Warum die Red Devils in der Kreissparkasse Heilbronn ringen
Bundesligist Red Devils Heilbronn empfängt den KSV Witten "Unter der Pyramide" und nicht in der Römerhalle. Adam Juretzko hält den Sprung auf Platz eins noch für möglich.
Die Red Devils Heilbronn beschreiten neue Wege. Erstmals richtet die Ringerabteilung des SV Heilbronn am Leinbach an diesem Samstag (19.30 Uhr) einen Bundesliga-Heimkampf nicht in der Römerhalle aus, sondern weicht für das Rückrundenduell gegen den KSV Witten in die Stadtmitte aus und ist in der Kreissparkasse Heilbronn "Unter der Pyramide" zu Gast.
Es ist aber nicht so, dass die Devils fremdgehen, weil die traditionelle Heimstätte in Neckargartach nach zwei Niederlagen in Folge gegen Mainz und Köllerbach ihren Nimbus als uneinnehmbare Festung eingebüßt hat. "Dieses Thema wurde schon in der vergangenen Saison angeschnitten", erzählt der Heilbronner Ringer-Abteilungsleiter Patrick Reutter. Dieses Jahr "konnte es umgesetzt werden, und darauf freuen wir uns alle."
Wie einst die Heilbronner Falken
"Wir sind ja Sponsor der Red Devils und das seit 2019", berichtet die stellvertretende KSK-Pressesprecherin Isabell Grosser; im Rahmen des Sponsorenvertrags besteht die Möglichkeit, "einmal pro Saison einen Kampf hier bei uns in der Kreissparkasse stattfinden zu lassen. Wir hatten ja auch schon die Heilbronner Falken da, mit einer Art Fan-Fest, einem Meet & Greet."
Die Kreissparkasse suche als Sponsor immer wieder neue Berührungspunkte, garantiert Grosser "ein intimeres Format" mit viel Atmosphäre. "Das Spezielle ist, die Fans sitzen näher an der Matte. Wir versprechen uns dadurch ein völlig neues Erlebnis für die Zuschauer." Auch Adam Juretzko blickt dem Event in ungewohnter Umgebung mit Spannung entgegen. Kreissparkasse oder Römerhalle, das ist dem Cheftrainer vor dem Duell mit seinem Heimatverein egal. "Es bleibt ja Heilbronn", sagt der 52-Jährige.
Trainer erwartet klaren Sieg
Der Überraschungsfaktor nach dem Stilartenwechsel in der Rückrunde ist in dieser Saison unerwartet hoch, wie die Red Devils mit zwei Niederlagen sowie dem 12:12 in Adelhausen selbst zu spüren bekamen. Auch der deutsche Meister Mainz kam bereits ins Straucheln, zuletzt beim Unentschieden gegen Witten. "Von daher dürfen wir unseren Gegner nicht unterschätzen", warnt Juretzko vor seinem Heimatverein. "Aber auf dem Papier muss für uns ein klarer Sieg herausspringen - wenn die so kommen wie gegen Mainz."
Die Aufstellung ist Geheimsache, dennoch lässt sich Juretzko in die Karten spicken. "Alexander Jakob hat sich in Adelhausen super aus der Affäre gezogen. Erster Bundesligakampf - und gleich ein Sieg", lobt Juretzko das Eigengewächs der Red Devils. Jakob ist auch gegen Witten eingeplant und dürfte auf den moldawischen Meister Andrei Perpelita treffen. "Da kann Alexander zeigen, wie gut er schon ist. Solche Kämpfe bringen ihn weiter."
Kein großer Mehraufwand
Der Umzug in den Saal "Unter der Pyramide" sorgt bei den Devils-Verantwortlichen nicht für einen großen Mehraufwand, lediglich die Ringermatte wird von der Römerhalle in die Kreissparkasse transportiert. "Wir werden uns die Halle maßschneidern und unseren Bedürfnissen anpassen", sagt Reutter. "Uns entstehen zwar keine zusätzlichen Kosten, aber wir haben weniger Einnahmen."
In die Kreissparkasse passen lediglich 260 Zuschauer rein. "Aber das ist in Ordnung." Wichtiger ist es Reutter, den Ringersport in einem völlig anderen Umfeld präsentieren zu dürfen. Er hofft, mit diesem Event auch neue Zuschauer zu generieren. "Wir wollen andere Leute ansprechen, die sonst nicht den großen Bezug zum Ringen haben, dann aber sehen, wie viel Feuer und Emotionen in diesem Sport stecken."
Ziel: Keine Punkte mehr abgeben
"Ich gehe davon aus, dass wir keinen Punkt mehr abgeben", plant Juretzko für die restlichen drei Hauptrundenkämpfe gegen Witten, Urloffen und Neuss Siege ein und spekuliert beim Blick auf die Konkurrenz auf weitere Überraschungen. Zudem stehen sich zum Rückrundenschluss die Hauptrivalen um den Gruppensieg der Bundesliga West, Mainz und Köllerbach, im direkten Duell gegenüber. "Es kann gut sein, dass wir am Ende wieder auf Platz eins stehen."
Doch bis dahin gilt es für die Red Devils Heilbronn, die Hausaufgaben zu erledigen. Ob dies in der Römerhalle oder in der Kreissparkasse geschieht, das ist Adam Juretzko dabei völlig egal.
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