Weltmeister Frank Stäbler kehrt zu den Red Devils zurück

Ringen  Der dreimalige Ringer Weltmeister beendet seine Karriere beim Bundesligisten Red Devils Heilbronn und bringt auch noch seine starken Trainingspartner Abdolmohammad Papi und Marius Braun mit. Auch sie haben schon einmal das Trikot der Neckargartacher getragen.

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Nach seiner Corona-Infektion quält sich Frank Stäbler derzeit für die Olympischen Spiele in Tokio. Mit Atemtrainer Yasin Seiwasser (links) hat er sich einen weiteren Spezialisten in sein Team geholt. Von Herbst an ist der 31-Jährige wieder ein Red Devil.

Noch vor zwei Wochen hatte Jens Petzold keinen Gedanken an eine Rückkehr von Frank Stäbler verschwendet, laut des Ringer-Abteilungsleiters der Red Devils Heilbronn auch bedingt durch einen deutlich geringer geplanten Bundesliga-Etat. Doch jetzt ist alles anders gekommen. Der dreimalige Weltmeister und sechsmalige Ringer des Jahres geht wieder für den Bundesligisten auf die Matte. Der 31-Jährige hat am Donnerstagabend für die Saison 2021/22 zugesagt, es wird seine letzte sein. Zuvor will er sich in diesem Sommer bei Olympia seinen einzig noch verbliebenen sportlichen Traum erfüllen und in Tokio olympisches Edelmetall erringen.

Sponsor aus Ilsfeld macht es möglich

"Erst die finanzielle Unterstützung der Firma Stromkreis durch deren Geschäftsführer Nico Roder hat es uns ermöglicht Franky zurückzuholen", berichtet Jens Petzold. Stromkreis ist ein in Ilsfeld ansässiges Unternehmen für Energievermarktung und Energiekostenoptimierung, deren Markenbotschafter Frank Stäbler ist.

"Ich freue mich sehr auf meine Abschiedssaison gemeinsam mit den Red Devils", sagt Frank Stäbler, der bei Einzelmeisterschaften aber weiter für seinen Heimatverein KSV Musberg startet. Es ist eine beiderseitige Freude, die Petzold "unheimlich stolz", macht "diesen Ausnahmeringer auf seiner Abschiedstournee begleiten zu dürfen". Dass Stäbler sich für die Red Devils entschieden hat "zeigt auch, dass er sich in den vergangenen Jahren bei uns und in Heilbronn sehr wohl gefühlt hat. Auch das war ein sehr wichtiges Argument, das mit den Ausschlag für die Rückkehr gegeben hat."

Besonderes Verhältnis zu Jens Petzold

Frank Stäbler ist wieder ein Roter Teufel

Auch Marius Braun zieht sich wieder das Trikot der Red Devils an.

Foto: Mario Berger

Ein weiterer: Das besondere Verhältnis zwischen Stäbler und Petzold. Auch im Leistungssport zählen Freundschaften. Und Stäbler ist bekannt dafür, dass er keine weiten Reisen mag, wenn es um Bundesligakämpfe geht. Bereits 2017 bis 2020 war er das Aushängeschild der Roten Teufel. Nach dem Erreichen des Viertelfinales 2017/18 schaffte es das Team 2018/19 ins Finale um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft, unterlag aber SV Wacker Burghausen knapp. Unglücklich und umstritten kam im Folgejahr gegen den ASV Mainz im Viertelfinale das Aus. Wegen der Pandemie verzichtete die Abteilung des SV Heilbronn am Leinbach in der Runde 2020/21 auf einen Start. Stäbler wechselte nach Schorndorf, siegte beim ASV aber nur einmal, danach wurde die Saison abgebrochen.

Der Kader der Red Devils nimmt allmählich konkrete Formen an. Denn mit Stäbler kehren auch dessen Trainingspartner Abdolmohammad Papi (61 kg GR, ASV Schorndorf) und Marius Braun (80/86 kg GR, KSV Köllerbach) zurück. In Taimuraz Friev hat zudem ein weiterer Ex-Devils für die nächste Runde zugesagt.

Halbfinale als Minimalziel

Frank Stäbler ist wieder ein Roter Teufel

Nicht nur Frank Stäbler verstärkt die Heilbronner, auch sein ständiger Trainingspartner Abdolmohohammad Papi (unten) kehrt nach Neckargartach zurück.

Fotos: dpa

"Das Halbfinale ist unser Minimalziel. Wir haben mit der Liga noch eine Rechnung offen", betont Frank Stäbler und Petzold ist zuversichtlich eine schlagkräftige Truppe aufzubieten. "Franky schenkt uns das Vertrauen, das ist sensationell. Es gibt keinen besseren Türöffner für Gespräche mit weiteren potenziellen Zugängen." Bereits Mitte oder Ende nächster Woche sind weitere Verpflichtungen möglich.

Frank Stäbler macht es den Verantwortlichen der Red Devils zudem leichter Sponsoren zu gewinnen. "Es ist ein Signal, dass wir unseren bisherigen Weg weiter gehen wollen. Es heißt ja im deutschen Ringersport, da wo Frank Stäbler ist, dort ist der Erfolg", sagt Jens Petzold.

Seine Gedanken gehen bereits Richtung Saisonstart, der für Anfang September geplant ist. Dann hoffentlich ohne Corona, aber in einer mit Zuschauern vollbesetzten Römerhalle. "Jeder, der Frank Stäbler nach den Olympischen Spielen nochmals ringen sehen will, kann ihn in Heilbronn erleben", rührt Jens Petzold schon mal ganz ungeniert die Werbetrommel.


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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