. Und so kann sich Annika Bruhn voll und ganz auf ihre Einzelstrecken über 100 und 200 Meter Freistil konzentrieren. "Sie hat es bei internationalen Meisterschaften noch nie in ein Einzelfinale geschafft, immer nur mit Staffeln", sagt Vitense über die 27-Jährige, die schon bei zwei Olympischen Spielen dabei war. "Für die 200 Meter ist sie als Fünftschnellste gemeldet und auf den 100 Metern als Dreizehnte."

Die 400 und 1500 Meter Freistil stehen im Programm von Henning Mühlleitner. In der selben Stilart schwimmt Celine Rieder die 800 Meter. "Für Henning ist jeweils das Finale möglich, er müsste dazu aber Bestzeit schwimmen. Für Celine heißt das Ziel Finale", sagt Vitense. Das hatte Rieder bereits 2018 bei der EM auf der 50-Meter-Bahn, die ebenfalls in Glasgow stattfand, geschafft. Es reichte zu Platz acht. Und da in Neckarsulm danach weiter hart gearbeitet wurde, sollte der Endlauf erneut möglich sein.

 

Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

Kommentar hinzufügen