Red Devils stehen im Finale um die deutsche Meisterschaft

Ringen  Der Heilbronner Bundesligist gewinnt auch das zweite Halbfinale beim ASV Mainz und steht damit im Finale um die deutsche Meisterschaft. Gegner in den zwei Endkämpfen ist Titelverteidiger Wacker Burghausen.

Von Alexander Bertok

In blau: Abdulmohammad Papi. Foto: Bertok  

Ja! Es ist geschafft! Die Red Devils Heilbronn haben die Finalkämpfe um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft am 19. und 26. Januar gegen Wacker Burghausen erreicht. Nach dem 15:10-Erfolg in der Neckargartacher Römerhalle setzten sich die Athleten der Ringer-Abteilung des SV Heilbronn am Leinbach auch im zweiten Halbfinale beim ASV Mainz durch. Der Jubel nach dem 16:13-Erfolg war grenzenlos und hoch verdient.

„Ich bin mehr als zufrieden. Heute wurde alles abgerufen, was man braucht, um so eine Halbfinale auswärts zu gewinnen“, strahlte der Heilbronner Ringer-Boss Jens Petzold über das ganze Gesicht. „Die Jungs haben taktisch mit bedacht gerungen und sind kein allzu hohes Risiko eingegangen.“

Gesunde Portion Zuversicht

„Alles im grünen Bereich. In der Aufstellung der Mainzer gibt es keine Überraschung. Es ist so, wie wir kalkuliert hatten“, kam Co-Trainer Marcus Mackamul vom offiziellen Wiegen mit einer gesunden Portion Zuversicht zurück. Zumal die Red Devils nach ihrem Erfolg eine Woche zuvor ja quasi mit einem 5:0-Vorsprung auf die Matte gehen konnten.

Für die Red Devils eröffnete Nachwuchsmann Konstantin Schmidt den Kampfabend. Erwartungsgemäß war der 17-Jährige gegen Cihan Limann chancenlos, lag nach 19 Sekunden auf den Schultern. Vor einigen Wochen beim Rückkampf der Hauptrunde hatte Schmidt gegen ein Nachwuchstalent der Mainzer in seinem Premierenjahr in der ersten Mannschaft erstmals einen Bundesligakampf auf der Matte gewonnen.

Der Olympia-Fünfte Eduard Popp musste im Schwergewicht im ungeliebten Freistil antreten. Eine Niederlage gegen Wladimir Remel war eingeplant, diese hielt das bärenstark kämpfende Heilbronner Eigengewächs beim 1:4 aber in Grenzen und überließ Mainz nur zwei Mannschaftspunkte zum 0:6-Rückstand.

Kampf auf Augenhöhe

Einen Kampf auf Augenhöhe hatte Mackamul für Levan Metrevili Vartanov gegen Ilir Sefai prophezeit. Er sollte recht behalten, und das mit dem besseren Ende für Vartanov, der beim 4:3 den ersten Punkt für die Red Devils holte zum 1:6.

Bogdan Eismont unterlag dem Ex-Heilbronner Etka Sever, verhinderte mit einem starken zweiten Abschnitt aber eine Vierer-Wertung für Mainz. Der iranische Flüchtling Abdolmohammad Papi setzte sich gegen Dawid Erstic nach 0:3-Rückstand noch 14:3 durch und brachte die Teufel zur Pause auf 4:9 heran. „Wir sind voll im Plan“, sagte Mackamul und war bis dahin zufrieden, auch wenn Papi den spekulierten Vierer nicht geliefert hatte.

Drei Punkte lieferte auch der WM-Dritte Taimuraz Friev zum Auftakt des zweiten Kampfabschnitts. Heilbronn lag nur noch zwei Zähler hinten. Für den Ausgleich zum 9:9 sorgte George Bucur. Pascal Eisele machte mit Yasin Yeter kurzen Prozess und legte diesen nach 39 Sekunden auf die Schultern. Die Red Devils führten erstmals. Mit dem 13:9 war letztlich auch der Mannschaftsskampf entschieden. Der dreimalige Weltmeister Frank Stäbler siegte 12:1 zum 16:9. Im letzten Duell unterlag Oleg Motsalin 0:15. Doch hatte der Red Devils Anhang schön das Lied „Finale, Finale“ angestimmt. Heilbronn hatte 16:13 gewonnen.

„Das gibt heute eine feucht fröhliche Heimfahrt“, sagte Jens Petzold und grinste. „Zumindest für die, die es sich erlauben können. Aber die Athleten dürfen heute ebenfalls ein Gläschen mehr trinken. Auch wenn ab sofort die Finalvorbereitung beginnt.“