40. Geburtstag wird zum Ende einer Ära

Leichtathletik  Dem Internationalen Hochsprung-Meeting Eberstadt fehlen trotz des exzellenten Rufs in der Szene die Geldgeber. Heute beginnt die 40. und zugleich letzte Auflage.

Von Stefanie Wahl
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Eberstadt grüßt zum letzten Mal die Hochsprung-Elite. Foto: Archiv/Krezer

Alle haben sie zugesagt. Alle, die Peter Schramm eingeladen hat, weil ihr Name sein Hochsprung-Meeting in die Welt getragen hat − und das ganz ohne Facebook, Twitter oder Instagram. Aus München, Oslo oder Warschau reisen sie an, Carlo Thränhardt, Dietmar Mögenburg, Gerd Nagel und Jacek Wszola − um sich ein letztes Mal an jenem Ort zu treffen, wo sie als Athleten den Zuschauern einst Großes geboten haben.

"Wir waren damals richtig befreundet", sagt Jacek Wszola. Noch Jahre nach seinem Weltrekord (2,35 Meter) 1980 trägt der Pole bei TV-Übertragungen das Meeting-Shirt − und wirbt auf diese Weise für die weltbekannte Veranstaltung. Keine Frage, dass er am Wochenende gerne vorbeischaut, um nochmal über die alten Zeiten zu plaudern. Und persönlich Adieu sagt.

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Trotz des engen Budgets ist es Sportdirektor Peter Schramm und Harry Brunnet, dem Vorsitzenden des Fördervereins Internationales Hochsprung-Meeting Eberstadt, ein Anliegen, jenen zu danken, die den Ruf Eberstadts begründet haben. "Unser Ziel war es, das 40. Meeting zu erreichen", sagt Harry Brunnet. Das haben sie geschafft − obwohl es bereits vor einer Dekade Stimmen gegeben hat, doch besser aufzuhören.

 

 

 

Ein Problem, das sich seit Jahren zeigt: "Wenn ein Sponsor wegfällt, wird es immer schwieriger einen Ersatz zu finden. Das war in meinen ersten Jahren weitaus leichter", sagt Brunnet. 2001 steigt er ein, um Peter Schramm zu unterstützen. Schon im Jahr darauf hat er den gleichen Etat beisammen − und das, obwohl aus Mark inzwischen Euro geworden sind. Einer seiner ersten Schritte: Den Kontrakt mit der Sportmanagement-Firma zu kündigen, da sie 20 Prozent der Sponsorengelder abgeschöpft hat.

Doch die Geldgeber werden weniger, und nicht für jeden Ausfall springt ein anderer ein und gleicht das entstandene Minus aus. Einige kündigen zudem unmissverständlich ihren Ausstieg an.

Rücklagen-Polster aufgebraucht

Da ist es Glück im Unglück, das zweimal in Folge Athleten nicht antreten, was den Machern Rücklagen verschafft. "Unter der Prämisse, das 40. Meeting erreichen zu wollen, haben wir in den vergangenen drei Jahren dieses Polster abgevespert", sagt Harry Brunnet und fügt an: "Wir rechnen nicht damit, dass am Ende des 40. Meetings ein paar tausend Euro übrig sind. Der Etat für 2018 ist auf Kante genäht."

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Der Wettbewerbstopf für das Wochenende liegt bei etwa 105.000 Euro, die verbleibenden etwa 45.000 Euro sind Veranstaltungskosten. Enorm sind die Eigenleistungen durch die TSG Heilbronn oder den Bauhof Eberstadt. Dass trotz des im Vergleich zu den Diamond-League-Meetings schmalen Budgets die Weltelite an der Anlaufmarke steht, liegt in der Qualität des Meetings und die Atmosphäre, die es für die Athleten noch immer ausstrahlt.

"Nach jetzigem Stand gibt es keine Zukunft", sagt Harry Brunnet, "weder in Eberstadt noch anderswo." Daher stellt er bei der nächsten Mitgliederversammlung den Antrag, den Förderverein aufzulösen.

 

Meeting-Zeitplan

Freitag, 17 Uhr: U 23-Wettbewerb mit Junioren und Juniorinnen in der Eberfürst-Arena 
Samstag, 10 Uhr: Kinder- und Jugendtag auf der gesamten Anlage ab 11 Uhr: Hochsprung-Hocketse rund um die Arena 14.30 Uhr: Hochsprung der Frauen in der Eberfürst-Arena (Qualifikationsnorm 1,93 Meter) 
Sonntag, 10 Uhr: Hochsprung-Brunch ab 11 Uhr: Hochsprung-Hocketse rund um die Arena 13.30 Uhr: Hochsprung der Männer in der Eberfürst-Arena (Qualifikationsnorm 2,30 Meter)


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