Ringer-Saison in den unteren Ligen weiter fraglich

Ringen  Ob und in welchem Modus in diesem Jahr eine Ringer-Bundesliga-Saison durchgeführt werden kann, entscheidet sich in den nächsten Wochen. Erst dann wird auch die Frage zu beantworten sein: Mit oder ohne den Red Devils Heilbronn?

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Geklärt ist derweil, eine Saison in der Regionalliga wird es nicht geben. Diese Entscheidung wurde bereits am vergangenen Freitag verkündet. Wie in Württemberg mit den Ligen darunter, von der Oberliga an abwärts verfahren wird, das sollte sich eigentlich am zurückliegenden Wochenende klären. Die Entscheidung wurde aber um drei Wochen vertagt.

Vereine haben um eine Fristverlängerung gebeten

"Neun der zehn Oberliga-Vereine haben um eine Fristverlängerung bis zum Ende der Kalenderwoche 29 gebeten, ob gerungen wird oder nicht", erzählt der Vorsitzende des Ringerbezirks Unterland, Hans Michael Raiser. "Die Verbände in Hessen und Nordbaden haben dagegen ihre Saison abgesagt."

Bis zum zurückliegenden Sonntag mussten sich die Vereine in Württemberg der Verbands- und Landesliga sowie der Landes- und Bezirksklasse für oder gegen eine Mannschaftsrunde erklären. Am Donnerstag hielten die Vereinsvertreter der Oberliga-Vereine und der Verband eine Videokonferenz ab.

"Findet eine Oberliga-Saison statt, bekommen wir in den Klassen darunter sicherlich auch ein Wettkampfsystem zusammen", macht Raiser aber deutlich: "Ohne die Oberliga geht es auch in den unteren Ligen nicht auf die Matte."

Was die Clubs unterhalb der Oberliga betrifft, hält es sich die Waage. Viele wollen, ebenso viele äußern aber auch große Bedenken.

Auflagen sind nur schwer umzusetzen

Die Auflagen, die Corona-Bestimmungen, auch was die Zulassung von Zuschauern betrifft sind nur schwer umzusetzen. "Es gibt etliche Vereine mit Mini-Hallen, wenn auf Grund der Abstands-Regelungen nur wenige Zuschauer rein dürfen, rechnet sich das wirtschaftlich nicht", gibt Raiser zu bedenken.

Dass kein endgültiger Beschluss für die unteren Ligen verabschiedet wurde, sieht Michael Schönig, Abteilungsleiter des VfL Obereisesheim und Sprecher der Landesligisten, in den Corona-Lockerungen der Landesregierung begründet, was Training und Wettkämpfe betrifft.

"Nachdem am Ende der vergangenen Woche verkündet wurde, dass ab 1. Juli wieder auf der Matte trainiert werden kann, sieht die Sache wieder etwas anders aus", sagt Schönig, dennoch ist alles offen. "Ohne teilnehmende Vereine, kann der Verband aber keine Saison starten." Die sportliche Hängepartie geht weiter, wohl bis zum 17. Juli.

Mehrheit ist für einen Saisonstart, doch die Bedenken sind beträchtlich

"Was uns Landesligisten betrifft", sagt Schönig, "die Vereine sind mehrheitlich für einen Saisonstart, aber mit großen Bedenken. Was passiert, wenn die zweite Corona-Welle kommt?" Und dann die Zuschauerfrage. "Wir haben in unserer Eberwinhalle keine Probleme", sagt Schönig, Abstands-Regularien könnten locker verkraftet werden, ohne einem Teil der Besucher den Eintritt verwehren zu müssen. "Aber was macht zum Beispiel Meimsheim, die haben eine ganz, ganz kleine Halle."

Fest steht, eine mögliche Saison würde in einem verkürzten Modus ab dem 17. Oktober stattfinden. Von der Oberliga abwärts würde in jeder Liga in zwei Gruppen gekämpft werden. Anschließend ab Mitte Dezember und im Januar 2021 würden die Meister und Absteiger im Playoff-Verfahren ermittelt werden.


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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