Die Red Devils als emotionale Einheit

Ringen  Heilbronn bejubelt in Nackenheim einen 16:8-Erfolg und geht somit ungeschlagen in die WM-Pause. Starke Vorstellung von Eduard Popp.

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Mikhail Ivanov (rotes Trikot) hat sich in der Klasse bis 57 Kilo bisher stetig gesteigert und in Nackenheim nun einen Überlegenheitssieg gelandet.

Foto: Philipp Föll

Mit vier Erfolgserlebnissen binnen drei Wochen in die Pause zu gehen, stärkt das Selbstbewusstsein des noch ungeschlagenen Tabellenführers. Nach dem überzeugenden 16:8-Erfolg der Red Devils Heilbronn am Samstagabend in der Staffel West beim SV Alemannia Nackenheim ruht die Ringer-Bundesliga nun einen Monat lang für die Weltmeisterschaften, die vom 2. bis 10. Oktober in Oslo ausgetragen werden. "Wir nehmen die Pause, wie sie kommt", sagt Red-Devils-Cheftrainer Patric Nuding, "und wissen, dass wir mehr Zeit haben an einigen Dingen zu arbeiten und uns noch weiter zu steigern."

Nach den Olympischen Spielen in Tokio hat die WM, die der Weltverband United World Wrestling (UWW) aus dem vergangenen Jahr in den Herbst 2021 verschoben hat, allerdings nicht mehr den gewohnt hohen Stellenwert. Der Deutsche Ringer-Bund schickt daher jüngere Athleten nach Norwegen, damit diese Erfahrungen sammeln. Aus dem internationalen Kader der Roten Teufel startet ein Duo in Oslo: Freistil-Ass Taimuraz Friev, der für Spanien auf die Matte geht - und der polnische EM-Dritte Radoslaw Baran.

Marius Braun gibt alles und unterliegt 0:6

Auch die Nackenheimer entsenden WM-Starter, dazu gehören Osman Kubilay Cakici und Arkadiusz Kulynycz. Der deutsche Meister hat bei seiner WM-Generalprobe vor nur etwa 200 Zuschauern in der Bodenheimer Sporthalle in der Klasse bis 80 Kilo Freistil gegen Georg Harth einen 4:0-Punktsieg geholt, auch der Pole Kulynycz hat bis 86 Kilo Marius Braun 6:0 geschlagen - und damit nach der Pause zwei Zähler für die Nackenheimer beigesteuert. Doch Patric Nuding sagt: "Kulynycz ist gefährlich, er hat schon den ein oder anderen internationalen Topmann geschultert. Marius hat alles gegeben."

Da die Red Devils die Klasse bis 71 Kilogramm unbesetzt gelassen haben, weil Abdolmohammad Papi noch nicht zur Verfügung gestanden ist, sammelt Nackenheim weitere vier Punkte - mehr an diesem Abend aber auch nicht. Weil sich die Red Devils erneut als geschlossene Einheit präsentieren. "Es ist eine unfassbare Vorstellung der Mannschaft gewesen, jeder hat für den anderen gekämpft", sagt Abteilungsleiter Andreas Sadri und nennt den Kampfabend "eine zweistündige emotionale Explosion".

Popps Gegner hat kurz zuvor die Thor Masters gewonnen

Beigetragen hat dazu einmal mehr der Olympia-Achte Eduard Popp mit drei Punkten für das Team. "Er hat einen Bombenkampf geboten und ist unser Garant", sagt Patric Nuding über den in Topform ringenden Schwergewichtler. Dabei hat der Grieche Laokratis Kesidis erst wenige Tage zuvor bei den gut besetzten Thor Masters in Dänemark bis 97 Kilo gewonnen. "Aber Eddi hat seinen Plan von der ersten Sekunde an verfolgt und den Kampf dominiert", meint Nuding.

Mit Robin Ferdinand erwischt Taimuraz Friev einen unangenehmen Gegner. Bis weit in die zweite Halbzeit hält der Bundeskaderathlet aus dem Westerwald gegen den 35-Jährigen ein 1:1, doch mit einem Vierer zeigt Friev seine Klasse und gewinnt mit 7:1. "Wir sind bissig, jeder hat verstanden, dass er um jeden einzelnen Punkt kämpft", sagt Nuding zufrieden.

Nackenheim - Red Devils Heilbronn 8:16 57 kg Freistil (FS): Furkan Ali Yildiz - Mikhail Ivanov TÜS 0:16 (0:4); 61 kg Griechisch-Römisch (GR): Jan Vielmuth - Hammet Rüstem SS 0:4 (0:4); 66 kg FS: Viktor Lyzen - Recep Topal PS 10:10 (0:1), 71 kg GR: Islam Koray Cakici - kein Gegner (4:0); 75 kg FS: Zelimkhan Valiyev - Daniel Sartakov PS 5:7 (0:1); 75 kg GR: Ruslan Kudrynets - Adam Juretzko PS 2:3 (0:1); 80 kg FS: Osman Kubilay Cakici - Georg Harth PS 4:0 (2:0); 86 kg GR: Arkadiusz Kulynycz - Marius Braun PS 6:0 (2:0); 98 kg FS: Robin Ferdinand - Taimuraz Friev PS 1:7 (0:2); 130 kg GR: Laokratis Kesidis - Eduard Popp PS 0:9 (3:0).


Stefanie Wahl

Stefanie Wahl

Leiterin der Sportredaktion

Sport bedeutet mehr als Sieg und Niederlage: Seit 2005 leitet Stefanie Wahl das Ressort bei der Stimme. Die ehemalige Leichtathletin beschäftigt sich mit Wintersport und fungiert seit 2007 als Geschäftsführerin der Sporthilfe Unterland e.V.

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