Der Aufsteiger Untersteinbach/Öhringen rockt die Hinrunde

Volleyball  Trotz dünnem Kader geht die SG als Landesliga-Dritte in die Weihnachtspause. Das erfolgreiche Team spielt schon seit elf Jahren zusammen.

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Der Aufsteiger Untersteinbach/Öhringen rockt die Hinrunde

Spielertrainer Konstantin Schneider (links) und sein Team im Spiel gegen SV Remshalden. Die meisten der SG spielen seit elf Jahren zusammen.

Foto: Kurt Gesper

Die Hinrunde hat der Landesliga-Aufsteiger SG Untersteinbach/Öhringen souverän, fast schon locker, gemeistert. Bei ihrem Doppel-Heimspieltag am Samstag holten die Volleyballer sich zwei verdiente 3:0-Erfolge, erst gegen den SV Remshalden (25:21 25:14 25:20) und dann gegen den TSV Ellwangen (28:26 25:8 25:21).

Damit sind die sieben Männer weiter aufgerückt und können als Tabellendritte hinter dem Hohenloher SSV Geißelhardt und dem Spitzenreiter, TSV Schmiden, die wettkampffreie Zeit zwischen den Jahren genießen.

Erfolgreichstes Volleyball-Team in Öhringen und Untersteinbach bisher

"Es läuft diese Saison besser als erwartet", sagte Spielertrainer Konstantin Schneider in der Pause zwischen den zwei Spielen. "Viel viel besser als erwartet", fügte Willi Böhringer, Abteilungsleiter des TSV Untersteinbach, hinzu. Und Matthias Simmet, der Volleyball-Leiter der TSG Öhringen, sagte: "So eine erfolgreiche Volleyball-Mannschaft gab es hier noch nie."

Der Klassenerhalt ist das Hauptziel des Teams für diese Saison, bisher läuft es so gut, dass gar das Wort "Oberliga" in manchen Gesprächen fiel. Mit dem ersten Match gegen das Team aus dem Rems-Murr-Kreis war Schneider aber nicht ganz zufrieden: "Auf der Annahme baut alles auf, und da hapert es bei uns noch", sagte der 30-Jährige aus Bretzfeld. Nach dem zweiten Spiel war Schneider, der als Bauleiter arbeitet, positiver gestimmt: "Únsere Annahmen liefen jetzt ein bisschen besser."

Zusammenhalt seit der Jugend

Schneider fing vor elf Jahren mit dem Volleyball an und startete zeitgleich auch als Trainer der U16-Mannschaft. Seither sind sie stets aufgestiegen: B-Klasse, A-Klasse, Bezirksliga. Dann, vor zwei Jahren, ein kurzer Ausflug in die Landesliga, zurück in die Bezirksliga und jetzt halten sie sich konstant und stark in der überregionalen Spielklasse.

"Konstantin Schneider hat das Team hochgeführt", sagte Abteilungsleiter Böhringer. "Die Jungs kamen mit zwei Mal Training gar nicht auf die Idee, in der kritischen Zeit, im Alter von 16, 17 Jahren etwas anderes zu machen. Als Jugendliche gehen viele Mannschaften auseinander, nicht so Schneiders Team." Sieben Saisons spielen sie schon zusammen, seit ihrer Jugend. Auch wenn der Kader seit vielen Jahren schon sehr dünn ist. "Noch nie haben wir seither ein Spiel abgesagt", sagte Schneider.

Maultaschen und Grillen in Untersteinbach

Er und sein Teamkollege Samuel Böhringer stärkten sich in der Pause für das nächste Spiel mit ihrem selbstgemachten Proviant, von dem auch genug für die Zuschauer da war: Butterbrezeln und belegte Brötchen. "Wenn wir in Untersteinbach spielen, gibt es Maultaschen und Saitenwürstle", sagte Samuel Böhringer, der als Wirtschaftsinformatiker arbeitet und in dem kleinen Ort lebt.

Dort sei auch das Ambiente zum Feiern. Als sie sich im Hohenlohe-Derby gegen Geißelhardt geschlagen geben mussten, - insgesamt verlor die SG bei acht Hinrundenspielen zweimal -, grillten sie dort danach zusammen, Gastgeber, Gegner und Zuschauer. "Bei uns ist immer offene Tür", sagte Schneider.

Die Volleyballer sind voll und ganz eine Spielgemeinschaft: Sie trainieren zweimal die Woche, einmal in der Sporthalle Steinbacher Tal in Pfedelbach-Untersteinbach und einmal in der Auhalle in Öhringen, auch die Landesliga-Heimspiele finden in beiden Orten statt.

Stimmen der Fans

Die Reihen in der Hohenlohe-Halle waren an diesem Abend licht, doch die rund 50 Zuschauer feuerten die Sportler lautstark an. "Ein Meter, zwei Meter, hundert Meter Aus!" riefen sie. Darunter waren Spielerinnen der Untersteinbacher U-18-Volleyball-Mannschaft. "Der erste Satz im zweiten Spiel war holprig, spannend", beobachtete die 17-jährige Yara Allweyer. "Dann haben sie geliefert."

Auch der 83-jährige Franz Schattmann, Ehrenvorsitzender des TSV Untersteinbach, war von den Leistungen der Volleyballer in der Landesliga begeistert. Das Team hat einst in dem Örtchen mit dem dynamischen Hallensport begonnen. "Bei 1300 Einwohnern hat der TSV über 500 Mitglieder", sagte Schattmann und fügte schwärmend hinzu: "Ein so lebendiger Verein macht das Leben auf dem Land so lebenswert."

Die Herausforderung der SG Untersteinbach/Öhringen ist dann aber doch der dünn besetzte Nachwuchs. "Wir brauchen mehr Spieler, mehr Zuschauer", stellte Konstantin Schneider klar.

Nächstes Spiel in Untersteinbach, letztes Spiel der Landesliga in Öhringen

Nach der kurzen Winterpause geht es im neuen Jahr für den Landesligisten am Samstag, 18. Januar, in einem weiterem Heimspiel mit der Rückrunde los. In der Untersteinbacher Sporthalle trifft die SG um 17 Uhr auf den Tabellenletzten Botnang. Danach kämpft Untersteinbach/Öhringen gegen den Tabellensechsten Esslingen. Das letzte Spiel findet am 21. März gegen Schmieden in Öhringen statt.


Bigna Fink

Bigna Fink

Volontärin

Bigna Fink ist seit Februar 2019 Volontärin bei der Heilbronner Stimme.

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