EBM-Papst sagt Marathon ab und beendet Hallenmasters

Leichtathletik/Fußball  Der EBM-Papst Marathon wird dieses Jahr ausgesetzt, soll aber 2021 erneut stattfinden. Das Januar-Hallenmasters im Fußball wird in Zukunft nicht mehr stattfinden.

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Virus bringt Jugend-Turnier zu Fall

Die Laufstrecken im Kochertal werden in diesem Jahr leer bleiben. Der EBM-Papst Marathon wurde abgesagt.

Foto: Archiv/Griesinger

Die Entscheidung ist den Verantwortlichen nicht leicht gefallen. Am Ende war sie aber unumgänglich: Der EBM-Papst Marathon in diesem Jahr ist abgesagt. Er soll aber 2021 wieder im Kochertal stattfinden. "Wir glauben einfach nicht, dass so schnell wieder Normalität herrscht", sagt EBM--Papst-Pressesprecher Hauke Hannig, "Wir haben da frühzeitig analysiert und uns Gedanken gemacht. Deshalb kam sehr schnell jetzt die Absage. Die Gesundheit steht an erster Stelle für uns. Wir bedauern auch die Absage des Hallenmasters, führen es aber nicht mehr weiter."

Folgenschwerer ist also die Entscheidung in Sachen Hallenfußball-Turnier: Das zweitägige Hallenmasters mit A-Jugend-Bundesligisten und den besten Teams der Region in der Mulfinger Gerhard-Sturm-Halle wird es damit auch in der Zukunft nicht mehr geben.

"Das war so nicht geplant, es nicht mehr weiterzuführen", sagt Hannig. Aber durch die Coronavirus-Pandemie wurden Denkprozesse angeregt. Dass die Entscheidung spontan ist, zeigt die Tatsache, dass auf der Internetseite des Hallenmasters noch auf die 19. Auflage der Veranstaltung am 9. und 10. Januar des nächsten Jahres hingewiesen wird.

Bekannte Gesichter

Damit ist Hohenlohe um eines seiner attraktivsten Sportevents ärmer. Nur zur Erinnerung: Spieler wie Marc-André ter Stegen, Tony Jantschke, Willi Orban, André Schürrle, Lars Stindl oder Lewis Holtby, sowie Trainer wie Julian Nagelsmann, Tim Walter, Pellegrino Matarazzo oder Christian Streich waren in den 18 Jahren in Mulfingen zu Gast gewesen. Die Gerhard-Sturm-Halle war dabei meist ausverkauft. Das ist jetzt Geschichte. Besondere Zeiten befeuern eben auch besondere Überlegungen und schwere Entscheidungen. 

Aufgeschobenes Jubiläum soll nachgeholt werden

Auf der Marathon-Seite ist hingegen bereits die Absage für dieses Jahr zu lesen. "Die Organisation würde jetzt demnächst losgehen. Deshalb wollten wir rechtzeitig absagen", sagt Hannig. "Beim Marathon versammeln sich Tausende Menschen. Da wollen wir zeigen, dass die Gesundheit im Vordergrund steht. Es ist natürlich besonders schade, weil es der 25. gewesen wäre." Die Jubiläumsfeier soll nun nächstes Jahr nachgeholt werden.

"Es ist ja praktisch die Silberhochzeit", sagt Hannig. "Den Marathon machen wir weiter." Nur dieses Jahr hätte es im Kontext der Corona-Krise eben keinen Sinn gemacht, eine Laufveranstaltung mit Tausenden Teilnehmern und Zuschauern zu planen und zu organisieren. Das Risiko wäre hoch gewesen, dass der ganze Aufwand umsonst sein könnte. "Da die weltweit angespannte Lage aufgrund des Coronavirus noch nicht einschätzen lässt, wann wieder Normalität herrschen wird, entschloss sich der EBM-Papst-Krisenstab dazu, den diesjährigen Marathon ausfallen zu lassen", ist auf der Internetseite zu lesen.

Eine vernünftige Entscheidung. Am 12./13. September wären ansonsten wieder mehr als 3000 Menschen auf den verschiedenen Strecken im Kochertal unterwegs gewesen. "Aber es war schon ein großes Bedauern bei der Absage dabei", sagt Hannig. Doch nicht nur die Sportevents sagte der Ventilatorenhersteller ab. Es wird auf alle Firmenevents verzichtet.

Top-Teams blieben weg

Doch was hat nun zum Aus des Hallenmasters im Januar geführt? Vor einigen Jahren wurde in der Spielerlounge unter der Sitzplatztribüne der Gerhard-Sturm-Halle noch überlegt, ob eine Hallenvergrößerung zu realisieren wäre und Sinn macht. Zur 20. Auflage hätten die Veranstalter gerne nochmal einen ganz großen Namen verpflichtet.

Virus bringt Jugend-Turnier zu Fall

Das EBM-Papst Hallenmasters im Januar findet nicht statt. Das hochklassige internationale Hallenturnier soll es auch zukünftig nicht mehr geben.

Foto: Marc Schmerbeck

Doch jetzt sieht es so aus, als würde es keine 20. Auflage mehr geben. Zum einen kostete die Ausrichtung des Turniers eine Menge Geld. Dies wurde aber als Marketing in der Region angesehen. In den vergangenen drei, vier Jahren wurde es nun immer schwieriger, Traditionsclubs nach Hohenlohe zu locken. Zum einen weil Hallenfußball keine allzu große Rolle bei den Vereinen spielt. Zum anderen weil das Pausen-Zeitfenster im Winter auch für die Nachwuchskicker immer kürzer wird. So kostete es von Jahr zu Jahr mehr Energie, ein starkes Teilnehmerfeld mit attraktiven Namen zusammenzubekommen. Zuletzt wurde es zu einem internationalen Turnier. "Das Thema Halle war für viele Mannschaften schwierig. So haben wir entschieden, es nicht mehr weiter durchzuführen", sagt Hannig.

Damit ist Hohenlohe um eines seiner attraktivsten Sportevents ärmer. Nur zur Erinnerung: Spieler wie Marc-André ter Stegen, Tony Jantschke, Willi Orban, André Schürrle, Lars Stindl oder Lewis Holtby, sowie Trainer wie Julian Nagelsmann, Tim Walter, Pellegrino Matarazzo oder Christian Streich waren in den 18 Jahren in Mulfingen zu Gast gewesen. Die Gerhard-Sturm-Halle war dabei meist ausverkauft. Das ist jetzt Geschichte. Besondere Zeiten befeuern eben auch besondere Überlegungen und schwere Entscheidungen.

 

Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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