13. Profikampf: Slawa Spomer erwartet einen Hochkaräter

Boxen  Am 19. März steigt Superweltergewichtler Slawa Spomer erneut in den Ring. Gegen den Olympia-Teilnehmer und Schützling von Ex-Weltmeister Jürgen Brähmer, Araik Marutjan, hat er noch eine Rechnung offen.

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Volle Konzentration in Richtung 13. Profikampf: Slawa Spomer (re.) beim Pratzentraining mit seinem Coach Zoltan Lunka.

Foto: Archiv/Bertok

Am Dienstag ist Slawa Spomer in die heiße Phase der Kampfvorbereitung eingestiegen. Weniger wegen des frühlingshaften Wetters, denn die Sonne bekommt der Boxprofi im Pugilist-Gym in Bruchsal ohnehin kaum zu Gesicht. Vielmehr weil die Sparring-Phase begonnen hat. "Jetzt zeigt sich, wie gut die bisherige Vorbereitung wirklich war", sagt Spomer mit Blick auf die Mann-gegen-Mann-Duelle im Boxring.

Gegner blickt auf eine starke Amateurkarriere

Am 19. März wird der 28-Jährige in Bruchsal seinen 13. Profikampf bestreiten. Sein Gegner ist kein Unbekannter: Araik Marutjan. Der gebürtige Armenier hat eine beeindruckende Amateurkarriere hingelegt. Mehrfacher deutscher Meister, EM-Silber 2013, WM-Bronze im selben Jahr, Olympia-Teilnehmer 2016 in Rio de Janeiro - seit 2017 ist der 28-Jährige Profi. "Er bringt eine gute Amateurerfahrung mit und hat einen Namen in Deutschland. Das sind die Gegner, die Slawa jetzt braucht", ist Spomers Promoter Thomas Holefeld überzeugt.

Aufgrund eines Achillessehnenrisses bei seinem Debüt hat Marutjan erst zehn Profikämpfe bestritten. Neun Mal verließ er dabei den Ring als Sieger. Lediglich der Brite Alfredo Meli schlug ihn im August 2019 umstritten nach Punkten. Seitdem stand der Schweriner nur noch einmal im Ring. Im Januar 2020 bezwang Marutjan im Hamburg den georgischen Aufbaugegner Nikolozi Gviniashvili nach einem schwachen Auftritt nach Punkten. Trainiert wird Marutjan vom früheren Weltmeister im Halbschwergewicht Jürgen Brähmer.

Die Wege beider Boxer kreuzten sich bereits in der Bundesliga

"Ich habe Respekt vor ihm, aber nicht zuviel. Ich will ein Statement setzen", sagt Spomer mit Blick auf seinen Gegner, mit dem er noch eine Rechnung offen hat. "Wir standen mal bei einem Bundesligakampf im Ring. Da brenne ich noch auf eine Revanche."

Ein Sieg gegen Marutjan wäre zweifellos ein Meilenstein für den deutschen Meister im Superweltergewicht auf dem Weg zu internationalen Titeln. "Es ist die Zeit gekommen, um oben anzuklopfen", ist sich Spomer sicher. Coronabedingt musste er sich im vergangenen Jahr in Geduld üben, konnte nur zwei Kämpfe bestreiten. Gemeinsam mit Trainer Zoltan Lunka fiel die Entscheidung, vom Mittelgewicht eine Klasse tiefer ins Superweltergewicht zu wechseln. "Da bleiben wir jetzt auch. Da bin ich noch spritziger", sagt Spomer. In der Trainingsphase bringt der Künzelsauer 74 Kilogramm auf die Waage. Vier Kilo müssen bis zum Wiegen am 18. März runter. "Das ist kein Problem", ist sich Spomer sicher.

Sein nächster Gegner war bisher ebenfalls im Mittelgewicht unterwegs, muss also auch abkochen. "Ich gehe davon aus, dass er das Limit bringen wird. Wir werden die Gewichtsklasse definitiv nicht wechseln", schließt Holefeld am 19. März ein Duell im Mittelgewicht aus.

Gemeinsam mit Thomas Schwarz, Geschäftsführer von TS-Boxing, hat Holefeld die Veranstaltung in Bruchsal mit zwei Titelkämpfen organisiert. "Man muss dankbar dafür sein, dass wir unseren Beruf in diesen Zeiten ausüben dürfen", sagt Spomer anerkennend.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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