Handball
Lesezeichen setzen Merken

29:18-Kantersieg gegen Allensbach: Zweiter Husarenritt der SG Schozach-Bottwartal

Die Drittliga-Frauen der SG Schozach-Bottwartal gehen mit der optimalen Punktausbeute in die erste Aufwärtsaufgabe in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga. Die Spielerinnen erklären, warum sie derart "on fire" sind.

Stephan Sonntag
  |    | 
Lesezeit 2 Min
29:18-Kantersieg gegen Allensbach: Zweiter Husarenritt der SG Schozach-Bottwartal
Kurz vor der Pause erzielte Theresa Müller (am Ball) das spektakulärste Tor des Tages. Aus dieser Wurfposition heraus überwand die SGSB-Kapitänin Allensbachs Torhüterin Joelle Arno mit einem Dreher. Foto: Christiana Kunz  Foto: Kunz, Christiana

Schlagerbarde Norman fasste die Atmosphäre in der Langhanshalle musikalisch perfekt zusammen: "Und schon wieder geile Stimmung schalala!" Oh ja, es herrschte tatsächlich ausgelassene Freude am Sonntagnachmittag bei den Fans und Spielerinnen der SG Schozach-Bottwartal. Aus gutem Grund: Das Team von Trainer Hans Christensen zerlegte den SV Allensbach mit 29:18 (17:11) und feierte den zweiten Sieg im zweiten Spiel der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga.

Trainer hält sich zurück, lässt die Spielerinnen sprechen

"Überragend", war das einzige Wort, das dem dänischen Coach hinterher über die Lippen kam. Mehr wollte Christensen nichts sagen: "Die Spielerinnen sollen sprechen, sie haben es sich verdient." Kein Problem: "Nach jedem Spiel fällt schon eine Last ab. Deshalb feiern wir auch ordentlich", sagte Elena Fabriz. Die erfahrene Kreisläuferin wird immer mehr zur emotionalen Anführerin des Teams. Die 26-Jährige ist das personifizierte Selbstvertrauen der SGSB, hat immer ein Lächeln im Gesicht, schnappt sich ständig die Teamkolleginnen, um sie anzufeuern, zu jubeln, anzutreiben. "Wir sind in der Aufstiegsrunde viel mehr on fire, feiern uns für jede gelungene Aktion - auch in der Abwehr", sagte Hannah Hönig.

Die Torschützenkönigin der Drittliga-Saison kam gegen Allensbach besser zur Geltung als noch in der ersten Partie gegen Haunstetten. "Die abgefangenen Pässe und die daraus resultierenden Gegenstöße von Hannah und Maren (Keil, Anm. d. Red.) waren der Knackpunkt", sagte Svenja Kaufmann.

Den Gästen den Bock aufs Spiel genommen

Die Spielmacherin meinte die Phase ab der 20. Minute. Bis dahin taten sich die Gastgeberinnen offensiv sehr schwer gegen die bewegliche und aggressive 6:0-Deckung der Frauen vom Bodensee, lagen folgerichtig mit 7:8 zurück. Am leichtesten lässt sich so eine Defensivreihe natürlich knacken, wenn sie gar keine Zeit hat, sich zu formieren. Innerhalb von fünf Minuten fing die SGSB fünf gegnerische Pässe heraus, lief reihenweise erfolgreiche Gegenstöße und zog mit einem 7:1-Lauf auf 14:9 davon (26.). "Wir hatten ein super Timing. Danach haben sie sich nicht mehr getraut, diese Pässe zu spielen, waren richtig verunsichert", analysierte Kaufmann. Fabriz drückte es simpler aus: "Die hatten keinen Bock mehr. Wir dafür umso mehr."

Ein Viertelstunde vor Schluss ist alles entschieden

17:11 hieß es bereits zur Pause. Nach dem Seitenwechsel sah es lange so aus, als würden die Gäste gar keinen Treffer mehr erzielen. Erst in der 42. Minute erlöste Kimberly Gisa die Allensbacherinnen mit dem zwölften Tor. Zu dem Zeitpunkt war beim Stand von 21:12 aber bereits alles gelaufen. Christensen konnte es sich erlauben, ein bisschen zu wechseln - brachte Trixi Hanak auf halbrechts für die starke Natascha Weber und Caroline Maier am Kreis für Fabriz. Nur Kaufmann musste - abgesehen von einer Zwei-Minuten-Strafe - wieder durchspielen. "Der Trainer meinte vor dem Spiel, dass er gar nicht gewusst hätte, dass ich mal eine Pause bräuchte", sagte die 28-Jährige lachend. Brauchte die "Chefin", wie sie der Hallensprecher gegen Ende nannte, aber gegen Allensbach ohnehin nicht. "Hinten jubeln, während vorne die anderen die Tore werfen, ist ja nicht so anstrengend."

SG Schozach-Bottwartal: Brausch, Keller (Tor) - Weber (4), Hanak (1), Müller (7/3), Kaufmann (5), Hönig (4), Keil (2), Klenk (1), Räuchle (2), Fabritz (2), Maier, Loehnig (1).

Beste Schützinnen des SVA: Greinert (6/3), Bok (4/3), Epple (3).

Siebenmeter: SGSB 4/3; SVA 9/6.

Zeitstrafen: 5/2.

Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
Kommentare werden geladen
  Nach oben