Die Sieger: Der kreative Taktiker, die Leaderin und eine Rekord-Staffel

Region  Henning Mühlleitner, Annika Bruhn und Fabian Schwingenschlögl sind Olympia-Kandidaten, Daniel Pinneker und Marlene Hüther auf dem besten Weg.

Von Alexander Bertok
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Sie bringen Bewegung in die Schwimmszene − und das nicht nur auf die Region begrenzt (von links): Henning Mühlleitner, Annika Bruhn, Marlene Hüther, Daniel Pinneker und Fabian Schwingenschlögl von der Neckarsulmer Sport-Union. Foto: Alexander Bertok

 

Die Neckarsulmer Sport-Union hat sich zu einer Top-Adresse in Deutschland entwickelt. Die Asse von einst, wie Andreas Behrend und Petra Fritsche, haben ihre sportliche Erben. Die nächste Generation heißt Annika Bruhn und Henning Mühlleitner. Auch Fabian Schwingenschlögl zählt dazu, ebenso Marlene Hüther und Daniel Pinneker. Dies sind nur fünf von etlichen NSU-Mitgliedern, die medaillenträchtige Zeiten versprechen.

Henning Mühlleitner: Der Student für Wirtschaftsinformatik in Heilbronn gilt als Olympia-Hoffnung, spätestens für die Spiele 2024 in Paris. Geboren in Emmendingen, führte der Weg des 21-Jährigen über die SVG Schwäbisch Gmünd und den Stützpunkt Saarbrücken im Sommer 2017 ins Unterland. Mühlleitner ist im Wasser ein Taktiker, gilt als quirliges und kreatives Kerlchen, immer gut für einen lockeren Spruch und verrückte Ideen. Bei der Kurzbahn-DM 2017 schwamm der Freistil-Spezialist für die NSU über 400 Meter zu Gold, die 1500 Meter beendete er als Dritter. 2018 gab es bei den nationalen Titelkämpfen auf der 50-Meter-Bahn Bronze (400 m) sowie Gold (4 x 200 m Freistil). Bei der EM in Schottland gehörte der 193 Zentimeter große Athlet zum deutschen EM-Mixed-Goldteam (4 x 200m Freistil), jubelte zudem über Einzelbronze auf der 400-Meter-Strecke. Seit September plagt sich Mühlleitner mit Verletzungen (Meniskus-Operation) und Krankheiten herum, ist aber seit zwei Wochen wieder im Training.

 

Annika Bruhn: Die 26-Jährige ist die Erfahrenste der Leistungsgruppe, sorgt als Leaderin für Gelassenheit und gute Stimmung. Schwimmen liegt in der Familie, Onkel Jürgen Bruhn war 1979 und 1980 deutscher Meister über 200 Meter Brust. Annika Bruhn hat bei nationalen Meisterschaften neun Titel gewonnen, zwei für die Sport-Union.

Über die Vereine SG Neckar-Enz und SV Bietigheim sowie den Olympia-Stützpunkt-Saarbrücken fand die gebürtige Karlsruherin Anfang 2018 den Weg ins Aquatoll und blickt mit der NSU auf ihr sportlich erfolgreichstes Jahr zurück. Sie dekorierte sich mit DM-Gold über die Freistilstrecken 100 und 200 Meter und führte als Schluss-Schwimmerin die 4x100-Meter-Mixed-Lagen-Staffel mit deutschem Vereinsrekord zum Titel. Zudem gab es zwei Mal Frauen-Staffelsilber (4x200 m Freistil, 4x100 m Lagen). Höhepunkt war die EM in Schottland, neben Mühlleitner gehörte auch Bruhn zur Gold-Staffel. Mit dem Frauenteam reichte es zu Bronze. Trainer Christian Hirschmann bezeichnete sie aufgrund ihrer sieben EM-Teamstarts anerkennend als "Staffelmonster". Im Dezember startete sie bei der Kurzbahn-WM in China. 2019 liegt der Fokus der Studentin (Sport- und Gesundheitsmanagement) auf der WM-Qualifikation, 2020 heißt das große Ziel Olympische Spiele in Tokio.

