Die letzte Chance auf den ersten Einsatz im Jahr 2020

Ringen  Vorzeitiges Weihnachtsgeschenk für Eduard Popp: Der Ringer startet beim Individual World Cup in Belgrad und kann sich in der serbischen Hauptatadt vom 12. bis 18. Dezember auf Weltklasse-Niveau beweisen.

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Auf die winterlichen Freuden im Schwarzwald folgt bei Eduard Popp jetzt die Vorfreude auf die ersten Kampfeinsätze in diesem Jahr.

Foto: privat

Keine deutschen Meisterschaften, die Bundesliga-Saison wurde abgebrochen, ausgefallene Welt- und Europameisterschaften und auf 2021 verschobene Olympischen Spiele - für die Ringer bestand das Sportjahr 2020 bisher nur aus Trainingseinheiten. Aber quasi auf den letzten Drücker bietet sich zumindest für die Elite der Mattenkämpfer nun doch noch die Chance für internationale Wettkampfeinsätze auf Weltklasse-Niveau. Vom 12. bis 18. Dezember wird in Belgrad der Individual World-Cup ausgerichtet. Auch der WM-Fünfte Eduard Popp geht an den Start.

"Die Freude ist groß, 2020 überhaupt nochmals im Wettkampfmodus ringen zu dürfen", ist der World-Cup für den Schwergewichts-Athleten aus dem Unterland somit ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. In der vergangenen Woche absolvierte der Klassik-Spezialist mit den Kollegen der Nationalmannschaft ein Trainingslager im Leistungszentrum Herzogenhorn am Feldberg. Am Dienstag mussten sich die Athleten am Olympia-Stützpunkt Heidelberg noch einem zur Einreise nach Serbien notwendigen Corona-Test unterziehen.

Noch fehlen viele Informationen zum Ablauf

"Am Donnerstag fliegen wir nach Belgrad", berichtet Popp von einer Reise mit vielen Fragezeichen. Welche Corona-Bestimmungen das deutsche Team mit 15 Ringern sowie neun Ringerinnen dort erwarten, wie der tägliche Ablauf sein wird, mit einer eventuellen neuerlichen Testung und in wieweit sie während des Aufenthaltes in der serbischen Hauptstadt von der Außenwelt abgeschirmt sein werden, "dahingehend haben wir noch keine Informationen erhalten", sagt Popp.

Auch welche Gegner in seiner Gewichtsklasse im griechisch-römischen Stil bis 130 Kilogramm auf dem Turnier erwarten, ist ungewiss. "Da muss ich mich vor Ort überraschen lassen. Vermutlich werden es aber im Vergleich zu einer Weltmeisterschaft weniger Teilnehmer sein. Was man so hört, gibt es in dem ein oder anderen Team an Corona erkrankte Athleten", sagt Popp, der seine Kämpfe am Montag, dem 14. Dezember, bestreitet.

Popp wähnt sich in einer guten Verfassung

"Ich habe mich zuletzt auf mich selbst, auf mein Training und meine Form konzentriert", ist Popp für seinen sportlichen Auftritt in Belgrad positiv gestimmt. "Ich bin in einer guten Verfassung und sehe das Turnier als Test, wo ich am Ende dieses Jahres stehe. Je nach dem wie sich die Situation zeigt, werden die Karten anschließend neu gemischt."

Hat Eduard Popp nun doch noch ein sportliches Ziel im zu Ende gehenden Jahr 2020, ist ein privates Ziel bereits erreicht. Der 29-Jährige ist mit seiner Frau und den beiden Kindern Ende Oktober umgezogen. Von Neckarsulm nach Möckmühl, in die Stadt, die in frühen Kindheitstagen schon mal für gut zwei Jahre seine Heimat war und wo er einst beim ASV Möckmühl mit dem Ringen begann.


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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