Red Devils wollen dominierende Rolle

Ringen  Die Planungen für nächste Saison laufen beim deutschen Vizemeister auf Hochtouren. Die Red Devils des SV Heilbronn am Leinbach gliedern ihr Bundesliga-Team in eine GmbH aus. Auch das Trainerteam bekommt Verstärkung.

Von Alexander Bertok
Red Devils wollen dominierende Rolle

Jens Breuer

Foto: Bertok

In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden aus den Kämpfern der Red Devils echte Feierbiester. Nach dem Finalrückkampf beim neuen und alten deutschen Meister Wacker Burghausen fiel den Heilbronner Ringern die Last und Anspannung einer ganzen Saison ab, was letztlich in einer ausgelassenen feucht-fröhlichen Team-Party endete.

Die Ringer-Abteilung des SV Heilbronn am Leinbach hat Geschichte geschrieben und will dies auch weiter tun. Der große Traum von der deutschen Mannschaftsmeisterschaft lebt weiter. "Wir sind nur eine Haarspitze weit weg vom Titel", sagt der Heilbronner Ringer-Boss Jens Petzold.

Patric Nuding wird neuer Cheftrainer

Die Planungen für die Saison 2019/2020 laufen im Hintergrund schon seit Wochen. Dabei geht es auch um die Ausgliederung der Bundesliga-Ringer in eine GmbH. Wie die Stimme berichtete ist die erste Personalie fix. Das Trainerteam wird durch Patric Nuding als neuem Chefcoach erweitert.

Für Petzold ein notwendiger Schritt, der auch den Richtlinien des deutschen Ringer Bundes geschuldet ist, da ein Trainer mit B-Schein am Mattenrand sitzen muss. Co-Trainer Marcus Mackamul ist in Besitz dieser Lizenz, doch beruflich bedingt nur eingeschränkt verfügbar. Der bisherige Cheftrainer Andrei Puscas arbeitet am Trainerschein, doch die Schulungen ziehen sich noch ein Jahr hin.

"Andrei bleibt aber bei uns, wir brauchen ihn", sagt Petzold. Nuding war zum Anfang der Saison für den Bundesliga-Konkurrenten Mainz tätig, wechselte im Herbst in den Schwarzwald zum Verbandsligisten SV Triberg um dort aus Gefälligkeit mit 37 Jahren auf der Matte auszuhelfen.

Der Kader soll verstärkt werden

Red Devils wollen dominierende Rolle

Was den Athleten-Kader für die nächste Saison betrifft, wurden am Sonntagmorgen nach der großen Vizemeister-Feier erste Gespräche geführt. "Wir wollen das Team komplett halten und es punktuell verstärken", macht Petzold deutlich, dass kein Ringer der aktuellen Mannschaft gehen muss, wenn er nicht von sich aus wechseln will. "Vorrangig ist, unsere Achse im griechisch-römisch zu halten." Hier geht es um die sportlichen Aushängeschilder mit Weltmeister Frank Stäbler, den Olympia-Fünften Eduard Popp, Ex-Europameister und Punktegarant Pascal Eisele sowie Publikumsliebling Christian Fetzer.

Was Verstärkungen betrifft, schauen sich die Verantwortlichen in beiden Stilarten der Gewichtsklassen 57, 61 und 98 Kilogramm auf dem Transfermarkt um. "Wir haben natürlich mit dem ein oder anderen potenziellen Neuzugang schon Vorgespräche geführt, und gebeten, dass sie uns bis nach der DM-Entscheidung eine Tür offen halten sollen", berichtet Petzold.

Der Kader wird breiter aufgestellt. "Wir drehen an diversen Stellschrauben", sagt Petzold. Der ein oder andere Athlet muss sich darauf einstellen, in der nächsten Saison weniger Kämpfe bestreiten zu können. Wir haben unsere Vorstellungen klar dargelegt. Noch hat kein Athlet unterschrieben, aber auch keiner hat gesagt, er wolle gehen." In zwei bis drei Wochen soll der Kader weitgehend stehen.

GmbH ist ein Muss für professionellere Strukturen

Geplant ist zudem, das Bundesliga-Team aus dem Verein in eine GmbH auszugliedern. "Dies ist ein Muss, um auch finanziell professionelle Strukturen zu schaffen", sagt Petzold.

Mit Ingo Breuer ist die Person gefunden, die der GmbH als Geschäftsführer vorstehen soll. Breuer wohnt in Lampoldshausen und ist Chef der IBC GmbH STAR-4-YOU, einem Unternehmen für Sportmanagement mit Hauptsitz in Kronau, das Athleten vermarktet und Premium-Partner des Deutschen Ringer Bundes ist.

"Wir haben die gleiche Vision", erzählt Breuer von ersten Treffen mit Jens Petzold während der Saison. "Ziel ist, Heilbronn zu einem Aushängeschild im Ringen werden lassen und diesen Sport in Deutschland für die nächsten zehn Jahre mit zu dominieren." Im Fokus liegt auch die Gewinnung und Betreuung von Sponsoren.

"Zur nächsten Saison soll die GmbH stehen", sagt Breuer. Der 51-Jährige kommt selbst aus der Ringerszene, ging in den 80er Jahren für den damaligen nordbadischen Bundesligisten SC Wiesental in den Gewichtsklassen 57 und 62 Kilogramm griechisch-römisch auf die Matte.

 
 

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