 

DM-Quartett: Neben Bruhn gehören Marlene Hüther, Daniel Pinneker und Fabian Schwingenschlögl zur Mixed-Staffel (4 x 100 m Lagen), die im Juli den Vereinsrekord des SC Wiesbaden um mehr als drei Sekunden unterbot. Hüther lebt mit Bruhn in einer WG und gewann im Dezember auf der Kurzbahn im Mixed-Team mit Nadine Laemmler, Felix Ziemann und Aleksi Schmid auch DM-Gold über 4?x?50 Meter Lagen. Die 20-Jährige schwimmt seit einem Jahr für die NSU, trainierte zuvor in Saarbrücken. Die BWL-Studentin hat ihre Ziele fest im Blick, untermauert dies mit 110-prozentigem Einsatz.

EM-Bronze-Gewinner (4 x 100 m Lagen Männer) Fabian Schwingenschlögl lebt in Neckarsulm mit Freundin und Teamkameradin Nadine Laemmler. Der 27-jährige Fertigungsplaner bei Kaco New Energie ist national schnellster Brustschwimmer über 50 Meter auf der 25-Meter-Strecke, verbesserte seinen Rekord im Dezember bei der Kurzbahn-WM zum vierten Mal. Schwingenschlögl wechselte im August 2017 aus Nürnberg zur NSU, ist im Team eine Führungsfigur und sehr strukturiert mit maximaler Zielstrebigkeit. Olympia 2020 in Tokio ist das klare Ziel, darauf ist alles ausgerichtet.

Daniel Pinneker befindet sich wie Hüther sportlich in einer Zwischenphase. Den Junioren entwachsen, gilt es nun, sich bei den Aktiven zu beweisen. Pinneker − in der Schwimm-WG Hirschmann der Gute-Laune-Typ − ist abgezockt, immer für eine Überraschung gut. Den Azubi (Bürokaufmann E-Commerce), der im Januar 2016 nach Neckarsulm wechselte, zeichnet die Mentalität aus, jederzeit über sich hinauswachsen zu können. Neben Mixed-Staffel-Gold gewann der 20-Jährige mit Mühlleitner, Clemens Rapp und Schmid auch den DM-Titel über 4 x 200 Meter Freistil.

 

Die Gewinner

Frauen

  1. Annika Bruhn, Schwimmen

  2. Selina Kalmbach, Handball

  3. Isabel Leibfried, Leichtathletik

  4. Amelie Kühne, Klettern

  5. Carina Bär, Rudern

  6. Katharina Rumpus, Inline-Speedskating

  7. Celine Rieder, Schwimmen

  8. Katharina Wolff, Triathlon

  9. Lena Mayer, Karate

  10. Eleonora Tissen, Rollkunstlaufen

 

Männer 

  1. Henning Mühlleitner, Schwimmen

  2. Daniel Wörz, Turnen

  3. Eduard Popp, Ringen

  4. Jörg Bertsch, Inline-Alpin

  5. Felix Landes, Kanu

  6. Felix Mairhofer, Leichtathletik

  7. Markus Pommer, Motorsport

  8. Slawa Spomer, Boxen

  9. Edwin Baitinger, Karate

  10. Richard Wienold, Snooker

 

Mannschaft

  1. Neckarsulmer Sport-Union, Schwimmen (4x100 Meter Mixed)

  2. Red Devils Heilbronn, Ringen (Männer)

  3. TSB Horkheim, Handball (Männer)

  4. VfB Eppingen, Futsal (A-Junioren)

  5. SG Schozach/Bottwartal, Handball (Frauen)

  6. Neckarsulmer Sport-Union, Tischtennis (Frauen)

  7. RV Nordheim, Voltigieren (Juniorinnen)

  8. TSG Heilbronn, Snooker (Männer)

  9. Neckarsulmer Sport-Union, Tischtennis (Männer)

  10. SV Leingarten, Tennis (Männer)

 

 

 

 


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