Bei "Kultur im Ring" wartet auf Slawa Spomer die Reifeprüfung

Boxen  Slawa Spomer bestreitet bei "Kultur im Ring" den Hauptkampf, der erstmals für den Profiboxer über zehn Runden angesetzt ist. Das Event findet am Samstagabend in der Römerhalle statt, die Veranstalter hoffen auf ein volles Haus.

Slawa Spomers Reifeprüfung

Das sieht gut aus für Slawa Spomer (links), doch in diesem Kampf musste er auf die Bretter: Das Duell mit Rafael Chiruta war lehrreich.

Foto: Archiv/Schmerbeck

Heilbronn ist ein gutes Pflaster: Hier ist Slawa Spomer geboren, als Boxer beim SV Heilbronn am Leinbach groß geworden. Hier hat er sein Profidebüt bestritten und im siebten Profikampf am 11. Mai eine wertvolle Erfahrung gemacht - die dem 26-jährigen Mittelgewichtler in der Nacht von Samstag auf Sonntag helfen wird.

Der dritte Heimauftritt von Slawa Spomer - diesmal steigt er nicht wie bisher in der Kolbenschmidt-Arena, sondern in der Römerhalle in den Ring - ist die Reifeprüfung: "Ich versuche diesmal etwas vorsichtiger zu sein, nicht so naiv", sagt der Familienvater.

Sieben Profikämpfe hat Slawa Spomer bisher bestritten, alle sieben glorreich gewonnen. Wobei: Im letzten Auftritt gegen den Spanier Rafael Chiruta hatte er im Mai gewackelt, musste auf die Bretter. Eine lehrreiche Unachtsamkeit, die sein Manager, Thomas Holefeld aus Koblenz, so kommentiert: "Slawas Unachtsamkeit war ein großes Thema: Die letzten etwa fünf Sekunden einer Runde dreht er sich immer ab, als ob der Gong schon da gewesen wäre. Das mussten wir ihm austreiben."

Chirutas gewaltige Wirkungstreffer

Der Schützling ist sich absolut sicher, dass dieses Fehlerbild, das Chiruta für einen gewaltigen Wirkungstreffer genutzt hatte, künftig nicht mehr zu sehen sein wird: "Ich werde die vollen drei Minuten konzentriert sein." Die Schwierigkeit: Der Kampf gegen den 35-jährigen Ungarn Gergo Vari dauert diesmal (theoretisch) zweimal drei Minuten länger, ist auf maximal zehn und nicht wie zuletzt auf acht Runden angesetzt.

Eine Runde mehr sei schon ein gewaltiger Unterschied, sagt Slawa Spomer: "Ich muss mir die Kräfte gut bis sehr gut einteilen." Und natürlich will und muss er gewinnen. Denn dieser Kampf ist die Hausaufgabe, um am 2. November in Koblenz wie geplant um einen Titel kämpfen zu können. "Ich bin immer noch in Verhandlungen. Jetzt muss er aber erst einmal in Heilbronn einen Sieg machen", sagt Thomas Holefeld.

Promoter Thomas Holefeld ist gespannt

Der Promoter ist gespannt. Es sei der erste Kampf, auf den sich Spomer völlig losgelöst von seiner mittlerweile abgeschlossenen Ausbildung als Personaldienstleister vorbereiten konnte - zwei Wochen war er bei Agon-Sports in Berlin mit fünf Sparringspartnern zugange. "Jetzt hat er die Zeit, Erfahrungen zu sammeln. Wir wollen mal sehen, was bei der Umsetzung nun kommt. Schön, dass der Kampf zu Hause stattfindet: Da kann Slawa zeigen, was er drauf hat." Ist die Zeit reif?

Apropos Zeit: "Kampfbeginn 24 Uhr ist ungewöhnlich spät für mich", sagt Slawa Spomer, "aber das ist eine Sache der Einstellung." Schließlich will der nach Künzelsau umgezogene Profiboxer auch weiterhin gerne Hauptkämpfe bestreiten - und die finden naturgemäß zu später Stunde statt. Organisator Alexander Seel, der Spomer viele Jahre trainiert hat, hofft auf eine volle Römerhalle, "auf rund 1000 Zuschauer" - etwa 500 Karten seien im Vorverkauf abgesetzt worden, sagt Mitorganisator Ralf Scherlinzky.

Hochzeit am 12. Oktober in Heidelberg

Wichtigste Unterstützerin im Publikum ist Slawa Spomers Verlobte Ilona. Mit ihr hat er den nächsten wichtigen Termin, am 12. Oktober - und nicht etwa am 2. November: Hochzeit auf dem Standesamt in Heidelberg - und nicht etwa in Heilbronn.

 


Lars Müller-Appenzeller

Lars Müller-Appenzeller

Stv. Leiter Sportredaktion

Fußball, Tennis, Ski alpin: Sport bewegt - Tag für Tag auch Lars Müller-Appenzeller. Der Mann vom Bodensee ist seit dem Sommermärchen 2006 für die Heilbronner Stimme sportlich unterwegs.

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