Red Devils erwarten Schorndorf zum Württemberg-Derby

Ringen  Bundesligist Red Devils Heilbronn erwartet im vorletzten Kampf der Hauptrunde den ASV Schorndorf. Die Aufstellung der Heilbronner ist geheim, nur die Personalie Stäbler ist bekannt.

Email

Darf Punktegarant Christopher Kraemer (rotes Trikot) am Samstag ran, dürfte er auf den Ex-Heilbronner Abdulmohammad Papi treffen.

Foto: Alexander Bertok

Glückwunsch an die Red Devils Heilbronn. Mit dem Sieg gegen Erzgebirge Aue hat das Team den zweiten Platz in der Bundesliga Südost abgesichert, der Einzug in die Playoffs ist fix. Die letzten Hauptrundenkämpfe diesen Samstag (19.30 Uhr) in der Neckargartacher Römerhalle gegen den Tabellenvierten ASV Schorndorf und eine Woche später beim Schlusslicht AC Lichtenfels werden dennoch mit voller Konzentration angegangen.

"Wir gehen weiter fokussiert von Kampf zu Kampf", ist es dem Heilbronner Cheftrainer Patric Nuding wichtig, seine Athleten vollends in Playoff-Form zu bringen. "Ich habe zudem nicht vor, nach den Niederlagen gegen Burghausen einen weiteren Kampf zu verlieren." Die Roten Teufel wären auch bei zwei Patzern nicht mehr von Rang zwei zu verdrängen. Der Dritte RSV Rotation Greiz könnte bestenfalls nach Punkten gleichziehen, aber in der Tabelle nicht mehr vorbeiziehen, da die Heilbronner beide direkten Duelle für sich entschieden haben.

Für die Remstäler geht es um die letzte Chance auf Platz drei

Während Lichtenfels nicht mehr als eine Pflichtübung ist, geht es diesen Samstag im Württemberg-Derby gegen den Aufsteiger richtig zur Sache. Für Nuding ist es ein besonderes Duell, war er bei den "Spartanern" doch selbst aktiver Ringer und in der Saison 2017 deren Trainer. Es war ein erfolgreiches Jahr, das mit dem Aufstieg in die Regionalliga endete.

"Da steckt viel Brisanz drin. Schorndorf wird mit der stärksten Aufstellung anreisen und alles versuchen", sagt Nuding. Für die Remstäler geht es im Unterland um die letzte Chance auf Platz drei, der ihnen die Option auf den Einzug in die Playoffs offenhält.

"Die wollen bei uns gewinnen", erwartet auch Devils-Abteilungsleiter Jens Petzold keinen entspannten Samstagabend. "Wir werden uns von der besten Seite zeigen. Das ist ein Derby, da geht es auch ums Prestige." Wie wichtig die Gastgeber diesen Württemberg-Vergleich nehmen, unterstreicht der geplante Einsatz des deutschen Vorzeigeringers Frank Stäbler. Dessen Saisonpremiere war schon vor zwei Wochen gegen den Meister SV Wacker Burghausen geplant. Eine Virusinfektion verhinderte da jedoch einen Einsatz des dreimaligen Weltmeisters.

Frank Stäbler mit Saisoneinstand

"Franky ringt, sofern er gesund aus dem Trainingslager mit der Nationalmannschaft von Fuerteventura zurückkehrt", verspricht Petzold. Auf der kanarischen Insel bringt sich auch Eduard Popp in Playoff-Form. Stäbler reiste auf Grund seiner Krankheit verspätet an und trainiert nicht im vollen Umfang.

"Es haben sich sehr viele Fans aus Schorndorf angemeldet, die Römerhalle wird voll sein", erzählt Petzold und freut sich auf mögliches Wiedersehen mit Abdulmohammad Papi. Der letztjährige Devil-Punktegarant hat nach seinem Wechsel zu den Spartanern in der Rückrunde im griechisch-römischen Stil vier seiner fünf Kämpfe gewonnen. Ein möglicher Gegner des Iraners auf Heilbronner Seite wäre Christopher Kraemer (fünf Siege, einer davon kampflos).

Einstimmung auf die K.o.-Runde

Shuttle-Bus

Aufgrund der begrenzten Parkmöglichkeiten rund um die Römerhalle bieten die Red Devils auch für den Kampf gegen Schorndorf einen Shuttle-Bus an. Dieser fährt ab 18 Uhr im Zehn-Minuten-Takt vom Parkplatz Gesundbrunnen zur Römerhalle. Die Rückfahrt ist bis eine Stunde nach Kampfende möglich.

Doch die Aufstellung ist geheim, nur die Personalie Stäbler ist bekannt. Sollte für Heilbronn Jan Zirn auf die Matte gehen, dürfte es zum Aufeinandertreffen gegen Freund und Trainingspartner Ilja Klasner kommen. Der deutsche Vizemeister der Gewichtsklasse griechisch-römisch bis 98 Kilogramm gegen den DM-Dritten, es wäre ein Schlüsselkampf. "Es geht auch um die Vorherrschaft hinter Ramsin Azizsir", spekuliert Zürn auf einen Einsatz. "Wir würden uns freuen." Spätestens am Samstag auf der Waage ist klar, ob es zum Kumpel-Duell kommt.

Patric Nuding ist "mit den Gedanken im Hinterkopf" schon im Playoff-Modus, schaut auf die Tabellen der Bundesligen Südwest und Nordwest, lotet möglichen Gegner für die Playoff-Auftakt am 28. Dezember und 4. Januar 2020 aus. Die Auslosung der Viertelfinal-Paarungen findet am Abend des 21. Dezember statt, unmittelbar nach Abschluss aller Hauptrundenkämpfe. Doch jetzt zählt erst das Derby gegen Schorndorf. Es ist die erste Einstimmung auf die K.o.-Runde.

Vorkampf der zweiten Mannschaft

Am Samstag wird in der Römerhalle ab 17.30 Uhr gerungen. Die zweite Mannschaft der Devils erwartet den KSV Neckarweihingen II. Die Heilbronner (20:8 Punkte) stehen in der Landesklasse hinter dem ASV Schorndorf II (27:3) und dem TSV Ehningen (20:8) auf Tabellenplatz drei.

Gewinnen die Roten Teufel wie auch Ehningen die beiden noch ausstehenden Wettkämpfe wären beide Teams weiterhin punktgleich. In der Abschlusstabelle würden die Red Devils aber auf Rang zwei vorrücken, da die direkten Vergleiche gewonnen wurden. Der Vizemeister hat unter bestimmten Voraussetzungen die Chance an einem Aufstiegsturnier zur Landesliga teilzunehmen.  

 

 

Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

Kommentar hinzufügen