Red Devils gehen optimistisch in die Pause

Ringen  Heilbronner Bundesligist setzt sich beim noch erfolglosen Vorletzten FC Erzgebirge Aue mit 17:12 durch

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Red Devils gehen optimistisch in die Pause

Red-Devils-Cheftrainer Patric Nuding (Mitte) hat in Aue zwar eine etwas riskante Aufstellungsvariante gewählt, aber seine Taktik ist voll aufgegangen − und die Heilbronner sind als Sieger aus dem Erzgebirge heimgefahren.

Foto: Archiv/Mugler

Patric Nuding kann sich auf seine Ringer verlassen. Der Matchplan des Red-Devils-Cheftrainers war zwar mit einem gewissen Risiko verbunden, doch im Personalpoker stachen die Asse des deutschen Mannschafts-Vizemeisters im richtigen Moment. Im fünften Kampf der Hauptrunde feierten die Red Devils Heilbronn den vierten Sieg. Am Samstagabend setzten sich die Unterländer beim noch punktlosen Vorletzten FC Erzgebirge Aue mit 17:12 durch. Nun folgt eine knapp dreiwöchige Pause, ehe es am Freitag, 8. November, mit einem weiteren Auswärtskampf beim starken Aufsteiger ASV Schorndorf weitergeht.

"Ich bin sehr zufrieden", sagte Heilbronns Ringer-Boss Jens Petzold, der sich vor allem für Dustin Scherf und Marius Braun freute, die sich "für ihr Engagement der vergangenen Wochen in Aue mit einem Sieg belohnten." Ein dickes Lob hatte Petzold auch für Chefcoach Patric Nuding parat. "Das war aufstellungstechnisch eine taktische Meisterleistung von ihm."

Perfektes Wochenende: Schorndorf unterliegt 13:15

Für Red-Devils-Chef Jens Petzold war es ein perfektes Wochenende, da die bisher vier Mal siegreichen Schorndorfer mit dem 13:15 beim RSV Rotation Greiz ihre erste Niederlage kassierten und nun - wie die Red Devils Heilbronn - 8:2 Punkte stehen haben. "Jetzt ist alles angerichtet, für den großen Showdown in Schorndorf", sagt Jens Petzold, dessen Vorfreude auf dieses Derby schon jetzt riesengroß ist.

Die Red Devils hatten am Samstag lediglich einen Dämpfer zu verkraften - und diesen gleich zum Auftakt. Im Duell des starken Auer Russen Said Gazimagomedov gegen Levan Metreveli Vartanov hatten die Experten einen Kampf auf Augenhöhe erwartet, in dem Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage entscheiden würden. Vartanov lag mit 4:0 vorne, ehe sein Gegenüber auf 1:4 herankam. Zwei Sekunden vor dem Schlussgong ließ sich der Spanier überraschen. Es war eine Vierer-Wertung, die Gazimagomedov über einen 5:4-Erfolg jubeln ließ.

Levan Metreveli Vartanov passt einen Moment nicht auf

"Eigentlich war im Vorfeld eine knappe Niederlage einkalkuliert. Liegt man aber 4:1 vorne, dann will man auch den Sieg", sagte Jens Petzold. "Der Auer ist volles Risiko gegangen, da hat Levan einen Moment nicht aufgepasst."

Es folgte die kalkulierte vorzeitige Vierer-Niederlage von Andre Timofeev gegen den übermächtigen Schwergewichtler Christian John. Dustin Scherf holte die ersten beiden Mannschaftpunkte für die Unterländer. Technisch überlegen steuerte Taimuraz Friev vier weitere hinzu. Die Roten Teufel führten 6:5, um zur Halbzeit wieder zurück zu liegen (6:9), da Heilbronn im Freistil bis 66 Kilo keinen Ringer stellte. "George Bucur wurde von seinem Verband für ein Turnier gemeldet, und auch Michele Rauhut war nicht verfügbar", klärte Petzold auf.

Suyuncev und Yavuz machen alles klar

Zu Beginn des zweiten Abschnitts glich Marius Braun auf 9:9 aus. Christian Fetzer hielt seine Niederlage gegen den starken Mate Kraznai mit 2:5 in Grenzen. Khusey Suyunchev und Haydar Yavuz hatten es eilig, siegten jeweils vorzeitig zum 17:11. Der Sieg der Red Devils war damit gesichert. Die knappe Niederlage von Fabian Fritz fiel nicht mehr ins Gewicht.

"Die Pause kommt uns jetzt entgegen", sagte Patric Nuding schon vor der Abfahrt gen Osten, der "ein oder andere Akteur hat eine kurze Auszeit nötig". Das trifft in ersten Linie auf die WM-Starter zu. Frank Stäbler, Pascal Eisele und Avtantil Kenchadze haben nach dem Saisonhöhepunkt bisher noch keinen Einsatz für die Heilbronner gehabt. Andere gingen mit reduzierten Trainingsumfang auf die Matte - wie Eduard Popp, Anatoli Buruian, Haydar Yavuz, Taimuraz Friev und Sebastian Kolompar.

Die Pause ist für die WM-Starter aber auch das Signal, ohne Wettkampfstress das Pensum nach oben zu fahren. Weiterhin Wettkämpfe haben jedoch Eduard Popp und Jan Zirn. Popp startet für die Bundeswehr bei den Militärweltspielen in China. Der WM-Fünfte im Schwergewicht geht in Wuhan am Donnerstag auf die Matte. Für Zirn steht vom 28. bis 30. Oktober die U 23-WM in Budapest auf dem Programm.


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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