Red Devils Heilbronn wollen gegen die Grizzlys zurück in die Erfolgsspur

Ringen  Das Bundesliga-Team der Red Devils Heilbronn erwartet am Samstag den SV Johannis Nürnberg. Die Gäste reisen mit einem Weltmeister im Kader an.

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Teufel wollen gegen Grizzlys zurück in die Erfolgsspur

Welche Asse zieht Trainer Patric Nuding (li.) im Aufstellungspoker gegen Nürnberg aus dem Ärmel? Dustin Scherf (re.) war in Burghausen nicht dabei.

Foto: Mugler

Aufstehen, Mund abwischen und wieder zurück in die Erfolgsspur - die Red Devils Heilbronn haben die 0:23-Klatsche bei Wacker Burghausen abgehakt. Nicht mit der besten Aufstellung angetreten, war gegen den topbesetzten deutschen Meister kein Kraut gewachsen. Der Fokus des Unterländer Bundesligisten ist aber längst auf den nächsten Gegner gerichtet. In einem Heimkampf wird am Samstag (19.30 Uhr) der Tabellensechste SV Johannis Grizzlys Nürnberg erwartet. "Wir müssen jetzt wieder gewinnen", macht Red-Devils-Chef Jens Petzold klar, es gibt nur einen Weg: den zurück in die Erfolgsspur.

Erster in der Bundesliga-Gruppe Südost zu werden, ist nach der Abfuhr in Burghausen mehr Traum als realistisch. Der zweite Platz ist aber Pflicht, um sicher ins Viertelfinale einzuziehen. Dass Rang drei nach der Hauptrunde das Saisonende bedeuten könnte, hätte weniger sportliche Gründe, wäre vielmehr dem Lospech geschuldet, da nur zwei Dritte der drei Bundesliga-Gruppen in die Playoffs einziehen. Das weiß niemand besser, als das Grizzly-Team. Johannis Nürnberg wurde in der vergangenen Saison als der Drittplatzierte aus dem Lostopf gezogen, der ausscheiden musste.

Für Nürnberg geht es um alles oder nichts

Der Gast aus der zweitgrößten Stadt Bayerns blieb bei zwei Niederlagen und nur einem Sieg bisher hinter den Erwartungen zurück. "Nürnberg ist mit dem Anspruch angetreten, die Playoffs zu erreichen. Dieses Ziel jetzt noch zu realisieren, wird aber verdammt schwer", weiß Red-Devils-Trainer Patric Nuding. Für Petzold sind die Gäste ein mit dem Rücken zur Wand stehender Gegner, "der, wenn er noch Zweiter oder Dritter werden will, bei uns gewinnen muss".

Nuding erwartet daher "umkämpfte Duelle", während Petzold weiß: "Nürnberg hat am Wochenende erstmals gewonnen, will den Aufwärtstrend fortsetzen und reist sicherlich mit der stärksten Aufstellung an. Für die geht es um alles oder nichts." Die Heilbronner Verantwortlichen spekulieren mit dem ersten Saisonauftritt des Nürnberger Neuzugangs Nugzari Tsurtsumia. Der Georgier wurde in der kasachischen Hauptstadt Nur-Sultan vor wenigen Wochen Weltmeister im griechisch-römischen Stil bis 55 Kilogramm.

Starke Ausländerachse mit fünf WM-Startern

Doch Tsurtsumia ist nicht der einzige Hochkaräter im Team der Grizzlys. "Da wartet auf uns eine starke Ausländerachse", warnt Nuding. Neben dem Weltmeister ringen für die Nürnberger mit Jacobo Sandron (Italien), Zoltan Levai (Ungarn), Daniel Ligeti (Ungarn) und Daigoro Timocini (Italien) vier weitere WM-Teilnehmer. Die Gäste tun sich im Aufstellungspoker etwas leichter, da sie für ihre gute Nachwuchsarbeit bekannt sind und etliche Eigengewächse im Kader haben, die mit minus zwei in die 28-Punkte-Handycap-Wertung eingehen. Zu erwähnen ist der 24-jährige deutsche Freistilmeister im Limit bis 70 Kilo, Tim Stadelmann.

Der Nuller in Burghausen bereitet Patric Nuding ("Alle haben versucht, die bestmögliche Leistung abzurufen") kein Kopfzerbrechen. Der Trainer hebt das Positive hervor, die knappen Niederlagen von George Bucur und Marius Braun. "Marius hat beim 2:3 gegen Vize-Europameister Roland Schwarz seine starke Form bestätigt", lobt Nuding. "George unterlag Cengizhan Erdogan 5:6. Im Bundesliga-Finale im Januar endete dieses Duell noch 0:7."

Personelle Änderungen bei den Red Devils

Burghausen hatte eine Truppe auf die Matte gebracht wie in den vergangenen Jahren sonst nur in der K.o.-Runde. "Die wollen unbedingt Erster in der Gruppe werden", sagt Nuding. "Unser primäres Ziel ist, die Playoffs zu erreichen, um erst dann mit dem stärksten Team anzutreten." Im Vergleich zum Auftritt in Burghausen kündigt sich bei den Red Devils die eine oder andere personelle Änderung an. "Wir versuchen eine Mannschaft zu stellen, die eine überzeugende Leistung zeigt und das Publikum begeistert, so wie gegen Greiz", sagt Nuding.

 


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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