Bundesliga-Start im Ringen ohne die Red Devils Heilbronn

Ringen  An diesem Wochenende startet die Bundesliga im Ringen in die neue Runde -ohne die Red Devils aus Heilbronn. Deren Stars sind für ein Jahr in anderen Trikots zu ziehen - und müssen sich dabei ganz unterschiedlichen Herausforderungen stellen.

Email

Weg mit der Puppe, her mit den Kontrahenten. Für Frank Stäbler (rechts) und seinen Schorndorfer Club-Kollegen Jello Krahmer beginnt wieder die Bundesliga.

Foto: dpa

Lange haben sie gerungen. Nicht auf der Matte, sondern in den Vereinszimmern. Um herauszufinden, was für jeden einzelnen Club machbar ist und Konzepte zu erarbeiten, damit Wettkämpfe möglich sind. Am Samstag startet nun die Bundesliga in drei Gruppen (Südwest, Südost und Nordwest) in eine besondere Saison. Ohne die Red Devils.

Die Heilbronner haben schon vor Wochen signalisiert, dass sie die Möglichkeit nutzen, die der Deutsche Ringer-Bund allen Vereinen angeboten hat: Die Teufel pausieren eine Saison, um - mit einem hoffentlich ausreichenden Etat und Topteam - wieder in die 1. Liga einzusteigen.

Wehmütig wird Jens Petzold, Abteilungsleiter des deutschen Vizemeisters von 2019, nicht, wenn er auf die Ansetzungen mit den ehemaligen Heilbronner Stars blickt. "Wehmut war da, als von den Vereinen die Passanforderungen eingegangen sind", sagt Jens Petzold. "Aber es ist wichtig, dass unsere Sportart im Fokus bleibt und dieses Jahr nicht völlig von der Bildfläche verschwindet."

Livestream Schorndorf

www.fight24.tv

Einmal mehr steht Frank Stäbler im Fokus

Den einen oder anderen Kampf plant Petzold vor Ort anzuschauen. Wie beim KSV Witten, wo der Olympia-Fünfte Eduard Popp unterschrieben hat - oder in Schorndorf. Dorthin blicken am Samstag (18.45 Uhr) nicht nur Fans aus der Region, wenn der ASV auf Nürnberg trifft. Einmal mehr steht Frank Stäbler im Fokus. "Franky hat mich schon eingeladen", sagt Petzold über den dreimaligen Weltmeister, der die Roten Teufel nach drei Jahren verlassen hat.

"Es war naheliegend, einem regionalen Topsportler eine Heimat zu bieten", hat Schorndorfs Trainer Sedad Sevsay bei der Bekanntgabe des Wechsels über den Europameister gesagt. Den Deal finanziell möglich gemacht hat ein privater Sponsor, er begleitet den 31-Jährigen bis zu den Olympischen Spielen in Tokio.

Stäblers Ziel: "Ich sehe mich in der Pflicht, dass sich die Mannschaft findet und traue uns das Halbfinale zu. Dann ist alles möglich." Bis zum Halbfinale sind acht Einsätze Stäblers geplant. Favorit für Jens Petzold ist erneut Mannschaftsmeister Burghausen: "An denen führt auch diese Saison kein Weg vorbei. Sie haben sich nochmals verstärkt. Ein möglicher Finalgegner wäre Schorndorf, aber Mainz und Kleinostheim sind auch stark."

Popp will viel Wettkampfpraxis bekommen

Die freie Wahl, gegen welchen Gegner er antreten mag, hat Eduard Popp in Witten. "Wichtig ist, mit Einsätzen Wettkampfpraxis zu sammeln", sagt der 29-jährige Olympia-Fünfte von Rio mit Blick auf die WM im Dezember. "Ich will jetzt nicht viele Kilometer fahren, um dann keinen Gegner gestellt zu bekommen oder einen, der mir deutlich unterlegen ist", sagt Popp. Sicher ist, dass er am Samstag gegen Nackenheim auf die Matte geht.

Die Roten Teufel Christian Fetzer, George Bucur, Dustin Scherf, Bogdan Eismont und Patryk Dublinowski treffen mit dem AV Germania Markneukirchen zum Auftakt beim KSC Hösbach an. Für Fetzer, der wie einige Kollegen von der ein Jahr dauernden Gastringerregel des Verbandes Gebrauch gemacht hat, ist der Wechsel eine Umstellung, da die Sachsen als Aufsteiger ganz ungewohnte Ambitionen haben. "Unser erstes Ziel ist der Klassenerhalt", sagt der 36-Jährige von der Ostalb.

Ein Leitwolf unter zahlreichen Jungen

Ausschlaggebend für seinen Wechsel sei jedoch der Reiz, viele Kämpfe zu erhalten. Ist der Griechisch-Römisch-Spezialist doch in den Klassen bis 71 und 75 Kilogramm variabel einsetzbar. "Mit meiner Erfahrung sehe ich mich als Leitwolf unter den zahlreichen Jungen und nehme die Aufgabe an", sagt Christian Fetzer.

Planungen der Red Devils

Die Red Devils planen, in der Saison 2021/22 wieder in der Bundesliga anzutreten. "Sofern die finanziellen und personellen Voraussetzungen geschaffen werden können", sagt Abteilungsleiter Jens Petzold. "Wir sind wieder auf der Suche nach einem Geschäftsstellenleiter, der auch die Gespräche mit Sponsoren führen soll." Petzold wird kürzer treten. "Ich arbeite gerne mit und setze mich mit Herzblut ein, aber kann nicht mehr die Hälfte der Arbeitszeit in meinem Unternehmen ins Ringen investieren." 


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

Stefanie Wahl

Stefanie Wahl

Leiterin der Sportredaktion

Sport bedeutet mehr als Sieg und Niederlage: Seit 2005 leitet Stefanie Wahl das Ressort bei der Stimme. Die ehemalige Leichtathletin beschäftigt sich mit Wintersport und fungiert seit 2007 als Geschäftsführerin der Sporthilfe Unterland e.V.

Kommentar hinzufügen