Red Devils kämpfen um Weltmeister Frank Stäbler

Ringen  In dieser Woche klärt sich, ob der dreimalige Weltmeister vom ASV Schorndorf zum Heilbronner Bundesligisten zurück wechselt. Eine Rückkehr hätte auch Auswirkungen auf die sportlichen Ziele der Devils.

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Frank Stäbler: Weiter in Schorndorf oder zurück zu den Devils?

Foto: Bertok

Bei den Verantwortlichen der Red Devils Heilbronn wird im Hintergrund viel gearbeitet. Seit die Ringer-Sparte des SV Heilbronn am Leinbach Anfang Januar die Rückkehr in die Mannschafts-Bundesliga zur Saison 2021/22 verkündete, herrscht in der Geschäftsstelle der Mattenkämpfer rege Betriebsamkeit in Sachen Kaderplanung.

Die Rückkehr des WM- und Olympia-Fünften Eduard Popp Mitte des vergangenen Monats war ein erstes Ausrufezeichen. Das Eigengewächs hatte für die zurückliegende Abbruchsaison beim KSV Witten unterschrieben, um nach dem vorübergehenden Rückzug der Roten Teufel Kampfpraxis sammeln zu können, was wegen der Coronavirus-Pandemie dann aber bekanntlich nicht klappte. Die selben Beweggründe ließen Ausnahmeringer Frank Stäbler zum ASV Schorndorf wechseln. Nun ist die Option vorhanden, dass auch der dreimalige Weltmeister in die Neckargartacher Römerhalle heimkehrt.

Stäblers Unterschrift wäre richtungsweisend für die weitere Kaderplanung

"Wir stehen vor den vielleicht entscheidenden Tagen hinsichtlich unserer Kaderplanung. Schon Ende dieser Woche könnten wir eine Mannschaft zur Verfügung haben, die es in die Playoffs schafft", macht Ringer-Abteilungsleiter Jens Petzold den Fans der Red Devils Hoffnung, dass auch Stäbler wieder das Trikot der Heilbronner trägt, sagt aber auch "von Frankys Unterschrift hängen viele weitere wichtige Verpflichtungen ab". Die Lichtgestalt des deutschen Ringens wäre nach Eduard Popp der nächste Türöffner für die finalen Gespräche mit anderen Athleten.

"Die Chancen, dass Frank Stäbler wieder für uns auf die Matte geht, stehen 50:50 - entweder er bleibt in Schorndorf oder er kehrt zurück", klärt Petzold auf. Was das Pendel in Richtung Red Devils ausschlagen lassen könnte, ist der Umstand, dass Stäbler auf Vermittlung von Jens Petzold Markenbotschafter der Firma Stromkreis GmbH geworden ist. Sitz des Unternehmens für Energievermarktung und Energiekostenoptimierung ist Ilsfeld. Stromkreis-Geschäftsführer Nico Roder würde es laut Petzold natürlich gerne sehen, dass sein Werbepartner in der Region und nicht für Schorndorf ringt.

Transfermarkt war noch nicht leergefegt

Vor gut drei Wochen war Petzold noch skeptisch, ein Team auf die Beine stellen zu können, das die Playoffs erreichen kann. Nun sieht es deutlich besser aus. "Wir waren bei der Kaderzusammenstellung spät dran, die Befürchtung, der Transfermarkt sei leergefegt, hat sich aber nicht bestätigt. Es waren noch genügend Top-Ringer vorhanden", sagt Petzold. Nun warten alle auf die Entscheidung von Frank Stäbler.

Nach dem geplanten Start bei den Olympischen Spielen in diesem Sommer in Tokio, läutet die nächste Bundesliga-Saison wohl den sportlichen Abschied von Stäbler ein, der 2022 mit großer Wahrscheinlichkeit seine Karriere beenden wird. "Franky hat sich in seinen drei Jahren bei uns sehr wohl gefühlt, und da ist es unser Ziel, dass er seine Abschiedstournee für Heilbronn absolviert", sagt Petzold.

Geklärt ist die Trainerfrage, Patric Nuding hat seinen Vertrag mit den Red Devils verlängert. Voran kommt auch die Suche nach einem Leiter der Geschäftsstelle. Auf eine Stellenausschreibung über Facebook gingen gleich sieben Bewerbungen ein. Was die Nachfolge von Jens Petzold als Abteilungsleiter betrifft, sollte in knapp drei Wochen Klarheit herrschen.


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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