Heilbronn
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Ringer-Playoffs sind Saisonziel der Red Devils

Wie der Heilbronner Bundesligist um den neuen Cheftrainer Adam Juretzko seinen Bundesliga-Kader zusammengestellt hat, um im Jahr eins ohne Ringer-Superstar Frank Stäbler gegen die Konkurrenz in der Gruppe West zu bestehen.

Stefanie Wahl
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Lesezeit 2 Min
Die Red Devils haben am Samstagmittag ihren Bundesliga-Kader vorgestellt: In die Saison gehen sie u.a. mit (von links) André Timofeev, Genzhe Genzheev, Eduard Popp, Marius Braun, Cheftrainer Adam Juretzko und Geschäftsstellenleiter Dominik Bauer.  Foto: Alexander Bertok

Die Glückwünsche zum deutschen Meistertitel nimmt Marius Braun mit einem Strahlen entgegen. Das 29-jährige Griechisch-Römisch-Ass, das zum erweiterten Kreis der Ringer-Nationalmannschaft zählt, sagt am Samstagmittag bei der Präsentation des Bundesliga-Kaders der Red Devils Heilbronn in der Neckargartacher Römerhalle, warum er auch in der nächsten Saison ein Roter Teufel bleiben wird. „Mir gefällt die Atmosphäre und das Umfeld passt. Hier macht Ringen Spaß.“

Marius Braun hat jahrelang in der Trainingsgruppe mit dem Superstar der Szene, Frank Stäbler, trainiert und weiß, welch herber Verlust das Karriereende des dreimaligen Weltmeisters für die Red Devils, aber auch den Ringersport in Deutschland ist. Ohne Stäbler haben die Heilbronner ihre sportlichen Ziele wie auch das Finanzbudget für die am 24. September startende neue Bundesliga-Saison etwas heruntergeschraubt. „Unser Minimalziel ist es, die Playoffs zu erreichen“, sagt Dominik Bauer, seit April Geschäftsstellenleiter der Heilbronner. Zur Erinnerung: Zu Jahresbeginn sind die Roten Teufel im Halbfinale gegen den späteren Meister Wacker Burghausen unterlegen und haben ihr Titel-Ziel verpasst.

Mit Finalist Mainz in der Gruppe West

In dieser Saison umfasst die Bundesliga nur noch zwei Gruppen, dafür hat der Deutsche Ringer-Bund (DRB) eine 2. Bundesliga eingeführt. Die Heilbronner sind der Gruppe West zugeteilt, in der auch Dauerrivale Mainz ringt. Der ASV ist zugleich der erste Gegner beim Heim-Auftakt am 1. Oktober – ein perfekter Maßstab.

Die Red Devils Heilbronn haben nach der von Corona geprägten schwierigen Saison erwartungsgemäß einige Ringer abgegeben. Allerdings auch weiterhin zahlreiche Aushängeschilder im Kader – selbstredend angeführt vom Olympia-Achten von Tokio und Eigengewächs Eduard Popp. Der 30-jährige EM-Dritte sagt: „Ich gehöre hier schon immer dazu, bin 300 Meter entfernt in den Kindergarten und zur Schule gegangen. Mir war klar, wohin die Reise geht, und ich befürworte, dass wir reduziert haben und die Ziele etwas niedriger stecken.“ Auch Nationalmannschafts-Mitglied Abdolmohammad Papi und die internationalen Spitzenkräfte Taimuraz Friev und Ramazan Ramazanov bleiben. 

Gutes Netzwerk von Cheftrainer Juretzko

Bei den Verstärkungen zahlen sich die besten Kontakte von Cheftrainer Adam Juretzko aus. Der 50-Jährige hat einige Athleten aus seiner Wittener Trainingsgruppe mit nach Heilbronn gebracht. Dazu gehört in der Gewichtsklasse bis 71 Kilo Genzhe Genzheev. Der 20-Jährige möchte weiter Bundesliga-Erfahrung sammeln „und irgendwann gang oben ringen“. Weiterhelfen werden auch die starken Ungarn Halidov Gamzatgadzsi, der als ausgezeichneter Techniker gilt, und Europameister Robert Attila Fritsch.

Mehr Flexibilität in der Aufstellung erhalten die Red Devils durch André Timofeev. Das 26-jährige Eigengewächs ist erst vor wenigen Wochen deutscher Vizemeister geworden und hat dort sein enormes Potenzial auf der Matte gezeigt. Im Freistil gilt das ehemalige Mitglied der Junioren-Nationalmannschaft bis 86 Kilo als gesetzt, kann aber auch bis 98 Kilo antreten. „Er hat es verdient, feste Einsätze und einen Stammplatz im Team zu bekommen“, sagt Adam Juretzko und hofft zugleich, „dass André auch eine Einladung vom Bundestrainer erhält.“ 

Hoffen auf Ende des Ukraine-Krieges

Der Cheftrainer vertraut seinem Team und hofft, dass sich die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine so gering wie nur möglich halten. Dann kann er auch Zohra Abovian, den 25-jährigen Greco-Spezialisten bis 61 Kilo einsetzen, der bei den European Games 2019 schon Fünfter geworden ist. „Seine Spezialität sind Heber, er wäre eine sehr gute Verstärkung“, meint Juretzko, „die Sportler können nichts für den Krieg. Ich hoffe, er geht bald zu Ende und die Jungs können wieder normal leben.“

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