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Bundesligist Red Devils Heilbronn startet in die Rückrunde

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 Zum Start der Rückrunde treffen die Mattenkämpfer der Red Devils Heilbronn auf den deutschen Mannschaftsmeister SV Wacker Burghausen.

Kommt 98-Kilo-Mann Andre Timofeev (links) auch im Freistil-Limit bis 130 Kilogramm zu Einsatz oder wird Greco-Ass Eduard Popp aufgeboten?
Kommt 98-Kilo-Mann Andre Timofeev (links) auch im Freistil-Limit bis 130 Kilogramm zu Einsatz oder wird Greco-Ass Eduard Popp aufgeboten?  Foto: Bertok, Alexander

Wenn Eduard Popp seine Gedanken ein wenig in die vergangenen Wochen schweifen lässt, schmunzelt er. „Die Hinrunde ist deutlich besser gelaufen als gedacht und erwartet“, sagt der Sportliche Leiter der Red Devils Heilbronn. Und das ist kein subjektives Empfinden des 33-Jährigen, vielmehr ein Fakt. In der so stark besetzten Gruppe Süd liegt der Ringer-Bundesligist aus Neckargartach auf Platz drei der Tabelle – hinter dem bisher noch ungeschlagenen ASV Schorndorf und punktgleich mit dem deutschen Mannschaftsmeister SV Wacker Burghausen. „Bis auf die Anfangsschwierigkeiten war es ganz gut“, sagt der Olympia-Fünfte von Rio.

Im Hinkampf startete  Heilbronner Damian Macun ohne gültige Ringerlizenz 

Damit meint der Greco-Spezialist die Niederlage in Oberbayern vor sechs Wochen zum Saisonstart. Auf der Matte hat die Mannschaft von Cheftrainer Adam Juretzko zum Auftakt mit 8:20 klar verloren. Noch eindeutiger wird das (korrigierte) Ergebnis wenig später: 0:40. Da bei den Heilbronnern die Klasse bis 66 Kilo unbesetzt geblieben ist und Damian Macun keine Lizenz gehabt hat, ist er gestrichen worden. Die bittere Folge: Gemäß den Regeln sind die Roten Teufel nur mit acht Athleten angetreten, was mit der Höchstpunktzahl bestraft wird.

Auch Meister Burghausen verliert Kampf wegen fehlender Lizenz

Kurios: Gleiches ist auch den Burghausenern im Kampf gegen den Bundesliga-Aufsteiger Weingarten widerfahren. Aus ihrem 16:5-Erfolg wird ein 0:40, weil der Deutsche Ringer-Bund durch einen sogenannten Verwaltungsentscheid den Kampf neu bewertet. Schwergewichtler Alexander Kreiner hat keine Lizenz gehabt, wird gestrichen und die Klasse mit drei Ringerpunkten belegt. Damit hat Burghausen die Höchstpunktzahl überschritten und Arsen Harutyunyan (bis 61 Kilo) ist aus der Wertung genommen worden, weshalb der Titelverteidiger ebenfalls nur noch acht Sportler gehabt hat.

Red Devils Heilbronn zur Rückrunde mit schwächerem Kader

Am Samstagabend (19.30 Uhr) stehen sich in der Römerhalle nun erneut die Red Devils und Burghausen gegenüber. „Es ist ein offenes Geheimnis, dass wir in der Rückrunde meist etwas schwächer stehen“, sagt Eduard Popp. Zur Halbzeit erfolgt in der Liga der Stilartenwechsel. Und der bringt neben neuen Namen auch wieder neue Unwägbarkeiten mit sich.

Traditionell stehen im Ringen im letzten Quartal eines Jahres internationale Meisterschaften an – ausgerechnet in jener Phase, in der die Liga in ihre Endphase und von Mitte Dezember an auch in die Playoffs geht. Derzeit läuft die U23-Weltmeisterschaft im albanischen Tirana, gefolgt von den Welt-Titelkämpfen der nicht olympischen Gewichtsklassen an gleicher Stätte. Damit fehlen den Bundesliga-Clubs wichtige Athleten. Auch, weil darüber hinaus Trainingslager anstehen. „Das macht es für alle Vereine nicht leichter“, sagt Eduard Popp. Hinzu kommen Blessuren aus der Hinrunde und Jahreszeit bedingt geschwächte Immunsysteme der Sportler.

Ringt im Schwergewicht der EM-Dritte Eduard Popp? 

Warum die Red Devils an Leistungsfähigkeit verlieren, zeigt sich am Beispiel Eduard Popp. Der Schwergewichtler bis 130 Kilo ist ein Griechisch-Römisch-Könner, wie nicht nur seine EM-Bronzemedaille von 2021 belegt. Immer wieder hat sich der Vater dreier Kinder auch im Freistil in den Dienst der Mannschaft gestellt – mit sehr respektablen Resultaten. Inzwischen aber hat Eduard Popp seine internationale Karriere beendet, die Trainingsbelastung reduziert. Damit ist ein Freistil-Kampf zwar weniger riskant „und man neigt eher dazu, Ja zu sagen. Andererseits weiß ich, dass es deutlich schwieriger wird wegen der Belastung im Freistil“, sagt der Mann aus Möckmühl. Häufiger ist bei den Roten Teufeln in der Vergangenheit ein Athlet aus dem 98-Kilo-Limit aufgerückt.

Die Burghausener plagen diese Sorgen weniger, ihr Kader ist breiter und damit variabler als jener der Heilbronner. Doch auch bei den Bayern ist fraglich, ob sie in Bestbesetzung anreisen. „Sie werden uns nicht unterschätzen“, sagt Eduard Popp über den Abonnementmeister, „aber sie stellen stets clever auf, dass es in Addition der Kämpfe doch wieder passt.“

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