Der nächste Showdown für die Red Devils

Ringen  Bundesliga-Spitzenreiter Red Devils Heilbronn erwartet den Tabellenzweiten SV Alemannia Nackenheim. Zuschauerzahlen bisher deutlich unter den Erwartungen.

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Klares Ziel: Radoslaw Baran (rotes Trikot) und seine Teamkameraden der Red Devils Heilbronn wollen ihre Gegner auch an diesem Samstag auf die Matte legen. Gegen Nackenheim soll unbedingt gewonnen werden.

Foto: Mario Berger

Die Topteams geben sich in der Römerhalle die Klinke in die Hand. Wurde vor zwei Wochen der ASV Mainz empfangen, der den Red Devils die erste Saisonniederlage bescherte, so gibt an diesem Samstag (19.30 Uhr) der Tabellenzweite SV Alemannia Nackenheim seine Visitenkarte in Neckargartach ab.

"Wir sind der Spitzenreiter und unser Ziel ist, diesen ersten Platz bis zum Ende der Hauptrunde zu verteidigen", macht Heilbronns Trainer Patric Nuding deutlich, mit einem Sieg gegen Nackenheim soll der Vorsprung auf den Kontrahenten auf vier Zähler ausgebaut werden. "Wenn wir diese zwei ganz wichtigen Punkte holen, sind wir eigentlich durch", sagt Nuding mit dem Blick auf danach nur noch zwei ausstehende Hauptrundenkämpfe in Witten und gegen Düren, bevor es in die Playoffs geht.

Klarer Erfolg der Red Devils im Hinkampf

Den Hinkampf in Nackenheim gewannen die Devils 16:8. "Auf dem Papier war da ein engeres Ergebnis erwartet worden. Aber durch unseren Teamspirit, dass jeder um jeden Punkt kämpfte, wurde es dann doch deutlicher", sagt Nuding, "Nackenheim hatte zuletzt Verletzungsprobleme, verfügt aber dennoch über eine starke Mannschaft mit Topleuten. Wenn die alles ausgraben, wird es ein Kampf auf Augenhöhe." Im Kader der Alemannia stehen unter anderem der Olympia-Dritte Dennis Kudla, 2018-Weltmeister Eldaniz Azizli und der aktuelle WM-Dritte Fazli Eryilmaz.

Andreas Sadri, Geschäftsstellenleiter und Abteilungsleiter der Red Devils, erhofft sich zu diesem Highlight viele Zuschauer, deutlich mehr als in den bisherigen Heimkämpfen. In den vier Auftritten in der Römerhalle der Saison 2021/22 wurden zusammen nur rund 1250 Zuschauer gezählt. Kalkuliert wurde mit der doppelten Anzahl.

"Weniger Zuschauer führen automatisch zu einem geringeren Gewinn, es wird dann zudem auch weniger konsumiert", berichtet Sadri von einem Minus in der Kasse und macht auch die Maskenpflicht in der Halle dafür verantwortlich, dass der eine oder andere Fan lieber daheim bleibt. "Wir haben im Vorfeld der Saison mit bis zu 500 Zuschauern und dann steigenden Zahlen bis 700 und in den Playoffs bis 1000 kalkuliert. Jetzt liegen wir im Schnitt bei knapp 300."

Verschärfung der Corona-Regeln verursachen zusätzliche Kosten

Die Verschärfung der Corona-Regeln in der seit Mittwoch geltenden Alarmstufe II könnte die Besucherzahl weiter sinken lassen, dem gegenüber steht, dass sich der personelle Aufwand bei der Einlasskontrolle nochmals erhöht. Dadurch entstehen weitere Kosten. "Höhere Ausgaben, weniger Einnahmen", konstatiert Sadri.

Auch die Konkurrenz leide unter diesen Problemen und könnten diese vielleicht nicht so gut verkraften wie die Devils. "Da ist die Gefahr groß, dass die Vereine irgendwann sagen, das Geld wird knapp, so dass wir bald nur noch Sportler auf der Matte haben, die vielleicht nicht über das Niveau für echte Spitzenkämpfe verfügen." Für die Red Devils schließt Sadri dieses Szenario (noch) aus. "Wir haben alle da, die Rang und Namen haben, angefangen bei Frank Stäbler und Eduard Popp", sagt Sadri. "Aber wenn wir gegen Vereine kämpfen, die künftig nicht mehr alle ihre Topringer auf die Matte bringen, dann ist der Sport für die Zuschauer weniger attraktiv."

Sadri bleibt jedoch zuversichtlich: "Wir werden alles daran setzen den Zuschauern mit Cheerleadern, Pausenshow, Top-Athleten, attraktiven Gastropreisen und stets freundlich lächelnden Helfern einen tollen Abend zu bieten."

Bus-Shuttle und Halbzeit-Show

Da nur genesenen oder geimpften Personen mit einem negativen Schnell- oder PCR-Test der Eintritt in die Römerhalle gestattet ist, baut der SV Heilbronn am Leinbach vor dem Eingangsbereich eine Teststation auf, die am Samstag ab 16 Uhr besetzt sein wird. Zudem wird wieder ein Shuttle-Bus eingesetzt, der ab 18 Uhr zwischen dem Parkplatz am Freibad Gesundbrunnen und der Römerhalle pendelt. Die Rückfahrt ist bis eine Stunde nach Kampfende möglich.

Im Vorfeld des Bundesliga-Kampfes empfängt die zweite Mannschaft der Red Devils in der Landesliga um 17.30 Uhr den RSV Benningen.

Als Pausenact des Bundesligakampfs sorgt die Tanzgruppe "Rebels", die Streetdance mit Einflüssen aus afrikanischen Tänzen, Salsa und Jazzdance performt, für Unterhaltung. 

 

 


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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