Bad Rappenauer Frisbee-Sportler auf ganz neuen Pfaden

Frisbee  Die Bad Chicks und Bad Raps starten am Wochenende in ein neues Abenteuer. Die Männer sind nach ihrem Abstieg in die zweite Liga verjüngt worden und die Frauen stürzen sich in die erste Liga.

Von Martin Peter
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Voller Einsatz: Mit den Bad Chicks schaffte Isabell Wolf (rechts) im Herbst etwas überraschend den Aufstieg in die Bundesliga.

Foto: Archiv/Krüger

Mit der neuen Saison beginnt für die Frisbee-Spieler aus Bad Rappenau ein neues Zeitalter: Sowohl das Frauenteam der Bad Chicks als auch die männlichen Bad Raps betreten am Wochenende im heimischen Waldstadion Neuland. Während die Männer nach ihrem Abstieg in der zweiten Liga stark verjüngt einen Neuanfang starten, stürzen sich die Frauen in das Abenteuer erste Liga. Die Vorfreude ist groß vor dem ersten von zwei Turnier-Wochenenden. Die Spannung auch.

Bei den Männern hat im vergangenen Jahr gar nichts zusammengepasst: Sie stiegen am Ende der Saison überraschend aus der ersten Liga ab, treten nun im Unterhaus an. "Das war ein Scheißjahr, es lief von hinten bis vorne nichts", sagt Jonas Watzl, der das Team zusammen mit Jonathan Schall und Christian Hocher trainiert. Das Schlimmste: Den Bad Raps ist dabei der Spaß abhandengekommen. "Darunter hat das ganze Team gelitten."

Neuanfang für die Männer

Der Schritt zurück bedeutet für die junge Mannschaft nun auch einen Neuanfang, alles wieder auf null zu stellen. "Es ist für uns die Chance, junge Spieler mit ins Boot zu nehmen", sagt der 20-jährige Watzl. Das haben die Bad Raps getan, auf ihren guten Nachwuchs zurückgegriffen und ein Team mit Perspektive gebildet, zu dem noch immer einer Reihe Nationalspieler gehören.

Die ganz großen sportlichen Ziele verfolgen die Kraichgauer deswegen aber noch nicht. "Wir haben jedenfalls nicht als Ziel den sofortigen Wiederaufstieg ausgegeben", sagt Watzl. Entsprechend dürfe das Team frei aufspielen, ganz ohne Druck. "Die Jahre, in denen wir uns Druck gemacht haben, waren nicht die schönsten", sagt Abteilungsleiter Robin Müller. Das bedeute aber nicht, dass das Team am Wochenende völlig ambitionslos in das erste von zwei Turnieren geht.

Ein bisschen Spaß muss sein

"Ehrgeiz und Qualität sind ohne Frage da. Es geht darum, den Spaß nicht wieder zu verlieren", sagt der Abteilungsleiter. Denn der ist in der Vorbereitung auf die Saison in großen Teilen wiedergekehrt. Im Frühjahr waren die Bad Raps bei der Rhein-Neckar-Trophy angetreten, machten unter den ganzen Erstligateams eine gute Figur - gewannen aber kein Spiel. "Wir haben aber immer nur knapp verloren", sagt Watzl und nennt exemplarisch das 10:15 gegen den deutschen Meister aus Massenbach. "Wir haben immer sehr starke Leistungen gezeigt, das stimmt mich positiv."

Die Liga könne er dagegen kaum einschätzen, zumal die Bad Rappenauer zuletzt vor drei Jahren in der Klasse vertreten waren. Auch aus diesem Grund schaue man allein auf sich. "Wir sind ein Team, das nie aufgibt und aus je-der Situation das Gute zieht." So wie aus dem Abstieg, den man als Chance begreift. Darum ist den Bad Raps auch nicht bange: "Wenn wir für uns Spaß haben, kommt auch der Erfolg", sagt Jonas Watzl.

Neuland für die Frauen

Den umgekehrten Weg sind im vergangenen Jahr die Frauen des TV Bad Rappenau gegangen: Sie stiegen von der zweiten in die erste Liga auf, messen sich in diesem Jahr mit den Besten. "Wir hatten das gar nicht erwartet", sagt Nationalspielerin Charlotte Schall zum überraschenden Aufstieg. Zumal das Team vor der Saison überhaupt nicht gewusst hatte, wo es steht. In diesem Jahr ist das nicht anders - was nicht heißt, dass es am Ende wieder durch die Decke geht. "Wir wollen einfach nur oben bleiben", sagt die 17-jährige Schall. Sie ist Kopf eines jungen Teams, das zu großen Teilen aus U 20-Nationalspielerinnen besteht und im Schnitt kaum älter als 18 Jahre ist. Darin sieht Schall auch die größte Stärke: "Wir sind schnell, fit und vor allem noch entwicklungsfähig."

Entsprechend glaubt Schall, dass das erst vor einem Jahr an den Start gegangene Team den nächsten Schritt schon gemacht hat. Waren die Bad Chicks hinter den Frankas im vergangenen Jahr als Zweiter aufgestiegen, hält es Schall für möglich, dass man in diesem Jahr schon am Mitaufsteiger vorbeiziehen kann.

Gemmrigheim, Heilbronn und Bönnigheim

So weit seien die Bad Chicks, die sich aus Spielerinnen aus Bad Rappenau, Gemmrigheim, Heilbronn und Bönnigheim zusammensetzen, nicht von der Konkurrenz weg gewesen. Dennoch hat Schall Respekt vor der ersten Liga. "Natürlich sind da gute Teams dabei, für uns ist die erste Liga ein Abenteuer." Eines, in dem es für die die Spielerinnen der Bad Chicks darum geht, als Team schnell zusammenzufinden. Dann sei alles möglich. "Druck machen wir uns keinen." Auch sie wollen ihre Ziele mit Spaß erfüllen.

 


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