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Stressige Woche für Bundesligist Red Devils

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Vor dem Derby gegen den Meisterschaftsfavoriten Schorndorf bleiben auch die ausländischen Asse in Heilbronn und wohnen in einer WG. Was in diesen Tagen besonders knifflig ist.

Ramazan Ramazanov (rotes Trikot), Recep Topal und Gadzhimurad Alikhmaev von den Red Devils bilden in Heilbronn derzeit eine Ringer-WG.
Ramazan Ramazanov (rotes Trikot), Recep Topal und Gadzhimurad Alikhmaev von den Red Devils bilden in Heilbronn derzeit eine Ringer-WG.  Foto: Bertok, Alexander

Es sind zahlreiche Komponenten, die diese Woche für die Bundesliga-Ringer der Red Devils Heilbronn zu einer besonderen machen. Drei Kämpfe binnen einer Woche, das fordert die Profis wie die Verantwortlichen gleichermaßen. Organisatorisch steht bei Geschäftsstellenleiter Eduard Popp, aber auch für Cheftrainer Adam Juretzko deutlich mehr auf der To-do-Liste, wenn am Donnerstag (15 Uhr) in der Neckargartacher Römerhalle das Süd-Derby gegen den ASV Schorndorf ansteht und 52 Stunden später am Samstagabend (19.30 Uhr) das Duell beim ASV Urloffen in der dortigen Athletenhalle.

Körperliche und mentale Herausforderung

„Da ist alles enger gepackt für das Team – auf der Matte und außerhalb“, sagt Eduard Popp, „zudem ist es körperlich und mental herausfordernder.“ Auch für ihn, denn der Schwergewichtler hat mit seinem Punktsieg vergangenen Samstag gleichfalls zum 19:6-Erfolg gegen die KG Baienfurt/Ravensburg beigetragen. Dabei ist die Regeneration nach sechs hochintensiven Kampfminuten wichtig. Sauna und Physiotherapie sind zwei übliche Wege, die der Muskulatur gut tun. Auf diesem Wege ist sie schneller bereit, wieder Höchstleistungen zuzulassen. Diese sind in den Bundesligakämpfen, die häufig auf höchstem Niveau ausgetragen werden, nötig. Auch im Training gilt es einiges zu beachten. „Da dürfen die Athleten nicht auch noch viele Reize setzen“, sagt Eduard Popp, „sondern sollten sich gut durchbewegen und nur leichte Spitzen planen.“

Ein spezifischer Faktor ist jedoch das Gewicht. Wer einige Kilo abkochen muss, wie es in der Ringersprache heißt, ist gut beraten, zwischen den Kämpfen nicht zu schlemmen. Die Spanne möglichst gering zu halten als Lösung – simpel gesagt, komplex in der Umsetzung. „Das kostet extra Energie“, sagt Eduard Popp. Denn der Appetit ist groß, und wenn Athleten bis zu sechs Kilo verlieren müssen, geht besonders in den letzten Stunden viel nur noch über Flüssigkeit.

Topal, Ramazanov & Co. als Selbstversorger

Weitere Besonderheit in einer Englischen Woche: Die ausländischen Athleten fliegen nach den Kämpfen nicht wieder in ihre Heimatländer, sondern sie bleiben in Heilbronn. Wie der Türke Recep Topal, Ramazan Ramazanov aus Dagestan und Gadzhimurad Alikhmaev. Sie leben dann in einer Wohngemeinschaft im Herzen Heilbronns, versorgen sich selbst und bereiten sich intensiv auf ihre Kämpfe vor. „Sie sind sehr selbstständig“, sagt Eduard Popp – und doch steht er immer im Austausch mit seinen Mannschaftskollegen, holt sie auch mal ab oder koordiniert, was zu tun ist. Ein großes Plus des 33-Jährigen aus Möckmühl: Er spricht russisch. Schließlich ist der zweimalige Olympia-Starter und EM-Dritte von 2021 im sibirischen Barnaul geboren und hat die ersten Lebensjahr dort gelebt, ehe er mit seiner Familie nach Heilbronn gekommen ist.

Die exakten Einsatzpläne vor Bundesligakämpfen ändern sich mitunter kurzfristig, daher gehört es zum Profi-Alltag für alles gewappnet sein. Das Trio, aber auch der Ukrainer Yaroslav Filchakov, trainiert individuell in der Neckargartacher Römerhalle auf der Matte oder im Fitnessstudio.

Schorndorf will endlich den Titel holen

Die klare Aufgabe: Alle Voraussetzungen zu schaffen, um zu punkten. Doch das ist im Derby gegen den bisher noch ungeschlagenen Spitzenreiter der Süd-Gruppe, den ASV Schorndorf, eine Herausforderung. „Sie wollen unbedingt den Titel, haben nochmal einen draufgesetzt und sich mit namhaften Athleten verstärkt“, sagt Eduard Popp und weist auf die unterschiedlichen Ansprüche beider Clubs hin. Während die Red Devils zurückstecken, hat der ASV nach dem Viertelfinal-Aus in der vergangenen Saison den Anspruch ins Finale zu kommen.

Sportlich wäre eine Niederlage der Red Devils am Tag der Deutschen Einheit keine Katastrophe, zu ungleich sind die Zielsetzungen. Trotzdem: „Wir wollen die beste Mannschaft stellen, die uns zur Verfügung steht und einen spannenden Kampf liefern“, sagt Eduard Popp.

„Im Training dürfen die Athleten nicht nochviele Reize setzen.“

Eduard Popp

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