Diese Sportler aus der Region sollen bei Olympia in Paris antreten

Region/Paris  Das ist das Perspektivteam für Olympia 2024 in Paris: Neun Sportlerinnen und Sportler aus der Region Heilbronn-Hohenlohe werden von der Sporthilfe Unterland besonders gefördert. Wir stellen die Asse vor.

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Das Wort „Tokio“ elektrisiert die besten Sportler Deutschlands – in neun Monaten finden in Japan die Olympischen Spiele statt. In der Region wird vier Jahre weiter gedacht. Am Freitagabend ist in der Aula des Bildungscampus Heilbronn das Perspektivteam für Olympia 2024 vorgestellt worden: Neun Sportlerinnen und Sportler aus der Region Heilbronn-Hohenlohe werden besonders gefördert, sind auf dem Weg nach Paris.

„Herzlichen Glückwunsch der Sporthilfe Unterland zu dieser neuen Initiative“, sagte Thomas Bach bei der glamourösen Veranstaltung mit 120 Gästen. Der Präsident des Olympischen Komitees (IOC) aus Tauberbischofsheim schickte eine Videobotschaft ins Unterland und rief den Hoffnungsträgern auf ihrem Weg zu: „Natürlich hoffe ich, möglichst viele von euch in Paris zu sehen, dafür drücke ich ganz fest die Daumen. Alles Gute, au revoir à Paris.“

 

Welche Kriterien die Asse aus der Region erfüllen

Auf ein Wiedersehen in Paris, das sind die Hoffnungsträger, die Allerbesten der derzeit etwa 150 von der Sporthilfe Unterland Heilbronn-Hohenlohe geförderten Asse: Selina Kalmbach, Sarah Wachter (beide Handball), Jasmin Jakob (Ringen), Celine Rieder, Henning Mühlleitner (beide Schwimmen), Milan Hosseini, Daniel Wörz (beide Turnen), Julika Funke und Lisa Gette (beide Fechten). Die drei Kriterien, die sie allesamt erfüllen: Sie starten für einen Verein aus der Region, sie haben eine Olympia-Perspektive und sind in ihrer Altersklasse im höchsten Kader des Spitzenverbandes.

Hinter den hoffnungsvollen Neun stehen spendable Elf: Erfolg hat seinen Preis. Sieben Premium-Partner und vier weitere wichtige Partner verleihen den olympischen Träumen Flügel: die Schwarz-Gruppe, die Hertner GmbH, die Kreissparkasse (KSK) Heilbronn, die Dr. Hörtkorn-Versicherungsgruppe, die Firma Schunk, Intersport, das Medienunternehmen Heilbronner Stimme sowie Palmbräu, Würth, Audi und Müller & Bucher. Insgesamt kann die Sporthilfe Unterland dieses Jahr über 250.000 Euro verfügen – eine stolze Summe.

 

 

So wird der Sport in Heilbronn und Hohenlohe gefördert

1985 hat alles angefangen, wurde die Sporthilfe von Lothar F. Strobl aus der Taufe gehoben. Der ehemalige Stimme-Sportchef war am Freitagabend dabei, als Moderator Uwe Ralf Heer sagte: „Diese Olympia-Kickoff-Veranstaltung ist wahrhaft ein historischer Tag.“ Der stellvertretende Vorsitzende der Sporthilfe hob die Rolle von seinem Chef Richard Lohmiller hervor, der seit Mai 2018 Erster Vorsitzender ist: „Er hat die Sporthilfe auf ein Level gehoben, das wir vorher nicht hatten.“ Der 60-jährige ehemalige Deutschland-Vorstand von Kaufland habe die Sponsoringsumme verdreifacht. Das ist ein Wort. Die ehemalige Ruderin Carina Bär, die erste und bisher einzige Olympiasiegerin aus der Region, sagt dazu: „Dass der Sport hier noch besser gefördert wird, ist eine Entwicklung zum Besseren.“

Alle neun Asse waren in der Neckarsulmer Aula dabei, gewährten Einblicke in ihre Sportarten – wobei Lisa Gette bei einer Fecht-Einlage stürzte und sich eine Muskelverletzung zuzog. Hinfallen gehört leider dazu auf dem Weg nach Paris – oder Tokio. „Wenn’s nächstes Jahr schon zu Olympia reicht, wäre es klasse“, sagte Celine Rieder. „Sonst halt vier Jahre später in Paris!“

Paris und Tokio: Wer ist wo dabei?

Stefanie Wahl, Sporthilfe-Geschäftsführerin, und Marco Haaf, der Leiter des Perspektivteams, waren wochenlang in Gesprächen mit Athleten, Trainern und Vereinen. Stets habe es den Wo-kommt-der-Haken-Moment gegeben, erzählte Stefanie Wahl. Einen Haken? Gibt es nicht. Jeder bekommt ein individuelles Paket geschnürt, je nach Bedarf. Bestandteil sei bei jeder Athletenvereinbarung, so Marco Haaf, selbstverständlich eine Antidopingklausel – sauber.

Bei Boeuf Bourguignon auf Scharlotten-Kartoffelpüree und Schwarzbrotcroutons, zubereitet vom Fleiner Spitzenkoch Felix Schick („Wo der Hahn kräht“), wurde anschließend gefachsimpelt: Wer von den neun Athleten tatsächlich in Paris 2024 dabei sein wird? „Wenn es die Hälfte schafft, wäre es toll“, sagte Marco Haaf. Und wer wird bereits 2020 in Tokio dabei sein? Die Zeit wird die Antwort bringen – und harte Trainingsarbeit.

 


Lars Müller-Appenzeller

Lars Müller-Appenzeller

Stv. Leiter Sportredaktion

Fußball, Tennis, Ski alpin: Sport bewegt - Tag für Tag auch Lars Müller-Appenzeller. Der Mann vom Bodensee ist seit dem Sommermärchen 2006 für die Heilbronner Stimme sportlich unterwegs.

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