Red Devils empfangen Talentschuppen aus Neuss

Ringen  Zweiter Heimkampf des Heilbronner Bundesligisten. KSK Konkordia ist ein ernstzunehmender Gegner.

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Devils-Neuzugang Radoslaw Baran (rotes Trikot) und seine Kollegen müssen sich nach zwei Auftaktsiegen am Samstag erneut beweisen. Diesmal gegen Neuss. Die Gäste reisen mit vielen jungen Talenten an.

Foto: Mario Berger

Der Saisoneinstieg ist gelungen. Mit zwei Siegen gegen die Wrestling Tigers Rhein/Nahe und beim ASV Mainz 88 haben sich die Red Devils Heilbronn in der Ringer-Bundesliga West als Tabellenführer in Stellung gebracht, vor dem punktgleichen SV Alemannia Nackenheim.

Am Samstag (19.30 Uhr) empfangen die Roten Teufel in der Neckargartacher Römerhalle im zweiten Heimkampf mit der KSK Konkordia Neuss einen Gegner, der nicht zu unterschätzen ist. Das Team aus Nordrhein-Westfalen ist mit vielen jungen Talenten besetzt, die auch schon international für Aufsehen gesorgt haben.

"Es war eine Standortbestimmung, und für die ersten beiden Kämpfe sind die Leistungen auch in Ordnung gewesen", ist Chefcoach Patric Nuding mit den zwei Siegen zum Saisonauftakt zufrieden. "Es waren für die Ringer ja jetzt fast zwei Jahre lang völlig ungewohnte Umstände. Unsere Jungs wissen jetzt, wo sie stehen und an was sie noch arbeiten müssen, um sich weiter zu steigern. Das ist eine gute Basis. Es war wichtig, die Jungs endlich mal zusammen zu haben. Jeder hat gesehen, dass wir eine gute Mannschaft sind. Es hat allen Spaß gemacht."

Das System in der Mannschafts-Bundesliga ist anders

Wichtig ist, dass diejenigen Athleten unter den Red Devils, die erstmals in der Mannschafts-Bundesliga ringen, das System verstehen. "Wenn du international auf einem Turnier einen Kampf verlierst, ist es egal, ob es eine 0:2- oder 2:15-Niederlage ist", sagt Nuding. In der Bundesliga ist das anders, da gilt es bis zur letzten Sekunde alles zu geben, um an den Kontrahenten so wenig Mannschaftspunkte wie möglich abzugeben.

Verliert ein Athlet mit ein oder zwei Zählern Unterschied, erhält der Gegner einen Punkt. Bei einer Differenz von drei bis sieben Zählern sind es zwei, und bei einer noch deutlicheren Niederlage werden drei oder vier Mannschaftspunkte abgegeben. Und so entscheidet auch ein mehr oder weniger deutlich verlorener Kampf über den Gesamtausgang.

Nuding warnt davor, die beiden Auftaktsiege zu hoch zu bewerten. Der Erfolg gegen die Wrestling Tigers war einer der Kategorie Pflichtsieg. Und das 19:9 beim Mitfavoriten kam auch nicht überraschend. "Wenn Mainz mit der stärksten Mannschaft antritt, wird das ein Kampf auf Augenhöhe", sagt Nuding. Am Wochenende musste Mainz jedoch auf den ein oder anderen seiner ausländischen Topringer verzichten, die auf internationalen Turnieren im Einsatz waren.

Knappe 14:16-Niederlage für Neuss zum Auftakt

Keine leichte Aufgabe erwartet die Red Devils am Samstag gegen den Talentschuppen aus Neuss. "Die haben ihren ersten Mannschaftskampf gegen Nackenheim nur mit 14:16 verloren", macht Nuding deutlich, dass die Konkordia-Truppe kein Team sei, das man so locker im Vorbeigehen besiegt. Am Tag zuvor hatte Nackenheim die Mainzer mit 21:5 deutlich von der Matte gefegt.

"Neuss ist schon ein schwerer Brocken, auch die sind am Wochenende nicht in Bestbesetzung angetreten", weiß Nuding, dass dieses Team nur mit einer Topleistung zu bezwingen ist. "Unser Gast betreibt schon seit Jahren eine sehr gute Nachwuchsarbeit." Hier sind vor allem die deutschen Juniorenmeister Aaron Bellscheidt und Deni Nakaev wie auch der Junioren-WM-Dritte Samuel Bellscheidt zu nennen. Bei den Junioren-Weltmeisterschaften waren neben diesem Trio der Gäste auch die Neusser Salvatore Diana (Italien), Arslanbek Salimov (WM-Fünfter, Polen), Simone Piroddu (Italien) und Ayub Musaev (WM-Dritter, Belgien) erfolgreich vertreten.

Samuel Bellscheidt war einer von Stäblers Sparringspartnern

"Samuel Bellscheidt war vor den Olympischen Spielen in Tokio ein Trainingspartner von Frank Stäbler", sagt Nuding. Und wer vom dreimaligen Weltmeister und Olympiadritten als Sparringspartner ausgewählt wird, der muss ein starker Ringer sein. "Das sagt schon einiges über unseren nächsten Gegner aus. Das wird ein Hammer-Kampfabend", verspricht Nuding. Ziel ist es jedoch, auch das dritte Mannschaftsduell in diese Saison siegreich zu gestalten.

 


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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