Mit Zuversicht und Siegeswillen nach Bayern

Ringen  Red Devils Heilbronn im ersten Kampf der Bundesliga-Saison 2019/2020 zu Gast bei Playoff-Anwärter SV Hallbergmoos

Das lange Warten hat ein Ende. Die Ringer-Bundesliga startet in die Saison 2019/2020, für die Red Devils Heilbronn ist es die dritte in Folge im deutschen Oberhaus. Der Vizemeister aus dem Unterland steht gleich zum Auftakt vor einem richtungsweisenden Kampfabend. Am Samstag wird um 19.30 Uhr beim SV Siegfried Hallbergmoos angetreten.

Der Vertreter aus dem bayerischen Landkreis Freising zählt zu den ambitionierten Vereinen der Bundesliga-Gruppe Südost, in die das Team der Red Devils aus der Nordwest-Gruppe neu zugeordnet wurde. Hallbergmoos hatte 2018/2019 die Playoffs erreicht, scheiterte aber im Viertelfinale am Heilbronner Gruppengegner ASV Mainz 88.

Chefcoach Patrick Nuding hat Respekt vor den Gastgebern

"Hallbergmoos hat eine stabile Mannschaft, die erneut den Anspruch hat, das Viertelfinale zu erreichen und über eine sehr starke Ausländer-Achse verfügt", hat der Heilbronner Chefcoach Patric Nuding Respekt vor den Gastgebern und nennt vor allem den Namen Alex Michel Bjurberg Kessidis.

Der Schwede mit griechischen Wurzeln belegte bei der WM 2018 Platz drei im griechisch-römischen Stil bis 77 Kilo. Ein alter Haudegen ist der Armenier Mihran Jaburyan. Der 34-Jährige stand 2012 im olympischen Viertelfinale bis 55 Kilogramm Freistil. In Ergün Aydin steht zudem der deutsche Freistil-Vizemeister im Limit bis 79 Kilogramm im Kader der Bayern.

Die Bundesliga ist stärker und ausgeglichener geworden

"Hallbergmoos ist für uns ein ambitionierter Auftakt", warnt Nuding. Das Ziel ist aber klar: "Mit 100 Prozent Konzentration wollen wir bei einem Mitkonkurrenten um die Playoff-Plätze gewinnen." Red-Devils-Ringerchef Jens Petzold mahnt ebenfalls an, keinen Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. "Ist man nicht auf den Punkt top da, kann man gegen jeden Gegner Probleme bekommen", sagt der Abteilungsleiter. "32:4-Siege, wie vergangene Saison gegen Merken, wird es definitiv nicht mehr geben." Die Liga ist stärker und ausgeglichener geworden.

"Die Saison könnte zu einer Wundertüte werden", sagt Petzold. "Wir befinden uns in einem vorolympischen Jahr, da weiß man nie, wie die Vereine auf ihre Topathleten zurückgreifen können." Viele Verbände, vor allem aus Osteuropa, werden ihre Olympia-Kandidaten wegen Qualifikationsturnieren sowie der Vorbereitung auf Tokio 2020 nicht für jeden Bundesligakampf freistellen. Auch die Red Devils könnten davon betroffen sein.

Das Red-Devils-Team muss neu zusammenwachsen

"Wir sind jetzt aber erst einmal gespannt wie sich unsere Neuzugänge präsentieren. Es müssen sich alle beschnuppern und kennenlernen. Das Team muss neu zusammenwachsen", sagt Petzold. "Es muss wieder ein Rädchen in das nächste greifen." Das gilt insbesondere auch für das Drumherum mit Hotelzimmer und Flüge buchen, Transfers vom Flughafen organisieren und natürlich die Durchführung der Heimkämpfe.

Primär zählt jetzt aber ein erfolgreicher Start in Hallbergmoos. "Wir müssen gut in die Saison reinkommen", will Petzold beim ersten Auftritt keine unliebsame Überraschung erleben, so wie 2018/2019, als der erste Kampfabend in Witten unerwartet verloren wurde.


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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