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So stehen die Chancen der Red Devils beim Rückkampf in Hösbach

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Nach der 13:16-Niederlage zum Auftakt der Playoffs wird der Einzug der Red Devils Heilbronn ins Halbfinale ein schwerer Kampf. Ob wieder ein einziges Duell den Unterschied macht?

Ein Schlüsselkampf: Recep Topal (links) hat sich gegen das Hösbacher Eigengewächs Niklas Dorn nicht durchgesetzt. Der Türke ist eher ein Konterringer, der Stil seines Kontrahenten ist ihm daher nicht entgegengekommen.
Ein Schlüsselkampf: Recep Topal (links) hat sich gegen das Hösbacher Eigengewächs Niklas Dorn nicht durchgesetzt. Der Türke ist eher ein Konterringer, der Stil seines Kontrahenten ist ihm daher nicht entgegengekommen.  Foto: hm-fotodesign

Zum Auftakt des Playoff-Viertelfinales haben die Red Devils den Hinkampf in der Römerhalle gegen den KSC Germania Hösbach mit 13:16 verloren. Doch: "Es ist noch alles möglich, wir geben nicht auf", sagt Devils-Cheftrainer Adam Juretzko. Die wichtigsten Fragen rund um das erwartet spannende erste Duell, aber auch den Rückkampf am Samstag (19.30 Uhr) in Hösbach.

Sind die Vikings stärker als die Roten Teufel?

Nein. Fakt aber ist: Am Samstagabend haben sie nicht nur klug aufgestellt, sondern auch hoch motiviert gekämpft – und daher verdient gewonnen. Trotz seiner Niederlage gegen Eduard Popp ballt Robin Ferdinand die Fäuste und feiert mit seinen Kollegen. Der um 31,9 Kilo leichtere Greco-Mann hat dank passiver Strategie nur zwei Mannschaftspunkte abgegeben. Seinen Matchplan zieht auch KSC-Eigengewächs Niklas Dorn voll durch - und schlägt Devils-Punktegarant Recep Topal in einem der entscheidenden Duelle. Diese Big Points sind den Red Devils zu wenig geglückt. Nicht zuletzt, weil der Gegner mit Malkas Amoyan und Niklas Öhlen zwei Hochkaräter reaktiviert hat.

Der Weltmeister aus Armenien ringt in einer anderen Liga und der Schwede sorgt mit seinem Punktsieg über Abdolmohammad Papi letztlich für die Entscheidung. Der 36-Jährige führt zwar 5:2, doch sein Kontrahent lässt nicht nach und hat mit einer Viererwertung 34 Sekunden vor Schluss das Momentum auf seiner Seite. "Ich wollte drei Punkte für mein Team holen, aber dann habe ich einen Fehler gemacht", sagt Abdolmohammad Papi enttäuscht. "Das ist Pech", meint Adam Juretzko. Hösbachs Trainer Bengt Trageser sagt zur kurzfristigen Lizenzierung des Duos: "Das war der Schlüssel, den Kampf zu gewinnen."

Was erwartet Heilbronn am Samstagabend in Hösbach?

Bengt Trageser bringt es erneut auf den Punkt: "Eine volle Hütte mit mehr als 1000 Leuten, die uns stimmungsmäßig vorantreiben werden." Allein die Atmosphäre wird es den Red Devils am Bayerischen Untermain nicht einfacher machen, den Rückstand aufzuholen. Die Römerhalle ist mit etwa 650 Zuschauern zwar besser besetzt gewesen als in der Hauptrunde - auch, weil Ringerfans aus dem Bezirk oder Ex-Fußball-Bundesliga-Trainer Uwe Rapolder ("Ich bin gerne beim Ringen, das ist ein ehrlicher Sport") zugeschaut haben. Für die gute Stimmung sorgt jedoch auch der mit einem Fanbus s angereiste lautstarke Hösbacher Anhang. Sie feiern ihre Athleten nach dem ersten Sieg in einem Viertelfinale frenetisch. Im Kultur- und Sportpark sind alle motiviert, um mit dem Einzug ins Halbfinale Historisches zu schaffen.

Welche Chancen haben die Red Devils im Rückkampf?

Das hängt primär davon ab, ob die Heilbronner alle Topkräfte aufbieten können. Dann ist ein Erfolg in Hösbach keine Traumtänzerei. Schwer wird es allemal, aber Aussagen wie jene von Karan Mosebach sind keine bloßen Durchhalteparolen: "Ringen ist Kampfsport, da ist noch alles drin, weil es immer auch Taktiererei ist." Um in dieser ganz besonderen Zeit des Jahres so professionell wie möglich zu agieren, haben die Heilbronner vorgesorgt: "Es sind ein paar Leute dageblieben. Nicht jene, in deren Kultur Weihnachten eine ganz große Rolle spielt. Aber es gibt auch muslimische Ringer, da hat das Fest nicht diese Relevanz", sagt Eduard Popp. Wichtig ist angesichts steigender Corona-Infektionen auch, die Asse gesund – und ins Gewichtslimit zu bekommen. "Süßigkeiten gibt"s erst wieder nach dem 30. Dezember", sagt Karan Mosebach. Adam Juretzko fügt im Stile eines fairen Sportsmannes an: "Wir müssen uns nochmal aufraffen - und schauen dann, ob die Reise in Hösbach zu Ende ist oder weitergeht."

Wie sieht es in den anderen Viertelfinal-Begegnungen aus?

Der erste Blick geht nach Burghausen, wo sich der Abonnement-Meister mit 16:9 überraschend klar gegen Schorndorf, den Finalisten der Vorsaison durchgesetzt hat. Das kommt einer Vorentscheidung gleich. Der Sieger trifft im Halbfinale auf Heilbronn oder Hösbach. Die erwartet knappe Kiste ist das Duell zwischen Kleinostheim und Titelverteidiger ASV Mainz – wo der SC mit dem ehemaligen Roten Teufel Pascal Eisele 13:12 gewonnen hat.

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