Tennis
Lesezeichen setzen Merken

Andrej Martin weckt beim Neckar-Cup (Un-)schöne Erinnerungen

Der Slowake Andrej Martin hat beim Helbronner Tennis-Challenger-Turnier Neckar-Cup als erster das Halbfinale im Doppel und Einzel erreicht. Ein Anlass für Erinnerungen - auch an die Heilbronn Open.

Lars Müller-Appenzeller
  |    | 
Lesezeit 2 Min
Andrej Martin weckt beim Neckar-Cup (Un-)schöne Erinnerungen
Marathon-Mann: Andrej Martin hat es beim Neckar-Cup im Einzel und im Doppel weit gebracht, was die Spielplangestaltung kompliziert gemacht hat. Foto: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Ja, das ist außergewöhnlich, ja, "das hatten wir in der Geschichte des Neckar-Cups noch nie", sagt Turnierdirektor Metehan Cebeci: ein Spieler, der im Einzel und im Doppel im Halbfinale steht - womit der Slowake Andrej Martin Cebeci und ATP-Supervisor Hans-Jürgen Ochs diese Woche in Sachen Spielplangestaltung schwer beschäftigt hat: Statt (Spiel-)Plan A musste Plan B oder C gewählt werden.

Drei Spieler, die in Talheim beide Titel gewonnen haben

Auch wenn es Andrej Martin nicht gelungen ist, in beide Finals einzuziehen: "Bei Challengern gibt es das öfter", so Ochs. Das Referenzturnier für den Heilbronner Neckar-Cup sind die Heilbronn Open, die von 1988 bis 2014 in Talheim ausgetragen wurden. Da gab es drei Spieler, die beide Titel gewonnen haben: Udo Riglewski (1988), Michael Stich (1989) und der Italiener Diego Nargiso (1991) - alles auch schon mehr als 30 Jahre her. Es gab auch drei Spieler, die in beiden Finals standen, aber das Double verpassten: der Schwede Magnus Larsson (2000), Lars Burgsmüller (2004) und der Tscheche Karol Beck (2009). Und es gab eine kleine Katastrophe.

Nach dem Finale der Heilbronn Open 2007 stand in der Stimme: "Noch nie in den 24 Turnierjahren hat der Stand von 6:5 und 40:15 zum Sieg gereicht." Doch Michael Berrer wurde am 28. Januar 2007 Turniersieger, weil sein Gegner Michael Llodra verletzt aufgab. Damit war auch das anschließende Doppel-Finale geplatzt, das der Franzose mit dem Niederländer Sander Groen gegen Michael Kohlmann und Rainer Schüttler hätte bestreiten sollen.

"Titel ist Titel", sagt Michael Berrer 15 Jahre später. "Aber für das Turnier ist das natürlich dumm." Unter anderem deshalb ist der 41-Jährige Turnierbotschafter beim Mercedes-Cup in Stuttgart - "um in so einem Fall für ein Showmatch einspringen zu können".

Schnelle Genesung

Das war übrigens auch die Lösung damals in Talheim: Berrer sprang für Llodra ein, spielte ein Showdoppel mit Groen, Kohlmann sowie Schüttler und unterhielt die 1950 Zuschauer. Uli Eimüllner, Turnierdirektor der Heilbronn Open, der am Donnerstag 73 Jahre alt wurde, erinnert sich: "Wir waren etwas angesäuert, denn das sah sehr nach einer Scheinverletzung aus. Da hat das ganze Turnier einen Geschmack. Zwei Tage später war Llodra jedenfalls wieder fit." Spielte sich beim ATP-Turnier in Zagreb verletzungsfrei bis ins Viertelfinale. Eimüllner: "Michael Llodra hat ein paar Jahre später nach einer Wildcard angefragt - da war dann aber leider keine mehr übrig."

Am Freitagabend stand fest, dass für den Finaltag beim 8. Neckar-Cup Plan A passt: Doppel um 14 Uhr, krönendes Einzel nicht vor 16 Uhr.

Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
Kommentare werden geladen
  Nach oben