4:4 in Berlin: Das gesamte NSU-Quartett ist am Punktgewinn beteiligt

Tischtennis  Neckarsulm kommt in Berlin zu einem 4:4 und sammelt damit schon den fünften Saisonzähler in der zweiten Tischtennis-Bundesliga ein. Nach einer Videokonferenz ist klar: Die Zweitliga-Teams möchten die Saison fortsetzen.

Email

Einer von Vieren: Auch Julian Mohr hat bei Hertha BSC gepunktet − und auf diese Weise mitgeholfen, den fünften Punkt für den Aufsteiger einzusammeln.

Foto: Bertok

Berlin war eine Reise wert. Mit einem 4:4 - und dem nun schon fünften Zähler für die Mission Klassenerhalt kehrten die Zweitliga-Männer der Neckarsulmer Sport-Union von ihrem Auswärtsspiel bei Hertha BSC heim. Für den Trainer und Sportlichen Leiter Alexander Mohr war es eine kurze Nacht. Erst um zwei Uhr am Morgen wieder daheim, folgte am Sonntagmorgen eine Videoschalte mit den Zweitliga-Kollegen und Verbandsverantwortlichen wie Staffelleiter Patrick Festel.

Ein Passus wird zu oft missbraucht

Der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) hat den gut gemeinten Passus in seiner aktuellen Zweitliga-Spielordnung verankert, wonach man auf Auswärtsspiele im Risikogebiet verzichten könne. Wenn nun aber fast jedes Team aus einem Risikogebiet kommt, zum Teil auf Spieler setzt, die aus ausländischen Risikogebieten anreisen - wie sinnvoll ist dann so ein Passus noch? Alexander Mohr und viele seiner Kollegen finden: gar nicht. Und forderten daher seine Streichung. Zu oft wurden zuletzt Begegnungen abgesetzt. "Ich habe einen nicht Corona-erkrankten Spieler, aber springe auf den Corona-Zug auf und sage das Spiel ab. Das kann es nicht sein", findet Alexander Mohr.

Alle Vereine seien bestrebt, die Saison fortzusetzen. Jedoch drängt die Zeit, bis zum 31. Dezember muss die Vorrunde beendet sein, eventuell drohen Nachholspiele unter der Woche. Neckarsulm hat schon fünf Begegnungen absolviert, andere Teams wie Berlin, Köln oder Dortmund gerade mal zwei. "Wir sind irgendwann unglaubwürdig, wenn ein Team sieben Partien absolviert hat, andere erst drei. Das ist kein gutes Bild, das die Sportart damit abgibt", sagt Alexander Mohr.

Eine geschlossene Teamleistung

Ein prima sportliches Bild geben hingegen derzeit seine Spieler ab. Alle vier Neckarsulmer Akteure waren am Punktgewinn beteiligt, das gab es in Liga zwei schon lange nicht mehr. Jeder steuerte einen Sieg bei. "Die Jungs haben sich sehr gut präsentiert. Jeder in der Liga ist überrascht, dass wir schon fünf Punkte haben. Wir selbst sind es auch", sagt Alexander Mohr über die ersten fünf Saisonpartien.

Für die Sport-Union ist es kein Nachteil, dass in dieser Saison coronabedingt auf Doppel verzichtet wird. "Uns beraubt man damit einer Stärke", sagt Ex-Nationalspieler Torben Wosik, der für Berlin doppelt punktete und gegen Jens Schabacker ein 0:1, 1:6 noch in einen 3:1-Erfolg verwandelte.

Knackpunkt dieses Mal aus Neckarsulmer Sicht: Jens Schabackers 3:2-Erfolg über Fedor Kuzmin, bei dem er im vierten Satz drei Matchbälle abwehrte. "So weit darf es aber gar nicht kommen, Jens beherrschte das Spiel klar ", berichtet Mohr.

Gläser als Hochzeitsgeschenk

Schabacker hatte am Freitag geheiratet, kam dann mit seiner schwangeren Gattin Stefanie am Samstag nach Berlin gereist. Und beschenkte sich mit seinem zweiten Saisonsieg selbst für den Trip am Tag nach seiner Hochzeit. Dafür gab es von den Teamkollegen als Hochzeitsgeschenk schöne Gläser zum Anstoßen. "Ausprobieren ging nicht, das soll das Ehepaar daheim machen", sagt Alexander Mohr.

Mehr Informationen zum Spiel 

Berlin - Neckarsulm 4:4

Floritz - Mohr 9:11, 11:3, 11:5, 11:5 1:0

Kosowski - Bluhm 8:11, 14:12, 7:11, 4:11 1:1

Wosik - Braun 11:8, 11:8, 11:7 2:1

Kuzmin - Schabacker 11:9, 8:11,12:10, 13:15, 2:11 2:2

Floritz - Bluhm 7:11, 11:4, 11:8, 11:4 3:2

Kosowski - Mohr 12:14, 12:14, 11:6, 9:11 3:3

Wosik - Schabacker 8:11, 11:9, 11:9, 11:6 4:3

Kuzmin - Braun 7:11, 6:11, 6:11 4:4


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

Kommentar hinzufügen