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Das Label „Sportstadt Heilbronn“ ist im Spitzensport eine Mogelpackung

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Vor dem Aus des einzigen Erstligisten Heilbronns sind viele Fehler gemacht worden. Spitzensport braucht Profis, meint unsere Autorin zum Dilemma der Red Devils.

Aus und vorbei: In der Heilbronner Römerhalle haben sich jahrelang internationale Ringer-Stars, Olympiasieger und  Weltmeister präsentiert.
Aus und vorbei: In der Heilbronner Römerhalle haben sich jahrelang internationale Ringer-Stars, Olympiasieger und Weltmeister präsentiert.  Foto: Seidel, Ralf

Heilbronn hat mit den Red Devils nach derzeitigem Stand seinen einzigen Erstligisten verloren. Das ist ein bitterer und schmerzhafter Fakt. Das Label „Sportstadt Heilbronn“ ist im Spitzensport eine Mogelpackung: Weltklasse-Triathleten laufen seit Jahren nicht mehr durch die Innenstadt ins Ziel. Der Neckar-Cup ist vom Trappensee verschwunden. Aktuell gibt es auch keine Bundesliga mehr in der Römerhalle.

Dass sich dort regelmäßig internationale Ringer-Stars, Olympiasieger oder Weltmeister präsentiert haben, ist selten gewürdigt worden. Das zeigt, wie behäbig manch regionaler Sportfan geworden ist – besonders nach Corona. Auch die heimische Wirtschaft hat bis jetzt weder das Potenzial erkannt, mit vergleichsweise wenig Geld sehr viel zu bewegen, noch die Faszination gesehen, die in der ältesten Sportart der Welt steckt – obwohl nachhaltige Effekte für alle möglich wären.

Der Riss, der sich durch die Abteilung der Red Devils zieht, ist tief

Vereinsintern sind sichtbare Fehler gemacht worden, die meisten bereits vor Jahren und manche auch über Jahre. Der fatalste von allen: Immer wieder mehr Geld auszugeben als vorhanden gewesen ist. Viele haben weggeschaut oder auf Wunder gehofft, die nicht eingetreten sind. Die Folgen haben in dieser Saison alle bitter zu spüren bekommen. Der Riss, der sich durch die Ringer-Abteilung zieht, ist tief und der Traum von der deutschen Mannschaftsmeisterschaft stets ein solcher geblieben. 

Spitzensport braucht Profis, Könner auf allen Ebenen. Jene auf der Matte haben seit dem Sprung in die Ringer-Bundesliga Ende 2016 mehrheitlich erfolgreicher agiert als jene neben der Matte. Erlaubt sei nur ein Blick auf die lange Liste der Geschäftsstellenleiter. Wenn in der verfahrenen Lage jetzt noch etwas hilft, ist es endlich Ehrlichkeit.

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