Den Faustkampf salonfähig machen

Boxen  Der SV Heilbronn am Leinbach will mit der Veranstaltung "Kultur im Ring" neue Zuschauerschichten erreichen. Dafür hat der Boxverein ein prominentes Zugpferd gefunden.

Von Stephan Sonntag
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Den Faustkampf salonfähig machen

Die Macher und Sportler (von links): Mehmet Ser, Ahmet Ser, Hakan Tosun, Slawa Spomer, Alexander Seel und Marketingbeauftragter Ralf Scherlinzky. Vorne die Nachwuchsboxer Anton Bukmeer und Artur Warmbolt.

Foto: Stephan Sonntag

Das Klischee der Halbwelt, die sich um die Boxringe der Republik versammelt, hat selbst Gentleman Henry Maske mit seinen Hochglanzauftritten in den 90er Jahren nur kurz aufheben können. Zu archaisch, zu brutal, zu blutig - nichts für das kulturbeflissene Theater- oder Konzertpublikum. "Unser Ziel ist es, genau bei dieser Zielgruppe Interesse zu wecken, indem wir beide Elemente an einem Abend vereinen", sagt Alexander Seel.

Der Box-Cheftrainer beim SV Heilbronn am Leinbach ist einer der Organisatoren von "Kultur im Ring". Am 21. September wird die Boxgala in der Römerhalle ihre Premiere feiern. "Wir hoffen auf rund 1000 Zuschauer", sagt Seel.

Tolle Gelegenheit, sich vor eigenen Publikum zu zeigen

16 Boxkämpfe sind für den Abend geplant, dazu ein Vorprogramm mit den eigenen Nachwuchssportlern. "Klar, freue ich mich darauf", sagt der zwölfjährige Anton Bukmeer, der in seinen jungen Jahren schon 17 Mal im Ring stand. "Nervös werde ich nicht sein, aber ich will unbedingt gewinnen", sagte sein gleichaltriger Vereinskollege Artur Warmbolt. "Wir sind mit unseren Jungs viel unterwegs. Das ist jetzt die tolle Gelegenheit, sich mal vor dem eigenen Publikum zu präsentieren. Eine bessere Plattform kann es nicht geben", ist Seel überzeugt.

Als Zugpferd auf der sportlichen Seite dient ihm sein langjähriger Schützling Slawa Spomer. Der 26-Jährige wird in der Römerhalle seinen achten Profikampf bestreiten. "Das ist eine große Sache für mich. Ich will mich auf der Rangliste weiter nach oben arbeiten", sagt der gebürtige Heilbronner. "Dass in der Region großes Potenzial für solche Events vorhanden ist, beweist ja die immer gut besuchte Fight Arena in der Kolbenschmidt-Arena", ergänzt der bisher ungeschlagene Mittelgewichtler. Erstmals ist sein Kampf über zehn Runden angesetzt. "Für die Vorbereitung ändert das nichts, aber die Ring-Strategie wird dadurch eine andere", erklärt Spomer.

Bei der Auswahl der Boxer wird auf Qualität gesetzt

Auf dem Sprung zum Profi befindet sich ein aktueller Schützling Seels. Hakan Tosun wird im kommenden Jahr in den Profizirkus wechseln. Der 25-jährige Audi-Mitarbeiter hat über das Thaiboxen zur olympischen Disziplin gefunden. "Ich trainiere immer vor und nach meinen Schichten. Mir war es einfach wichtig, eine gute berufliche Grundlage zu besitzen, bevor ich in den Profibereich wechsle", sagt der Weltergewichtler.

Bei der Auswahl der Boxer setzt Seel auf Qualität. "Die Besten aus Baden-Württemberg werden an diesem Abend in den Ring steigen." Und die Gegner? "Das wird eine Art Länderkampf mit der Ukraine. Dort wird gerade ein Team zusammengestellt", verrät Seel. Bleibt nur noch die Frage, wer den kulturellen Sektor prägen wird? Der Heilbronner Comedian Sascha Straub wird die Gala moderieren und damit per se schon für Unterhaltung sorgen. Der frühere DSDS-Finalist Armando Sarowny wird für die Livemusik sorgen.


Weitere Infos

www.kultur-im-ring.de


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