Auf unerwartete Punkte soll für die Red Devils Heilbronn ein Pflichtsieg folgen
Beim Schlusslicht KG Baienfurt/Ravensburg wollen die Red Devils Heilbronn im dritten Kampf den zweiten Sieg landen. Bundesligist mit viel Zuversicht.

Die Auftaktniederlage beim Meister Wacker Burghausen war eingeplant. Dass durch die fehlende Erstliga-Kampflizenz für Damian Macun aus einem 8:20 eine 0:40-Pleite wurde, ist verschmerzbar, aber in der Außendarstellung sehr ärgerlich. Zuletzt präsentierten sich die Heilbronner aber mit einem 14:12-Erfolg über den SV Germania Weingarten von ihrer Schokoladenseite. Nun geht es am Samstag (19.30 Uhr) zum Bundesliga-Süd-Letzten SG Baienfurt/Ravensburg. Es ist der Auftakt in eine englische Woche. Bereits am Feiertag nächsten Donnerstag (15 Uhr), dem Tag der Deutschen Einheit, wird in der Neckargartacher Römerhalle der ASV Schorndorf zum Derby empfangen, bevor zwei Tage später die Reise zum ASV Urloffen ansteht.
„Für viele war er ein Stück weit überraschend“, sagt Ringer und Funktionär Eduard Popp über den Sieg gegen Weingarten, der auch einer taktischen Umstellung in den Greco-Gewichtsklassen 75 und 80 Kilogramm zu verdanken war. Die Geheimniskrämerei im Aufstellungspoker schlug für die Red Devils positiv zu Buche. „Das bringt für uns etwas mehr Sicherheit, da es nicht unbedingt ein kalkulierter Erfolg war“, sorgen bei Popp die unerwarteten Punkte für Erleichterung.
Für Denis Berberovic ist die Ringerwelt wieder in Ordnung
Für Denis Berberovic ist die Ringerwelt seit Samstagabend wieder in Ordnung und der Fauxpas in Burghausen damit abgehakt. Auch der Abteilungsleiter der Heilbronner Ringer hatte im Vorfeld gegen Weingarten eher mit einer Niederlage gerechnet. „Die haben andere finanzielle Mittel als wir“, sagt Berberovic über den stark besetzten Kader des Aufsteigers.
Popp tat sein Bestes zum Gesamterfolg, gab gegen den Kubaner Oscar Pino Hinds, einem Athleten, der die Schwergewichtsklasse im griechischen-römischen Stil in den nächsten Jahren wohl dominieren wird, beim 0:3 lediglich zwei Mannschaftpunkte ab. Es war für Popp aber kein Kampf, der vergnügungssteuerpflichtig war, sondern sehr viel Arbeit erforderlich machte. „Endlich wieder auf der Matte zu stehen, war aber schon ein Spaßfaktor“, sagt Popp, der nicht mehr so im Training steht, wie noch zu Zeiten, als er für Deutschland international kämpfte. Es hätte nach dem 0:1 „mit einem 1:1 auch in meine Richtung ausgehen können, ich war aber in dem einen Moment unachtsam.“ Solche Momente zu einer Zweierwertung zu nutzen, zeichnet einen Weltklasse-Athleten wie Hinds nun mal aus.
Was den Kampf beim Tabellenletzten betrifft, warnt Popp davor, diesen auf die leichte Schulter zu nehmen, auch wenn Baienfurt/Ravensburg gegen Schorndorf (1:24) und in Urloffen (2:23) regelrecht von der Matte gefegt wurde. „Über deren deutliche Niederlage gegen Urloffen war ich schon ein bisschen verwundert“, sagt Popp. „Aber klar, nach unserer Leistung gegen Weingarten gehen wir schon als Favorit ins Rennen und wollen auch mit einem Sieg heimkommen.“
Red Devils hoffen in Baienfurt und Urloffen auf zwei Siege
Dass, ob der etwas leichteren Aufgabe an diesem Wochenende, das eine oder andere Red-Devils-Ass pausiert, auch um die finanziellen Ressourcen zu schonen, könnte lauf Popp „natürlich passieren“. Mit größeren Änderungen in der Aufstellung rechnet er aber nicht. „Geht man mit einer leichtfertigen Einstellung in einen Kampf gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner, kann man ganz schnell in die Bredouille kommen und die Punkte abgeben.“
Die Zähler gegen Baienfurt und eine Woche später in Urloffen wollen die Heilbronner schon auf dem eigenen Konto stehen haben. Dazwischen wird es als Derby-Gastgeber für den ASV Schorndorf verdammt schwer. „Die spielen ein bisschen in einer anderen Liga“, sagt Popp über den ASV.
Auch Berberovic warnt davor, Baienfurt/Ravensburg zu unterschätzen und sagt: „Ich rechne mit einem Sieg, aber gegen Weingarten bin ich davon ausgegangen, dass wir verlieren.“ Dass es gegen die Germanen anders gekommen ist, hatte spekulativ damit zu tun, dass sich die Verantwortlichen der Gäste im taktischen Aufstellungspoker verzockt hatten. Hinzu kam, dass der eine oder andere Heilbronner auf der Matte über sich hinauswuchs. Überraschungen sind im Ringersport immer möglich. Nach der positiven soll für Heilbronn jetzt aber keine negative folgen.
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