Red Devils gegen Lions: Das Duell der Ungeschlagenen

Ringen  Die Heilbronner um den Olympia-Achten Eduard Popp treffen in der Bundesliga am Samstagabend auf Nackenheim mit Bronze-Gewinner Denis Kudla.

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Trotz der körperlich wie mental anstrengenden Vorbereitung auf die Olympischen Spiele ist Eduard Popp derzeit noch immer in einer sehr guten Form. Der Schwergewichtler ringt in Nackenheim gegen den Griechen Laokratis Kesidis.

Foto: Andreas Veigel

Welch elitäre Schlange an der Grillstation. Einzig Olympia-Starter stehen artig mit ihrem Porzellanteller in der Hand vor dem Eingang des Hotel Forsthof und warten auf ihr frisch zubereitetes Fleisch. Energie für den EM-Dritten Eduard Popp, Frank Stäbler und Denis Kudla, die bei den Spielen in Tokio mit Bronze belohnt worden sind, sie haben ihren Spaß. Locker und allerbester Laune vergessen sie beim Olympia-Empfang des Deutschen Ringer-Bundes in Steinheim/Murr für einige Stunden die Strapazen, die hinter ihnen liegen.

Während Frank Stäbler am Samstagabend (19.30 Uhr) noch pausiert, sehen sich die Griechisch-Römisch-Asse Popp und Kudla wieder - beim Bundesliga-Duell zwischen dem SV Alemannia Nackenheim und den Red Devils Heilbronn, dem Topkampf der bisher noch ungeschlagenen Teams. Eduard Popp, der Schwergewichtler, wird sich selbstredend mit seinem Nationalmannschaftskollegen und Star der Lions freundschaftlich austauschen. Doch auf der Matte ringt jeder um die Maximalpunktzahl für sein Team.

WM in Oslo? Die lassen Popp als auch Kudla sausen

Popp wie Kudla verzichten auf die Weltmeisterschaften in Oslo (2. bis 10. Oktober). "Die zwei haben jetzt zwei Olympia-Zyklen durchgezogen. Das sind acht Jahre, das kann man kaum erklären, wie groß die Belastung körperlich wie mental ist", sagt Bundestrainer Michael Carl. "Das kostet viel Energie, daher war schon im Vorfeld klar besprochen, dass die WM für keinen der Olympia-Starter eine Option ist." In Oslo sammeln die Jüngeren Erfahrung.

Eduard Popp gönnt sich international mehrere Monate Pause. "Ich regeneriere mich ein halbes Jahr, pflege meine Knochen und verdaue die vergangenen Jahre. Dann schaue ich von Jahr zu Jahr", sagt der 30-Jährige. Die Red Devils freut das, der Möckmühler konzentriert sich nun auf die Kämpfe im Trikot der Roten Teufel.

Man kennt sich: Kesidis ist ein internationaler Topmann

In Nackenheim trifft Eduard Popp in der Klasse bis 130 Kilo auf Laokratis Kesidis. Er kennt den mehrmaligen griechischen Meister von Trainingslagern und zählt den 29-Jährigen "zu den internationalen Topleuten".

Doch der zweifache Familienvater zehrt trotz des derzeit geringeren Trainingsaufwandes noch immer von seiner perfekten Vorbereitung auf die Spiele in Japan im August - abzulesen ist dies auch an seinen tadellosen Leistungen in den bisherigen drei Bundesliga-Kämpfen. "Eddi war vor und bei Olympia in der Form seines Lebens", sagt Michael Carl lobend über seinen nunmehr Ältesten im Nationalteam und traut Popp zu, dass der Schwung durchaus noch einige Zeit anhält.

Popp: Wir haben eine coole und witzige Mannschaft

Der von der Sporthilfe Unterland geförderte Athlet hat Lust auf die Liga, die er in dieser Saison sehr stark einschätzt, weil "nach Tokio viele Nationen ihren Athleten wieder Freigaben für Kämpfe im Ausland erteilen". Und teamintern fühlt sich Eduard Popp wohl wie lange nicht: "Es ist echt eine coole und witzige Mannschaft, die Harmonie stimmt." Sprachbarrieren kennt der Olympia-Achte ohnehin keine, Eduard Popp, der in Barnaul geboren ist, spricht Russisch und hat mit seiner frühen Zusage in Neckargartach nicht nur ein Zeichen gesetzt, sondern - wie auch Cheftrainer Patric Nuding - sein Netzwerk genutzt, um Topringer ins Unterland zu locken. Der EM-Dritte steht seit Jahren für höchste Qualität.

"Es ist schön, wenn man sich untereinander unterhalten und eine Brücke bauen kann. Es macht einfach Spaß, wir haben eine gute Atmosphäre im Team", sagt Eduard Popp. Mehr noch: "In jedem steckt sehr viel Potenzial." Das lässt nicht nur für das Duell am Samstag gegen Nackenheim hoffen.


Stefanie Wahl

Stefanie Wahl

Leiterin der Sportredaktion

Sport bedeutet mehr als Sieg und Niederlage: Seit 2005 leitet Stefanie Wahl das Ressort bei der Stimme. Die ehemalige Leichtathletin beschäftigt sich mit Wintersport und fungiert seit 2007 als Geschäftsführerin der Sporthilfe Unterland e.V.

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